
© Foto: BASF SE
Der DAX-Konzern aus Ludwigshafen steht möglicherweise vor steigenden Kursen. Die Meinungen zwischen Kaufempfehlung und Verkaufswarnung von Analysten sind zwar unterschiedlich. Aber charttechnisch wird es bei BASF spannend. Die Aktie hat kürzlich ein Golden Cross ausgebildet. Das bedeutet, dass der 50er SMA den 200er SMA von unten nach oben durstoßen hat. Dieses klassische Kaufsignal könnte der Startschuss für eine längere Erholungsphase sein. Gleichzeitig treibt das Unternehmen seinen strategischen Umbau voran: Die Übernahme von AgBiTech stärkt das Geschäft mit biologischem Pflanzenschutz, das neue Werk in China läuft an, und der Konzern kauft eigene Aktien zurück. Bei einer Dividendenrendite von rund fünf Prozent stellt sich die Frage: Steht BASF vor einem Comeback, das die Aktie bis 55 oder sogar 65 Euro führen könnte?
Geteilte Analystenmeinungen und strategische Weichenstellungen
Die Experten sind sich alles andere als einig, wenn es um die Zukunft der BASF-Aktie geht. Barclays hält an seinem Equal Weight fest und sieht mit einem Kursziel von 41 Euro sogar Abwärtspotenzial vom aktuellen Niveau. Auch Berenberg bleibt bei seiner Verkaufsempfehlung und traut dem Papier nur 38 Euro zu. Das Haus nutzt dabei ein neues KI-gestütztes Bewertungsmodell, das für 2026 ein um 16 Prozent unter dem Konsens liegendes operatives Ergebnis errechnet. Die Deutsche Bank positioniert sich neutral bei 45 Euro und erwartet für das vierte Quartal einen Rückgang des operativen Ergebnisses um 17 Prozent. Ganz anders klingt es bei Warburg Research. Die Analysten haben die Aktie von Hold auf Buy hochgestuft und das Kursziel von 43 auf 53 Euro angehoben. Sie rechnen mit operativen Fortschritten im laufenden Jahr, besonders in der zweiten Jahreshälfte. Bernstein Research bestätigt das Outperform-Rating mit einem Kursziel von 51 Euro und geht davon aus, dass sich nach schwachem Jahresstart Verbesserungen einstellen werden. Die UBS sieht mit 48 Euro ebenfalls mehr Potenzial als der aktuelle Kurs hergibt. Operativ arbeitet BASF intensiv am Umbau des Konzerns. Die Übernahme des US-Unternehmens AgBiTech stärkt die Position im Markt für Pflanzenschutz. Der Abschluss ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Gleichzeitig macht das neue Werk in Zhanjiang Fortschritte. Die 8,7 Milliarden Euro teure Anlage ist im vergangenen Jahr in Betrieb gegangen und wird nach der Hochlaufphase zur Verbesserung des Cashflows beitragen. Die neue Ausschüttungspolitik kombiniert eine Basisdividende von mindestens 2,25 Euro mit Aktienrückkäufen. Insgesamt sollen bis 2028 zwölf Milliarden Euro an die Aktionäre fließen. Das laufende Rückkaufprogramm umfasst Papiere im Wert von bis zu 1,5 Milliarden Euro bis Ende Juni. Bei aktuellem Kursniveau würden damit rund 10 Prozent der Aktien eingesammelt. Die Dividendenrendite liegt bei etwa 5 Prozent.

Charttechnik
Das charttechnische Bild der BASF-Aktie ist derzeit schön anzusehen. Der entscheidende Impuls könnte durch das Golden Cross kommen. Dieses Kaufsignal wird von vielen Marktteilnehmern beachtet und kann eine längere Aufwärtsbewegung auslösen. Die Aktie handelt aktuell bei rund 45 Euro und hat damit bereits die erste Widerstandszone bei 42-44 Euro hinter sich gelassen. Es stehen aber noch Widerstände z. B. bei 47,50 Euro und auch 50 Euro und 55 Euro bevor. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 55,06 Euro und wurde im März 2025 erreicht. Gelingt der nachhaltige Sprung über die von der UBS genannte Marke von 48 Euro, wäre der Weg in Richtung dieses Jahreshochs frei. Der Bereich um 50 Euro dürfte dabei als psychologisch wichtige Schwelle fungieren. Bei anhaltendem Momentum wäre nach Erreichen der 55-Euro-Marke sogar ein Vorstoß in Richtung 60 bis 65 Euro denkbar. Das wäre eine Aufwärtsbewegung von etwa 35 Prozent vom aktuellen Niveau. Nach unten bieten die beiden SMAs (50er und 200er) eine wichtige Unterstützung. Das 52-Wochen-Tief vom April bei 37,40 Euro liegt deutlich tiefer und markiert die absolute Schmerzgrenze. Die Aktie hat sich in den vergangenen Wochen deutlich stabiler gezeigt als viele Branchenkollegen wie Evonik oder Lanxess. Das spricht für zunehmendes Vertrauen in die Erholungsfantasie des Titels.
Was tun?
Die BASF-Aktie präsentiert sich an einem interessanten Punkt. Das Golden Cross liefert ein starkes technisches Kaufsignal, während die fundamentale Lage gemischt bleibt. Die Quartalszahlen vom Oktober zeigten einen Gewinnrückgang, doch für 2026 rechnen Analysten mit deutlicher Verbesserung beim Cashflow. Die strategischen Maßnahmen greifen: Das China-Werk läuft hoch, die Übernahme von AgBiTech erweitert das Biologie-Portfolio, und die Aktienrückkäufe reduzieren die Aktienbasis. Mit einer Dividendenrendite von fünf Prozent bietet die Aktie attraktiven Cashflow für geduldige Anleger. Die Bewertung ist historisch günstig. Mutige Anleger können bei Kursen um 45 Euro eine Position aufbauen und dabei einen Stopp im Bereich um 38-40 Euro setzen. Das Chance-Risiko-Verhältnis erscheint mit Blick auf die charttechnischen Zielmarken von 55 oder sogar 60 bis 65 Euro attraktiv. Wichtig bleibt die Beobachtung der Konjunkturentwicklung in Europa und China sowie der nächsten Quartalszahlen am 27. Februar. Wer einen langen Atem mitbringt und auf das Comeback des Chemieriesen setzt, findet hier eine spannende Gelegenheit mit solider Dividendenabsicherung.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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