09.01.2026 -
Die Kapitalmärkte zeigten sich im Dezember erneut freundlich. Die positive Saisonalität zum Jahresende bestätigte sich, so dass die wichtigsten Aktienindizes in einem ruhigen Marktumfeld nochmals leicht zulegen konnten. Besonders europäische Aktien waren gefragt. Auch Gold setzte seine starke Wertentwicklung fort und zählt zu den großen Gewinnern des Jahres 2025.
Geldpolitik und Inflation - Disinflation bleibt das Leitthema
In den USA mehren sich die Anzeichen einer leicht nachlassenden konjunkturellen Dynamik, so dass weitere Zinssenkungen im laufenden Jahr wahrscheinlich bleiben. In der Eurozone bestätigen die jüngsten Inflationsdaten sowie die schwache wirtschaftliche Entwicklung das disinflationäre Umfeld. Auch wenn die EZB kurzfristig vorsichtig kommuniziert, dürfte der geldpolitische Handlungsdruck im Jahresverlauf 2026 zunehmen. Daher rechnen wir mit einer Zinssenkung in Europa, die vom Markt derzeit nicht eingepreist wird. Wir sind dabei optimistischer als die EZB, da wir von einem niedrigeren Ölpreis und einem schwächeren US-Dollar ausgehen.
Auf globaler Ebene wirken weiterhin dämpfende Preissignale aus China. Wettbewerbsdruck und niedrige Erzeugerpreise begrenzen den Inflationsdruck weltweit.
Anleihenmärkte - Kurvenstruktur und Angebotsfaktoren prägen das Bild
An den Rentenmärkten bestätigt sich unsere vorsichtige Haltung gegenüber langen Laufzeiten. Eine schwache Konjunktur, ein für 2026 zu erwartendes steigendes Angebot an Euro-Staatsanleihen, insbesondere aus Deutschland und den Semi-Core-Ländern sowie die fortgesetzte quantitative Straffung der EZB sprechen für eine noch steiler werdende Zinsstrukturkurve. Die damit verbundene Volatilität dürfte insbesondere das lange Ende weiter belasten.
