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Die Zolldrohungen des US-Präsidenten sorgen am Montag auch beim DAX-Überflieger für Verkaufsdruck. Damit wächst die Gefahr einer Top-Bildung im Chart weiter an.
Der KI-Trade hat die Aktie noch einmal beflügelt …
Für die Aktie von Siemens Energy ist der Start in das neue Börsenjahr hervorragend verlaufen. Trotz Abgaben von rund 2 Prozent zum Wochenauftakt - das Gesamtmarktumfeld wird durch die erneuten Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump belastet - notieren die Anteile mit einem Plus von 11 Prozent. Gegenüber dem Stand vor einem Jahr konnte sich der KI-Gewinner sogar um knapp 158 Prozent steigern.
Das starke Abschneiden des Auftragsfertigers Taiwan Semiconductor in der vergangenen Woche hat den KI-Trade nach zwischenzeitlichen Sorgen bezüglich einer Sektorrotation wiederbelebt. Dazu kommt die hohe Nachfrage nach Gasturbinen einerseits, Windrädern und Übertragungstechnik andererseits, welche für anhaltendes Kaufinteresse bei der Aktie sorgen.
… doch technisch und fundamental nimmt der Gegenwind zu
Doch Anlegerinnen und Anleger sollten Siemens Energy mit wachsender Vorsicht gegenübertreten. Sowohl aus technischer als auch aus fundamentaler Perspektive gibt es Anzeichen dafür, dass der Höhenflug ein vorläufiges Ende erreicht hat und die Aktie kurz- und mittelfristig konsolidieren könnte - daraus lässt sich nicht nur mithilfe von Gewinnmitnahmen Kapital schlagen!

Ein Trend, der viele Anlegerinnen und Anleger reich gemacht hat
Gegenüber ihrem im Herbst 2023 markierten Allzeittief befindet sich die Siemens-Energy-Aktie in einem hochdynamischen Aufwärtstrend. Zwar sorgte der Zoll-Crash im vergangenen Jahr für zwischenzeitlich beträchtliche Abgaben, doch die konnten rasch wieder wettgemacht werden, nachdem der Markt Energieinfrastrukturunternehmen, darunter auch Mitbewerber GE Vernova, Quanta Services und Dow-Jones-Urgestein Caterpillar als KI-Gewinner identifiziert hatte.
Kam es nach dem erfolgreichen Test der 200-Tage-Linie im April zu Gewinnmitnahmen und Rücksetzern, konnten diese zuverlässig bereits an der 50-Tage-Linie wieder eingefangen werden. Das sorgte für Sicherheit und anhaltend großen Risikohunger.
Bearishe Divergenzen: Droht jetzt die Kehrtwende?
Der auf den ersten Blick starke Chart weist inzwischen aber deutliche Schwächen auf. Technisch ist die Rekordjagd nicht mehr unterstützt, denn gegen den Trend der Aktie notieren die Indikatoren RSI und MACD mit niedrigeren Hochs. Es liegen als bearishe Divergenzen und damit Signale vor, die auf eine bevorstehende Trendwende hindeuten.
Diese Entwicklung lässt sich auch im Wochenchart beobachten, wo die Aktie mit einem RSI-Wert von knapp 77 Punkten außerdem überkauft ist. Da der auf Monatsbasis ermittelte RSI-Wert sogar bei 86 Zählern, und damit nahe dem Extrembereich liegt, dürfte es bei Siemens Energy mittelfristig nicht mehr mit einem kurzfristigen Rücksetzer ("Dip") getan sein, um die Überhitzung dauerhaft abzubauen - hier ist inzwischen eine mehrmonatige Konsolidierung nötig.
Potenzielle Abwärtsziele liegen an der 50-Tage-Linie bei rund 117 Euro sowie ab der horizontalen Unterstützung bei 110 Euro. Nach dem monatelangen Bullensturm wäre auch ein erneuter Test der 200-Tage-Linie nicht überraschend. Diese verläuft aktuell bei rund 96 Euro. Damit liegt das kurz- bis mittelfristige Abwärtspotenzial bei rund einem Drittel.
Fundamentale Risiken durch hohe Bewertung
Für inzwischen beträchtliche Abwärtsrisiken sprechen auch die fortgeschrittenen Bewertungskennzahlen. Das für 2026 geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 37,8. Selbst für 2027 liegt das KGVe bereits bei 27,0. Das ist für ein Unternehmen mit einer Wachstumsrate im hohen einstelligen beziehungsweise niedrigen zweistelligen Prozentbereich ambitioniert.
Dass der direkte Konkurrent GE Vernova mit einem KGVe (2026) von 52,1 noch höher bewertet ist, macht es nicht besser, sondern zeigt im Gegenteil nur, wie groß die Übertreibung im Energieinfrastrukturbereich inzwischen ist - das Branchenmittel liegt bei einem KGV von 22,4.
Auch bei anderen Kennziffern, wie dem Verhältnis von Unternehmenswert und EBITDA (EV/EBTIDA) oder dem Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) notiert Siemens Energy inzwischen weit über dem Durchschnitt. Die Aufschläge liegen bei knapp 30 Prozent.
Siemens Energy ist über das Ziel hinausgeschossen
Dementsprechend sehen Analystinnen und Analysten das Ende der Fahnenstangen bei Siemens Energy auch erreicht. Zwar überwiegen bei insgesamt 25 vorliegenden Bewertungen die Kaufempfehlungen mit 18 Nennungen klar, allerdings liegt das mittlere Kursziel bei 131,88 Euro - und damit unter dem am Montag verzeichneten Kursniveau.
Zwar gibt es Einzelmeinungen, wie die von Evercore, welche dem Papier bis zu 200 Euro zutrauen, dieser stehen aber weniger optimistische Einschätzungen wie die jüngste von Barclays mit einem Kursziel von 90 Euro gegenüber. Dieses Kursziel erscheint mit Blick auf die gegenwärtig hohen Bewertungsaufschläge realistischer als eine Rallyefortsetzung.
Fazit: Jetzt Reißleine ziehen - oder Vorsorge treffen
Bei Siemens Energy engagierte Investoren dürften daher gut beraten sein, ihre Positionen zu verkleinern und Gewinne mitzunehmen - insbesondere dann, wenn Donald Trump seine Zolldrohungen in der Grönland-Frage wahr macht: Die USA sind für das Unternehmen angesichts des rasanten Ausbaus von KI-Datenzentren ein wichtiger Absatzmarkt.
Wer auf den (Teil-)Verkauf seiner Position verzichten möchte, kann zu Absicherungszwecken auch auf den Discount-Put VH5VPH. Dieser eignet sich darüber hinaus auch für aktive Traderinnen und Trader, die auf eine Korrektur der Aktie setzen möchten.
Jetzt Chance auf 143,9 Prozent bis Juni sichern!
Der maximale Auszahlungsbetrag liegt bei 4,00 Euro, wenn Siemens Energy bis zum Laufzeitende am 19. Juni auf oder unter 100 Euro gefallen ist. Das bedeutet eine Renditechance von bis zu 143,9 Prozent. Für Kurse zwischen dem Basispreis von 140 Euro und der Kappungsgrenze bei 100 Euro wird eine anteilige Auszahlung fällig. Diese lautet für einige beispielhafte Fälle folgendermaßen:

Doch Vorsicht: Sollte Siemens Energy zum Laufzeitende über 140 Euro notieren, verfällt VH5VPH wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr! Daher sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn sich die Aktie für längere Zeit gegen eine Korrektur gestemmt hat und die bearishen Divergenzen in den technischen Indikatoren aufgehoben werden konnten.
Gastautor: Max Gross
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