München (ots) -
Warum der Vorfall zeigt, dass Cybersicherheit den gesamten deutschen Mittelstand betrifft.
Der Cyberangriff auf einen der führenden Nutzfahrzeug-Zulieferer Anfang 2023 zeigt, wie eng Cybersecurity, Produktionssicherheit und unternehmerische Verantwortung miteinander verknüpft sind - und warum das Thema Cybersicherheit heute unmittelbar die Geschäftsleitungen mittelständischer Unternehmen betrifft.
Als der Nutzfahrzeug-Zulieferer SAF-HOLLAND Anfang 2023 Opfer eines Cyberangriffs wurde, kam es an mehreren Standorten zu vorübergehenden Produktionsunterbrechungen. Das Unternehmen ging seinerzeit von einem Rückstand von sieben bis vierzehn Tagen aus, dessen Aufarbeitung sich über mehrere Monate erstrecken könnte. Auch wenn SAF-HOLLAND die Lage schnell stabilisieren und Lieferrückstände aufholen konnte, verdeutlicht der Vorfall exemplarisch, wie verwundbar digitalisierte Produktions- und Lieferketten sind - und dass Cybervorfälle längst kein isoliertes IT-Problem mehr darstellen. Die Firmengruppe war im Vorfeld bereits gut aufgestellt, doch die generelle Verwundbarkeit bleibt bestehen: Cyberangriffe können jedes Unternehmen treffen.
"In solch einer Situation ist es entscheidend, schnell Transparenz zu schaffen, die Lage zu stabilisieren und die Wiederherstellung kritischer Systeme sicherzustellen", erklärt Ralf Ebert, Group Chief Information Security Officer (CISO) von SAF-HOLLAND. "Der Vorfall macht deutlich, dass Cyberresilienz längst kein reines IT-Thema mehr ist, sondern vielmehr die Voraussetzung für die Liefertreue und Planbarkeit unseres Geschäfts bildet."
SAF-HOLLAND arbeitete in der Folge intensiv daran, Strukturen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege weiterzuentwickeln, um Lieferketten und Produktionsfähigkeit nachhaltig abzusichern. Der Vorfall steht exemplarisch für eine Entwicklung, die viele mittelständische Industrieunternehmen betrifft: Digitale Störungen haben unmittelbare Auswirkungen auf Wertschöpfung, Kundenbeziehungen und wirtschaftliche Stabilität.
NIS2: Die neue Verantwortung der Geschäftsleitungen
Mit dem NIS2-Umsetzungsgesetz, das seit November 2025 wirksam ist, entstehen für tausende Unternehmen in Deutschland erstmals klar definierte Pflichten im Umgang mit Cyberrisiken. Die Richtlinie stuft Cybersecurity nicht länger als rein technische Disziplin ein, sondern verankert sie als zentrale Managementaufgabe - verbunden mit persönlicher Verantwortung der Geschäftsführung und Vorstände.
Dr. Marco Lück, Gründer des Beratungsunternehmens VIAMA (gegründet 2020), begleitet seit mehr als 20 Jahren mittelständische Unternehmen bei der Steuerung von Cyber- und Compliance-Risiken. 2025 wurde er von der Bundesvereinigung Mittelstand in Deutschland (BVMID) als Top-Experte für NIS2 und Cyber-Resilienz ausgezeichnet. Zudem ist er Mitglied im Experten- und Kompetenzkreis der BVMID, der mittelständische Unternehmen bei strategischen Zukunftsthemen unterstützt.
"NIS2 schafft erstmals Klarheit darüber, welche Pflichten künftig in den Vorstandsetagen liegen", sagt Lück. "Die Frage lautet nicht mehr: Welche Firewall haben wir? Sondern: Wie treffen wir haftungssichere Entscheidungen, wie priorisieren wir Risiken und wie stellen wir sicher, dass die Organisation im Ernstfall steuerbar bleibt? Viele Mittelständler brauchen genau diese Orientierung."
Künftig müssen Unternehmen unter anderem nachweisen
- dass sie Cyberrisiken systematisch bewerten und priorisieren,
- dass Meldewege und Entscheidungsprozesse klar definiert sind,
- dass Vorfälle binnen 24 Stunden eingeordnet und gemeldet werden,
- und dass die Geschäftsleitung aktiv in das Risikomanagement eingebunden ist.
Versäumnisse können mit Bußgeldern von bis zu zehn Millionen Euro oder - je nach Unternehmensgröße - mit erheblichen persönlichen Haftungsrisiken für Geschäftsleiter verbunden sein.
Was Cyberangriffe im industriellen Umfeld offenlegen
Cyberangriffe auf Industrieunternehmen sind kein Einzelfall. Auch in den Jahren 2024 und 2025 kam es europaweit zu zahlreichen Vorfällen mit teils massiven wirtschaftlichen Folgen. Ein aktuelles Beispiel ist der Angriff auf Jaguar Land Rover in Großbritannien, der Berichten zufolge Schäden von rund 222 Millionen Euro verursachte und die Produktion über einen längeren Zeitraum beeinträchtigte.
Besonders häufig betroffen sind Bereiche, in denen Produktion, Logistik und digitale Systeme ineinandergreifen - und in denen Störungen sofort messbare wirtschaftliche Auswirkungen haben.
Für den deutschen Mittelstand lassen sich daraus drei zentrale Beobachtungen ableiten:
1. Produktion ist digital - und damit verwundbar.
Schon kurze Unterbrechungen können Lieferzusagen gefährden, Kosten erhöhen und langfristige Kundenbeziehungen belasten.
2. Cybersecurity ist zu einer betriebswirtschaftlichen Kernfunktion geworden.
"Führungsteams brauchen Klarheit darüber, welche Risiken wirklich geschäftskritisch sind", betont Lück. "Technik ist selten das eigentliche Problem - fehlende Strukturen sind es."
3. Geschwindigkeit entscheidet im Ernstfall.
NIS2 verpflichtet Unternehmen zu schnellem, koordiniertem Handeln. Ohne klar definierte Verantwortlichkeiten entstehen Verzögerungen, die Schäden vergrößern und Haftungsrisiken erhöhen.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Viele mittelständische Firmen stehen derzeit vor ähnlichen Fragen:
Bin ich betroffen? Wo stehen wir? Und was ist realistisch umsetzbar?
Nach Einschätzung von Dr. Marco Lück lassen sich mit drei Schritten innerhalb kurzer Zeit Orientierung und Steuerbarkeit schaffen:
1. Betroffenheit prüfen und Reifegrad feststellen
Oft lässt sich bereits innerhalb weniger Tage klären, ob ein Unternehmen unter NIS2 fällt und welche Risiken priorisiert werden müssen.
2. Verantwortlichkeiten klar festlegen
"Haftung entsteht nicht durch fehlende Technik, sondern durch unklare Strukturen", so Lück. Klare Rollen entlasten die Geschäftsführung und schaffen Entscheidungsfähigkeit.
3. Kritische Risiken priorisieren
Im Fokus stehen dabei insbesondere:
- Produktionsfähigkeit
- Lieferketten
- Notfall- und Meldeprozesse
- Transparenz gegenüber Kunden und Behörden
Cyberresilienz wird zum Wettbewerbsfaktor
Der Cyberangriff auf SAF-HOLLAND im Jahr 2023 zeigt rückblickend, dass Cybervorfälle längst nicht mehr nur IT-Systeme betreffen, sondern die gesamte Wertschöpfung eines Unternehmens. Für den deutschen Mittelstand wird die Fähigkeit, digitale Risiken zu erkennen, einzuordnen und schnell zu managen, zu einer zentralen Voraussetzung wirtschaftlicher Resilienz.
"Cyberresilienz ist heute ein Steuerungsthema", fasst Lück zusammen. "Unternehmen, die klare Strukturen schaffen und ihre Risiken priorisieren, schützen nicht nur Daten, sondern vor allem ihre Produktion - und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit."
Pressekontakt:
VIAMA Leadership GmbH
Dr. Marco Lück
Äußere Nürnberger Straße 62
91301 Forchheim
Tel.: +49 9191 3454992
E-Mail: kontakt@viama.one
https://viama.one
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Warum der Vorfall zeigt, dass Cybersicherheit den gesamten deutschen Mittelstand betrifft.
Der Cyberangriff auf einen der führenden Nutzfahrzeug-Zulieferer Anfang 2023 zeigt, wie eng Cybersecurity, Produktionssicherheit und unternehmerische Verantwortung miteinander verknüpft sind - und warum das Thema Cybersicherheit heute unmittelbar die Geschäftsleitungen mittelständischer Unternehmen betrifft.
Als der Nutzfahrzeug-Zulieferer SAF-HOLLAND Anfang 2023 Opfer eines Cyberangriffs wurde, kam es an mehreren Standorten zu vorübergehenden Produktionsunterbrechungen. Das Unternehmen ging seinerzeit von einem Rückstand von sieben bis vierzehn Tagen aus, dessen Aufarbeitung sich über mehrere Monate erstrecken könnte. Auch wenn SAF-HOLLAND die Lage schnell stabilisieren und Lieferrückstände aufholen konnte, verdeutlicht der Vorfall exemplarisch, wie verwundbar digitalisierte Produktions- und Lieferketten sind - und dass Cybervorfälle längst kein isoliertes IT-Problem mehr darstellen. Die Firmengruppe war im Vorfeld bereits gut aufgestellt, doch die generelle Verwundbarkeit bleibt bestehen: Cyberangriffe können jedes Unternehmen treffen.
"In solch einer Situation ist es entscheidend, schnell Transparenz zu schaffen, die Lage zu stabilisieren und die Wiederherstellung kritischer Systeme sicherzustellen", erklärt Ralf Ebert, Group Chief Information Security Officer (CISO) von SAF-HOLLAND. "Der Vorfall macht deutlich, dass Cyberresilienz längst kein reines IT-Thema mehr ist, sondern vielmehr die Voraussetzung für die Liefertreue und Planbarkeit unseres Geschäfts bildet."
SAF-HOLLAND arbeitete in der Folge intensiv daran, Strukturen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege weiterzuentwickeln, um Lieferketten und Produktionsfähigkeit nachhaltig abzusichern. Der Vorfall steht exemplarisch für eine Entwicklung, die viele mittelständische Industrieunternehmen betrifft: Digitale Störungen haben unmittelbare Auswirkungen auf Wertschöpfung, Kundenbeziehungen und wirtschaftliche Stabilität.
NIS2: Die neue Verantwortung der Geschäftsleitungen
Mit dem NIS2-Umsetzungsgesetz, das seit November 2025 wirksam ist, entstehen für tausende Unternehmen in Deutschland erstmals klar definierte Pflichten im Umgang mit Cyberrisiken. Die Richtlinie stuft Cybersecurity nicht länger als rein technische Disziplin ein, sondern verankert sie als zentrale Managementaufgabe - verbunden mit persönlicher Verantwortung der Geschäftsführung und Vorstände.
Dr. Marco Lück, Gründer des Beratungsunternehmens VIAMA (gegründet 2020), begleitet seit mehr als 20 Jahren mittelständische Unternehmen bei der Steuerung von Cyber- und Compliance-Risiken. 2025 wurde er von der Bundesvereinigung Mittelstand in Deutschland (BVMID) als Top-Experte für NIS2 und Cyber-Resilienz ausgezeichnet. Zudem ist er Mitglied im Experten- und Kompetenzkreis der BVMID, der mittelständische Unternehmen bei strategischen Zukunftsthemen unterstützt.
"NIS2 schafft erstmals Klarheit darüber, welche Pflichten künftig in den Vorstandsetagen liegen", sagt Lück. "Die Frage lautet nicht mehr: Welche Firewall haben wir? Sondern: Wie treffen wir haftungssichere Entscheidungen, wie priorisieren wir Risiken und wie stellen wir sicher, dass die Organisation im Ernstfall steuerbar bleibt? Viele Mittelständler brauchen genau diese Orientierung."
Künftig müssen Unternehmen unter anderem nachweisen
- dass sie Cyberrisiken systematisch bewerten und priorisieren,
- dass Meldewege und Entscheidungsprozesse klar definiert sind,
- dass Vorfälle binnen 24 Stunden eingeordnet und gemeldet werden,
- und dass die Geschäftsleitung aktiv in das Risikomanagement eingebunden ist.
Versäumnisse können mit Bußgeldern von bis zu zehn Millionen Euro oder - je nach Unternehmensgröße - mit erheblichen persönlichen Haftungsrisiken für Geschäftsleiter verbunden sein.
Was Cyberangriffe im industriellen Umfeld offenlegen
Cyberangriffe auf Industrieunternehmen sind kein Einzelfall. Auch in den Jahren 2024 und 2025 kam es europaweit zu zahlreichen Vorfällen mit teils massiven wirtschaftlichen Folgen. Ein aktuelles Beispiel ist der Angriff auf Jaguar Land Rover in Großbritannien, der Berichten zufolge Schäden von rund 222 Millionen Euro verursachte und die Produktion über einen längeren Zeitraum beeinträchtigte.
Besonders häufig betroffen sind Bereiche, in denen Produktion, Logistik und digitale Systeme ineinandergreifen - und in denen Störungen sofort messbare wirtschaftliche Auswirkungen haben.
Für den deutschen Mittelstand lassen sich daraus drei zentrale Beobachtungen ableiten:
1. Produktion ist digital - und damit verwundbar.
Schon kurze Unterbrechungen können Lieferzusagen gefährden, Kosten erhöhen und langfristige Kundenbeziehungen belasten.
2. Cybersecurity ist zu einer betriebswirtschaftlichen Kernfunktion geworden.
"Führungsteams brauchen Klarheit darüber, welche Risiken wirklich geschäftskritisch sind", betont Lück. "Technik ist selten das eigentliche Problem - fehlende Strukturen sind es."
3. Geschwindigkeit entscheidet im Ernstfall.
NIS2 verpflichtet Unternehmen zu schnellem, koordiniertem Handeln. Ohne klar definierte Verantwortlichkeiten entstehen Verzögerungen, die Schäden vergrößern und Haftungsrisiken erhöhen.
Was Unternehmen jetzt tun sollten
Viele mittelständische Firmen stehen derzeit vor ähnlichen Fragen:
Bin ich betroffen? Wo stehen wir? Und was ist realistisch umsetzbar?
Nach Einschätzung von Dr. Marco Lück lassen sich mit drei Schritten innerhalb kurzer Zeit Orientierung und Steuerbarkeit schaffen:
1. Betroffenheit prüfen und Reifegrad feststellen
Oft lässt sich bereits innerhalb weniger Tage klären, ob ein Unternehmen unter NIS2 fällt und welche Risiken priorisiert werden müssen.
2. Verantwortlichkeiten klar festlegen
"Haftung entsteht nicht durch fehlende Technik, sondern durch unklare Strukturen", so Lück. Klare Rollen entlasten die Geschäftsführung und schaffen Entscheidungsfähigkeit.
3. Kritische Risiken priorisieren
Im Fokus stehen dabei insbesondere:
- Produktionsfähigkeit
- Lieferketten
- Notfall- und Meldeprozesse
- Transparenz gegenüber Kunden und Behörden
Cyberresilienz wird zum Wettbewerbsfaktor
Der Cyberangriff auf SAF-HOLLAND im Jahr 2023 zeigt rückblickend, dass Cybervorfälle längst nicht mehr nur IT-Systeme betreffen, sondern die gesamte Wertschöpfung eines Unternehmens. Für den deutschen Mittelstand wird die Fähigkeit, digitale Risiken zu erkennen, einzuordnen und schnell zu managen, zu einer zentralen Voraussetzung wirtschaftlicher Resilienz.
"Cyberresilienz ist heute ein Steuerungsthema", fasst Lück zusammen. "Unternehmen, die klare Strukturen schaffen und ihre Risiken priorisieren, schützen nicht nur Daten, sondern vor allem ihre Produktion - und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit."
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