16.01.2026 -
2026 startet wie 2025 endete: Der Tech-Boom trägt weiter, doch die Risikofaktoren bleiben präsent. Um von der Wertschöpfung von Technologieunternehmen zu profitieren, sollte der Fokus weiter auf den USA und Südostasien liegen, allen voran auf China.
War das vergangene Jahr schlicht zu gut, um wahr zu sein? Trotz geopolitischer Spannungen, erratischer Zollpolitik und dem konfrontativen Regierungsstil von Donald Trump präsentierten sich die globalen Aktienmärkte erstaunlich robust. Besonders die Börsen der Schwellenländer zählten zu den Gewinnern, und auch Unternehmensanleihen lieferten überzeugende Renditen. Entsprechend stark flossen Gelder in US-Aktien und -Anleihen. Doch hinter der Rally wuchs die Skepsis. Der Goldpreis kletterte um beeindruckende 65 % und überschritt im Oktober erstmals die Marke von 4.000 USD - ein deutliches Signal für wachsende Krisenabsicherung. Gleichzeitig büßte der USu2011Dollar an Stärke ein, was nahelegt, dass internationale Investoren das Vertrauen in die politische Stabilität der USA und die Verlässlichkeit der Regierung zunehmend hinterfragen. Vor diesem Hintergrund bleiben Anlagealternativen jenseits der USA gefragt.
USA: Rückenwind für Konjunktur und Aktienmärkte
Für 2026 steht die zentrale Frage im Raum: Setzt sich der Bullenmarkt fort, oder erzwingen die seit drei Jahren steigenden Bewertungen im Technologiesektor eine Wende? Ein Blick in die USA liefert gemischte Signale. Am Arbeitsmarkt zeichnet sich eine Abkühlung ab: Die Arbeitslosenquote kletterte von 4,2 % im April auf 4,6 % im November, und auch das Stellenwachstum verliert an Dynamik. Gleichzeitig hat sich das inflationsrisiko trotz höherer Zölle nicht verschärft - die Märkte rechnen daher mit mehreren Zinssenkungen im laufenden Jahr. Zusammen mit den einkommenssteigernden Impulsen der "One Big Beautiful Bill" dürfte das der Konjunktur wie auch den Aktienmärkten kräftigen Rückenwind verschaffen. Zudem stützt der Konsum, der insgesamt zwar stagniert, in höheren Einkommensklassen aber durch steigende Vermögenswerte und erwartete Steuererleichterungen stabil bleibt. Trotz eines historisch hohen geschätzten 12-Monats-KGV im S&P 500 führt aus unserer Sicht an US-Investments kaum ein Weg vorbei. Die Überbewertung konzentriert sich weiterhin auf wenige Schwergewichte; gleich gewichtet liegt der Index über zehn Jahre betrachtet im Durchschnitt. Wir erachten die hohen Bewertungen der großen Technologiekonzerne indes als nachvollziehbar - ihr Wachstum beim Free Cashflow wie auch bei anderen Kennziffern bleibt beeindruckend.
