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Die Netflix-Aktie stand im vergangenen halben Jahr unter Verkaufsdruck, doch inzwischen gibt es Anzeichen für eine Gegenbewegung. Ist das die Einstiegschance?
Netflix: Die Aktie des Streaming-Giganten steht unter Druck
Auch ohne große KI-Fantasie gehörte die Netflix-Aktie im vergangenen Jahr zu den zwischenzeitlich erfolgreichsten US-Technologiewerten. Die Anteile des Streaming-Dienstleisters konnten sich in der ersten Jahreshälfte um mehr als 60 Prozent verteuern. Anschließend setzte allerdings eine bis heute anhaltende Korrektur ein - nicht zuletzt aufgrund der geplanten Übernahme von Mitbewerber Warner Discovery, die allerdings erhebliche finanzielle Herausforderungen bedeutet.
Das und die zeitweise aus dem Ruder gelaufene Unternehmensbewertung hat Investoren vorsichtiger werden und Gewinne realisieren lassen. Inzwischen ist nach einer Talfahrt von fast 40 Prozent der umgekehrte Fall eingetreten: Netflix erscheint mit Blick auf seine Bewertungskennziffern zu günstig, auch wenn die mit den vor wenigen Tagen vorgelegten Quartalszahlen bekannt gegebene Prognose für 2026 etwas unter den Erwartungen lag.
Einstiegschance nach Korrektur? Danach sieht es jetzt aus!
Der Chart erscheint auf den ersten Blick zugegeben wenig konstruktiv, doch auch hier lässt sich das ein oder andere Indiz für eine bald startende Gegenbewegung finden. Damit könnte die Zeit für einen Einstieg in die Netflix-Aktie reif sein.

Netflix-Aktie 2025: Wie gewonnen, so zerronnen!
Übergeordnet befindet sich Netflix in einem langfristigen Aufwärtstrend. Zwar war es 2022 zu einem zwischenzeitlichen Crash gekommen, doch von diesem hat sich die Aktie gut erholen und schließlich auf neue Allzeithochs ansteigen können. Fundamental wurde das durch ein anhaltend hohes Wachstum sowie eine verbesserte Profitabilität ermöglicht.
Nach einer starken ersten Hälfte ging die Aktie im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres in eine Konsolidierung über. Aus technischer Perspektive sind hierfür bearishe Divergenzen sowie ein überkaufter Relative-Stärke-Index (RSI) verantwortlich, während gleichzeitig die Übernahmeschlacht um Warner Discovery für Verunsicherung sorgte.
Die Chancen auf eine Gegenbewegung steigen täglich
Die Korrektur hat mit dem Unterschreiten der gleitenden Durchschnitte, einem Death Cross sowie der Etablierung eines Abwärtstrendkanals für mehrere Verkaufssignale gesorgt. Die kulminierten nach der Vorlage der Geschäftszahlen in einem scharfen Sell-Off bis an die bei rund 82 US-Dollar gelegene Unterstützung.
Von aus hier gelang ein erster Rebound und im Chart eine Hammerkerze, die jetzt für eine Gegenbewegung sprechen könnte. Eine solche ist auch mit Blick auf den RSI angezeigt, der tief im überverkauften Bereich notiert, wenngleich er gemeinsam mit dem Trendstärkeindikator MACD den Abwärtstrend der Aktie bislang bestätigt hatte.
82 US-Dollar markieren gleichzeitig die Unterkante des Abwärtstrends. Das spricht ebenfalls dafür, dass sich Netflix jetzt erholen dürfte. Hierfür ist Platz bis mindestens zu Trendkanaloberkante bei rund 93 US-Dollar. Eine Rückkehr in den weniger flachen Abwärtstrend würde sogar für eine Erholung bis mindestens 100 US-Dollar sprechen. Das entspricht bereits einem erheblichen Aufwärtspotenzial. Hierfür sollte die Aktie aber nicht nachhaltig (also min. auf Wochenschlusskursbasis) unter 80 US-Dollar fallen.
Bewertung wieder attraktiv, Aktie unter historischem Durchschnitt
Mit Blick auf die Bewertung hat Netflix wieder deutlich mehr zu bieten als noch vor einem halben Jahr. Für 2026 steht ein erwartetes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 27,5 zu Buche. Das ist für ein Unternehmen mit einem Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich sowie der Marktführerschaft ein durchaus fairer Wert, der außerdem um knapp 30 Prozent unter dem Fünfjahresmittel von 38,5 liegt.
Bei den übrigen Kennziffern ergibt sich ein ähnliches Bild. Zwar liegt die Unternehmensbewertung zum Teil deutlich über dem Branchendurchschnitt, gegenüber dem langfristigen Mittel ergeben sich jedoch erhebliche Abschläge zwischen 25 und 30 Prozent. Das spricht einerseits für eine Neubewertung, andererseits aber auch einer strukturellen Unterbewertung gegen über früheren Vielfachen. Als durchaus günstig erscheint Netflix beim Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG), das bei 1,24 liegt.
Fazit: Wall Street zuversichtlich, sieht erhebliches Erholungspotenzial
Für Analystinnen und Analysten steht daher außer Frage, dass die Aktie zu alter Stärke zurückfinden finden wird. Sie empfehlen das Papier mit großer Mehrheit zum Kauf.
Insgesamt 28 von 44 Bewertungen sind positiv, während sich 14 neutral verhalten und nur zwei zum Reduzieren von Positionen raten. Im Mittel wird ein fairer Wert von 112,89 US-Dollar angegeben. Das entspricht einer Upside von 31,1 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag und ist im Chart gleichbedeutend mit einer Rückkehr an die 200-Tage-Linie, wo aktuell auch die obere Abwärtstrendlinie liegt.
Chance auf 140 Prozent und mehr: Dieses Risiko könnte sich jetzt lohnen!
Daraus ergibt sich die Chance auf eine kurz- und mittelfristig aussichtsreiche Spekulation auf eine Gegenbewegung zur Oberseite. Risikoaffine Anlegerinnen und Anleger können mit dem Call-Optionsschein PL96ZS bis zu 138,7 Prozent rausholen, wenn Netflix bis zum Laufzeitende am 19. Juni auf 110,00 US-Dollar steigt.
Ausgestattet ist PL96ZS mit einen Basispreis von 80,00 US-Dollar, woraus sich ein effektiver Hebel (Omega) von 5,1 und für einige beispielhafte Fälle folgendes Auszahlungsprofil ergibt:

Doch Vorsicht: Sollte die Aktie zum Laufzeitende unterhalb von 80,00 US-Dollar notieren, verfällt PL96ZS wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr. Daher sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn Netflix nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) unter die hier verlaufende Unterstützung fällt.
Gastautor: Max Gross
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