
© Foto: 2026 Vonovia SE / Simon Bierwald
Die Vonovia-Aktie steht im Mittelpunkt großer Anleger. Während der Kurs nahe der Wochentiefs liegt, kauft BlackRock zu. Goldman Sachs sieht sogar 50 Prozent Gewinnchance.
Die Charttechnik zeigt erste Erholungszeichen zwischen 23 und 24 Euro. Genau dort haben die Wochenkerzen - als Candlesticks angezeigt - lange Dochte nach unten. Das bedeutet: Hier kaufen Anleger verstärkt ein. Ist das der Wendepunkt nach oben? Die Zahlen des Unternehmens sehen gut aus. Wenig Leerstände, gutes Mietwachstum und fast 5 Prozent Dividende. Trotzdem drücken höhere Zinsen und politische Unsicherheit auf den Kurs. Der neue Chef Luka Mucic muss jetzt zeigen, was er kann. Am 19. März kommen die Jahreszahlen. Dann wissen wir mehr. Bis dahin bleibt die Frage spannend: Geht es jetzt wieder aufwärts?
Große Investoren kaufen
BlackRock hat seinen Anteil an Vonovia deutlich erhöht. Der größte Vermögensverwalter der Welt besitzt jetzt 8,33 Prozent der Anteile. Das ist bemerkenswert. Denn die Aktie steht bei ca. 24,40 Euro. Das liegt knapp über dem Tiefststand von 23,60 Euro. In den letzten 30 Tagen hat das Papier weiter an Wert verloren. Dass BlackRock genau jetzt einsteigt, ist ein starkes Zeichen. Die Amerikaner sehen wohl eine gute Chance im aktuellen Preis. Der Einstieg kommt kurz nach dem Wechsel an der Spitze. Luka Mucic hat zu Jahresbeginn den Chefposten übernommen. Er war vorher bei SAP und Vodafone tätig. Seine Aufgabe ist klar: Er muss Vonovia durch schwierige Zeiten steuern. Höhere Zinsen belasten das Geschäft. Gleichzeitig soll er die Digitalisierung voranbringen. Auch Goldman Sachs bleibt optimistisch. Die US-Bank empfiehlt weiter den Kauf. Das Kursziel wurde nur leicht von 37 auf 36,60 Euro gesenkt. Das wären ca. 50 Prozent mehr als heute. Goldman sieht Wohnimmobilien als sichere Anlage. In unsicheren Zeiten können sie ein Depot stabilisieren. Unter den deutschen Wohnkonzernen empfiehlt Goldman nur Vonovia zum Kauf. Berenberg sieht es ähnlich. Die Bank hält an ihrer Kaufempfehlung fest. Das Kursziel ging aber von 41 auf 38 Euro runter. Die Analysten erklären: Zwischen Mitte 2022 und Mitte 2024 sind die Kurse stark gefallen. Höhere Zinsen waren der Grund. Jetzt sind die Bewertungen niedrig. In den nächsten Jahren sollten die Immobilienpreise wieder steigen. Die Mieten ziehen an. Allerdings müsse Vonovia seine Schulden senken.

Charttechnik
Die Vonovia-Aktie versucht gerade einen Boden zu bilden. Der Kurs liegt um die 24,40 Euro. Das ist unter dem Durchschnitt der letzten 200 Tage. Auch die kürzeren Durchschnitte liegen über dem Kurs. Der 50er SMA steht bei 25,03 Euro. Solange die Aktie darunter bleibt, sieht es charttechnisch schwach aus. Aber schon ein paar Prozent Kursgewinn in der Aktie und die eine Ampel dreht von rot auf grün. Und es gibt noch mehr gute Zeichen. Im Wochenchart zeigen sich zwischen 23 und 24 Euro längere Dochte nach unten. Das heißt: In dieser Zone kaufen Anleger verstärkt. Der Kurs fällt dort immer wieder, wird aber aufgefangen. Hier könnte sich ein stabiler Boden bilden. Von diesem Niveau aus könnte die Erholung starten. Der RSI-Indikator liegt bei 38 Punkten. Das ist nahe am überverkauften Bereich. Auch das spricht für eine mögliche Gegenbewegung. Wenn die Aktie über 25,50 Euro steigt, wäre das ein erstes gutes Signal. Das erste Kursziel läge dann bei 30 Euro. Bei weiterer positiver Entwicklung könnten auch 35 oder sogar 40 Euro möglich sein. Allerdings ist die Zone zwischen 25 und 26 Euro eine wichtige Hürde. Erst wenn die Aktie darüber kommt, wird es wirklich interessant.
Ein Fall unter 23,00 Euro - ohne Gegenbewegung - wäre dagegen schlecht. Wird diese Marke unterschritten, drohen weitere Verluste. Die aktuelle Stabilisierung ist noch fragil und man kann sie vorerst nur als kurze Gegenbewegung in einem Abwärtstrend sehen.
Was tun?
Auf der einen Seite liegt der Kurs nahe dem Jahrestief, die technischen Widerstände sind hoch. Auf der anderen Seite kaufen große Investoren wie BlackRock gezielt ein. Die Geschäftszahlen sehen solide aus. Das KGV von unter 8 ist günstig. Die Dividendenrendite von fast 5 Prozent ist attraktiv. Die operativen Zahlen stimmen. Wenig Leerstände, gutes Mietwachstum und eine stabile Gewinnprognose zeigen: Das Geschäft läuft. Der neue Chef Luka Mucic hat eine schwere Aufgabe vor sich. Aber das Vertrauen der Großinvestoren zeigt, dass der Markt ihm die Lösung zutraut. Die Charttechnik sendet erste positive Signale. Die langen Dochte zwischen 23 und 24 Euro zeigen Käuferinteresse. Steigt die Aktie nachhaltig über 25,50 oder gar 26 Euro, wäre ein erstes Ziel bei 30 Euro realistisch. Weitere Ziele bei 35 oder 40 Euro könnten folgen. Allerdings besteht das Risiko, dass die Erholung scheitert. Am 19. März kommen die Jahreszahlen für 2025. Dann zeigt sich, ob die Ziele erreicht wurden. Auch die Schuldenlage wird wichtig sein. Für langfristige Anleger bietet das aktuelle Niveau eine Chance. Wer vorsichtig sein will, wartet die Zahlen ab. Wichtig ist eine Stabilisierung über 25 Euro. Eine Position mit Stopp-Loss unter 23,00 Euro könnte Sinn machen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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