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Die Super Micro Computer-Aktie hat harte Monate hinter sich. Vom KI-Highflyer zum Sorgenkind - der Absturz war heftig. Doch genau jetzt könnte sich das Blatt wenden.
Während Analysten noch skeptisch bleiben und die Margen kritisch beäugen, zeigt der Chart erste Stabilisierungssignale. Der Serverhersteller investiert massiv in KI-Infrastruktur und setzt voll auf Nvidias neueste Plattformen. Die Umsatzziele sind ehrgeizig, die Expansion aggressiv. Zwischen 25 und 30 US-Dollar haben sich immer wieder Käufer positioniert - ein Level, das historisch stark ist, das ist im Chart erkennbar. Jetzt stellt sich die spannende Frage: Wechselt die gebeutelte KI-Aktie wieder auf die Gewinner-Seite? Die kommenden Quartalszahlen am 3. Februar könnten Klarheit bringen. Wer mutig ist, findet hier möglicherweise eine unterschätzte Chance im KI-Sektor.
Aggressive Wachstumsstrategie
Super Micro Computer fährt einen klaren Kurs: Volldampf voraus in Sachen KI-Expansion. Das Unternehmen baut seine Produktionskapazitäten für Hochleistungsrechenzentren massiv aus, besonders im Bereich Flüssigkühlung. Die Zielrichtung ist eindeutig - Nvidias kommende Vera-Rubin- und Rubin-Plattformen sollen in großem Stil ausgeliefert werden. Das Management hofft für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 auf einen Umsatzsprung auf bis zu 11 Milliarden US-Dollar. Für 2026 wurde die Prognose auf mindestens 36 Milliarden US-Dollar hoch gesetzt. Eine neue Kreditlinie über 2 Milliarden US-Dollar sichert den Expansionskurs finanziell ab. Parallel erschließt Super Micro neue Märkte, etwa KI-gestützte Lösungen für den Einzelhandel. Die Kehrseite dieser Offensive: Die Bruttomargen sind auf ca. 11 Prozent gefallen, deutlich unter den früheren 15 bis 17 Prozent. Das Unternehmen opfert bewusst kurzfristige Profitabilität für Marktanteile. Ob diese Strategie aufgeht, wird sich in den nächsten Quartalen zeigen müssen.

Charttechnik
Nach dem dramatischen Kursverfall hat sich die Aktie zuletzt stabilisiert. Der Chart zeigt eine Seitwärtsbewegung nach langem Abwärtstrend. Besonders auffällig ist die Zone zwischen 25 und 30 US-Dollar. Hier haben sich Käufer mehrfach positioniert und den Kurs gestützt. Diese Unterstützung hat sich als robust erwiesen und wird offensichtlich aktiv für Einstiege genutzt. Sollte diese Marke doch noch brechen, wartet die nächste stärkere Unterstützung erst im Bereich um 20 US-Dollar. Nach oben muss zunächst der 50-Tage-Durchschnitt bei 32,07 US-Dollar zurückerobert werden. Gelingt dieser Befreiungsschlag, öffnet sich der Weg in Richtung 40 US-Dollar. Bei weiter positiver Entwicklung wären mittelfristig sogar 50 US-Dollar und darüber denkbar. Die technische Ausgangslage bleibt allerdings fragil. Der übergeordnete Trend zeigt noch nach unten, auch wenn erste Stabilisierungstendenzen erkennbar sind. Kurzfristig entscheidend wird das Verhalten am 50er-Durchschnitt sein.
Was tun?
Die operative Basis stimmt - das Unternehmen hat sich als wichtiger Player im KI-Rechenzentrumsgeschäft etabliert. Die Wachstumsambitionen sind beeindruckend, die technologische Positionierung bei Flüssigkühlung ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Doch die drastisch gesunkenen Margen bereiten Sorgen. Goldman Sachs sieht das Kursziel bei nur 26 US-Dollar und rät zum Verkauf. Citi bleibt neutral bei 39 US-Dollar Kursziel. Die entscheidende Frage lautet: Kann Super Micro die aggressive Preisstrategie in nachhaltige Ertragskraft umwandeln? Dann müssten die großen Wall-Street-Banken ihre Meinungen wieder revidieren und würden wahrscheinlich die Kursziele hochsetzen und ihr Rating nach oben hin ändern. Die Quartalszahlen am 3. Februar werden hier Klarheit schaffen müssen. Charttechnisch bietet die Zone um 25 bis 30 US-Dollar eine historisch starke Basis für einen möglichen Turnaround. Wer auf eine Margenerholung und erfolgreiche Umsetzung der Wachstumsstrategie setzt, kann hier spekulativ einsteigen. Das Chance-Risiko-Verhältnis erscheint vertretbar, wenn man die starke Unterstützung und das enorme angepeilte Umsatzwachstum berücksichtigt. Konservative Anleger warten hingegen die Zahlen ab und schauen, ob die Margen sich stabilisieren. Eine erste kleine Position mit engem Stopp z. B. unter 23 US-Dollar könnte für risikobereite Investoren - unter Anbetracht des Potenzials - Sinn machen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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