STOCKHOLM (dpa-AFX) - Der Modehändler H&M hat im Schlussquartal des Geschäftsjahres 2024/2025 überraschend viel verdient. Die Schweden profitierten unter anderem von gesunkenen Kosten und Verbesserungen beim Angebot und ihrem Lagermanagement, wie sie am Donnerstag im Stockholm mitteilten. Der Auftakt in das laufende erste Quartal fiel jedoch verhalten aus. Die Aktie gab nach den Nachrichten nach.
Das Papier notierte gegen Mittag rund 1,8 Prozent tiefer. Im vergangenen Jahr hatte die Aktie deutlich zugelegt, auch unterstützt durch Rückkäufe und die fortgesetzten Aktienkäufe durch die Gründerfamilie Persson. Bis zum Jahresende hatte die Familie ihren Anteil auf mehr als 85 Prozent der Stimmrechte aufgestockt. Dies beflügelte Spekulationen über eine mögliche Privatisierung von H&M.
H&M war in der jüngeren Vergangenheit im Wettbewerb mit seinem wichtigsten Konkurrenten, der Textilkette Inditex ins Hintertreffen geraten. Die Spanier verfügen über eine schlankere Lieferkette und wechseln zudem ihr modisches Angebot schneller aus. Um wieder aufzuschließen, erhöhte H&M-Chef Daniel Erver die Marketingausgaben. Die verstärkten Werbemaßnahmen und Preis-Deals halfen den Schweden tatsächlich, im vergangenen Jahr wieder mehr Kunden in den Online-Shop und in die Filialen zu locken. Zugleich reduzierte der skandinavische Konzern im Zuge seiner strategischen Neuausrichtung die Zahl der Häuser und baute im vergangenen Geschäftsjahr weitere Stellen ab.
Das operative Ergebnis des Konzerns kletterte derweil in den drei Monaten bis Ende November um 38 Prozent auf 6,36 Milliarden schwedische Kronen (603 Mio Euro). Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet.
Im Gesamtjahr 2025 stieg der operative Gewinn um gut sechs Prozent auf 18,4 Milliarden Kronen. Unter dem Strich verdiente die Textilkette mit knapp 12,1 Milliarden Kronen gut 4 Prozent mehr als noch vor einem Jahr.
Die stärkere schwedische Währung belastete jedoch die Umsatzentwicklung: Der Erlös sank umgerechnet in Kronen um fast 3 Prozent auf gut 228 Milliarden Kronen - gerechnet in lokalen Währungen erwirtschaftete die Textilkette dagegen ein Plus von rund zwei Prozent.
In das neue Geschäftsjahr ist der Konzern allerdings mit Bremsspuren gestartet. Für die Wochen von Anfang Dezember bis Ende Januar wird den Angaben zufolge ein Umsatzminus in lokalen Währungen von zwei Prozent erwartet, hieß es. Dieser Rückgang müsse im Licht eines starken Laufs rund um den "Black Friday" gesehen werden, erläuterte der Konzern. An diesem Verkaufstag Ende November locken viele Einzelhändler mit Sonderangeboten, weshalb es meist zu starken Umsätzen kommt. Zudem falle das chinesische Neujahresfest dieses Jahr in den Februar./tav/jsl/stk



