
© Foto: Symbolbild erstellt mithilfe von ChatGPT.
Die Anteile des deutschen Software- und Clouddienstleisters befinden sich am Donnerstag im freien Fall. Wer jetzt einsteigen will, braucht Geduld - und das richtige Produkt!
SAP mit schlechtestem Handelstag seit dem Corona-Crash
Trotz eines zufriedenstellenden Quartalsergebnisses fällt die Aktie von SAP am Donnerstag wie ein Stein. Zwischenzeitlich waren Verluste von fast 16 Prozent zu beklagen. So stark ging es an nur einem Tag seit dem Corona-Crash 2020 nicht mehr bergab.
Grund für den heftigen Abverkauf ist aus fundamentaler Perspektive ein Ausblick sowie ein Auftragsbuch unter den Erwartungen des Marktes. Von einem technischen Standpunkt aus belastet vor allem das Unterschreiten weiterer Unterstützungen sowie ein neues Mehrjahrestief und damit ein Verkaufssignal die Aktie.
Kaufen, wenn die Kanonen donnern?
Die Dynamik des Abverkaufs sowie die Fundamentaldaten deuten jedoch darauf hin, dass am Donnerstag bereits ein Tiefpunkt erreicht sein könnte. Der Mut, jetzt einzusteigen, könnte sich mittelfristig auszahlen. Wer dabei auf das richtige Produkt setzt, kann sogar eine Verdopplung seines Kapitaleinsatzes erzielen.

Ausblick geringfügig unter den Erwartungen
Im Vergleich zum Vorjahresquartal legten die Erlöse um 3,2 Prozent auf 9,68 Milliarden Euro zu. Damit wurden die Erwartungen zwar um 80 Millionen Euro verfehlt, beim Gewinn präsentierten die Walldorfer mit 1,62 Euro je Aktie aber trotzdem eine Überraschung von 11 Cent. Wachstumstreiber war die Cloud-Sparte mit einem Anstieg von 19 Prozent auf 5,61 Milliarden Euro. Um Wechselkursschwankungen bereinigte legten die Cloud-Erlöse sogar um 26 Prozent zu. Das zeigt, wie stark der schwache US-Dollar Unternehmen mit einem hohen US-Anteil an ihren Geschäften aktuell belastet.
Für 2026 zeigte sich SAP zwar zuversichtlich und stellte ein Cloudwachstum von bis zu 25 Prozent in Aussicht. Da jedoch der Backlog mit einem Anstieg von "nur" 16 Prozent auf 21,05 Milliarden Euro die Erwartungen enttäuscht hatte, gibt es unter den Marktteilnehmenden offenbar Zweifel daran, dass das angestrebte Wachstum tatsächlich erreicht werden kann.
Die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogrammes in Höhe von 10 Milliarden Euro über einen Zeitraum von 2 Jahren konnte Investoren jedenfalls nicht versöhnen. Nach einer schwachen Eröffnung beschleunigte sich der Abverkauf zu einem panischen Ausverkauf.
Aktie mit neuem Verkaufssignal, aber auch einer Rebound-Chance
Das ohnehin angeschlagene Chartbild hat sich dadurch weiter verschlechtert. Die in den vergangenen Tagen aufgegebene Unterstützung bei 200 Euro ist endgültig Geschichte. Die Aktie ist sogar unter die Aufwärtstrendlinie aus dem Jahr 2023 gefallen. Damit ist die seit einem Jahr anhaltende Konsolidierung eskaliert. Der tiefste Stand seit August 2024 bedeutet außerdem ein neues Mehrjahrestief und damit ein technisches Verkaufssignal.
Allerdings trägt der Kurseinbruch am Donnerstag alle Anzeichen einer Kapitulation. Schon zur Mittagszeit lag das gehandelte Volumen bei über 500 Prozent des Durchschnitts der vergangenen 3 Monate. Ungewöhnlich starke Kursbewegungen bei außergewöhnlich hoher Aktivität bedeuten oft nicht den Anfang, sondern das Ende eines bereits bestehenden Trends. Für eine solche Entwicklung liefert bei SAP der inzwischen stark überverkaufte Relative-Stärke-Index (RSI) ein Indiz. Dieser liegt sowohl auf Tages- als auch auf Wochenkursbasis bei 25 Zählern und damit deutlich unter der Schwelle von 30 Punkten.
Erstmal allerdings zeigt der MACD sowie die aufgegebene Aufwärtstrendlinie eine Verschärfung der Verkaufsdynamik an, sodass eine nachhaltige Stabilisierung erst im Bereich der Unterstützungen bei etwa 166 beziehungsweise 150 Euro einsetzen könnte.
Digitale Souveränität als Hoffnungsträger?
Aus fundamentaler Perspektive ist SAP kein günstiger Wert. Nach dem Kurseinbruch ist die Bewertung jedoch deutlich attraktiver geworden. Für 2026 steht ein erwartetes KGV von 28 zu Buche, während das EV/EBITDA-Verhältnis bei 16,5 liegt. Damit ist SAP zwar etwas teurer als der Branchendurchschnitt, aber günstiger als Rivale Oracle oder andere Cloudwerte wie Microsoft.
Ein Bewertungsaufschlag ist außerdem insofern gerechtfertigt, als dass SAP mit weitem Abstand Europas Nummer 1 im Cloud- und Softwarebereich ist. Gerade vor der an Fahrt gewinnenden Diskussion um sogenannte digitale Souveränität ist das ein unschätzbarer wirtschaftlicher und auch politischer Vorteil.
Fazit: Diese Kapitulation bietet auch eine Chance
Neben dem Bestreben nach digitaler Souveränität deutscher und europäischer Unternehmen verfügt die Aktie noch über andere Katalysatoren, die umgehend für ein Umdenken von Marktteilnehmenden sorgen könnten. Auf dem aktuellen Kursniveau wären Insiderkäufe nicht überraschend, die rasch das Vertrauen von Investoren in den Wert stärken könnten.
Auch die am Donnerstag noch zurückhaltenden Analystinnen und Analysten könnten in den kommenden Tagen zur Verteidigung von Europas Cloud-Champion herbeieilen und so für eine Erholung sorgen.
Schon vor dem Crash wurden die Aussichten der Walldorfer als gut bis sehr gut eingeschätzt: Das Kursziel lag bislang bei 274,80 Euro bei insgesamt 24 Empfehlungen zum Kaufen oder Übergewichten (von insgesamt 30). Ihre Kursziele dürften Experten zwar senken, angesichts des schon im Februar startenden Aktienrückkaufprogramms und der Wachstumsprognose dürften sie ihre Kaufempfehlungen jedoch bekräftigen. Eine Kurserholung erscheint damit nur eine Frage der Zeit.
Mit diesem Schein +124 Prozent bis Weihnachten möglich!
Anlegerinnen und Anleger mit dem Mut, die Käuferkapitulation und den scharfen Einbruch der Aktie am Donnerstag zu kaufen, können mithilfe des Discount-Optionsscheins PJ4R3Y noch viel mehr aus dem Earnings-Crash von SAP herausholen.
Aufgrund der hohen Volatilität und dem noch nicht gefundenen Boden sollte für Long-Positionen auf herkömmliche Optionsscheine und KO-Zertifikate verzichtet werden. Discount-Optionsscheine bieten demgegenüber den Vorteil, dass die hohe implizite Volatilität (und damit auch der Zeitwertverlust) weniger stark ins Gewicht fällt.
Gleichzeitig lassen sich hohe Hebel erzielen: Für den Maximalgewinn von 3,00 Euro genügt mit PJ4R3Y bereits eine Rückkehr der Aktie zur Kappungsgrenze bei 190 Euro. Für einen Kursanstieg der Aktie von rund 14 Prozent bietet der Discount-Call eine Rendite-Chance von fast 124 Prozent. Für Kurse zwischen dem Basispreis von 160 Euro und dem Cap von 190 Euro wird zum Laufzeitende ein anteiliger Auszahlungsbetrag fällig. Dieser lautet für einige beispielhafte Fälle wie folgt:

Doch Vorsicht: Sollte die Aktie zum Laufzeitende unter 160,00 Euro notieren, verfällt PJ4R3Y wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr! Daher sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn die SAP-Aktie weitere Unterstützungen reißen und noch wochenlang auf niedrigem Niveau verharren sollte.
Gastautor: Max Gross
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen.
Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.




