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Die Barrick Mining-Aktie erlebt turbulente Zeiten. Während der Goldpreis erstmals die magische 5.500-US-Dollar-Marke knackte und sogar auf 5.600 US-Dollar kletterte, schießt auch die Aktie des Goldproduzenten in die Höhe.
Analysten überbieten sich mit neuen Kurszielen, Scotiabank sieht sogar 63 US-Dollar als realistisch. Doch bei all der Euphorie mehren sich auch die Warnzeichen. Die Aktie notiert bereits im überkauften Bereich, und die Geschichte lehrt uns, dass auf steile Anstiege oft harte Korrekturen folgen. Anleger stehen vor der Frage: Ist jetzt noch Luft nach oben oder droht der große Rückschlag? Ein Blick auf die Zahlen, die Charttechnik und das Marktumfeld zeigt ein vielschichtiges Bild zwischen Chancen und Risiken.
Goldpreis-Rally befeuert Analysteneinstufungen
Die steigenden Kurse von Barrick Mining hängen direkt mit dem Goldpreis zusammen. Gold hat kürzlich die 5.500-US-Dollar-Marke geknackt. Die Ursachen sind klar erkennbar. In den USA wächst die Sorge vor einem neuen Shutdown, weil die Demokraten das Haushaltspaket blockieren. Dazu kommen weitere bekannte Faktoren wie weltweite politische Konflikte, stark steigende Staatsschulden und das anhaltende Interesse der Notenbanken, Gold zu kaufen. Ebenso kauft Tether einem Bericht zufolge zwischen 1 und 2 Tonnen Gold pro Woche. In diesem Umfeld erhöhten mehrere Banken ihre Kursziele für Barrick deutlich. Scotiabank hob ihr Ziel von 43 auf 63 US-Dollar an und bekräftigte die Kaufempfehlung. Canaccord Genuity zog für die kanadisch gelisteten Papiere von 70 auf 80 Kanadische-Dollar nach. Die Analysten begründen ihren Optimismus mit höheren Prognosen für Gold und Silber, was die Ertragsaussichten im Minensektor erheblich verbessert. Das Konsensrating lautet dementsprechend auf Kaufen, auch wenn einige Stimmen bereits Vorsicht anmahnen und vom aktuellen Niveau sogar Abwärtspotenzial sehen. Operativ präsentiert sich Barrick Mining durchaus solide. Das Unternehmen legte einen langwierigen Streit in Mali bei und erlangte die volle Kontrolle über den wichtigen Loulo-Gounkoto-Komplex zurück.

Charttechnik
Die charttechnische Lage der Barrick-Aktie zeigt ein Bild, das zwischen Euphorie und Überhitzung schwankt. Das Papier erreichte an der New Yorker Börse ein Intraday-Hoch von 53,29 US-Dollar. Der Aufwärtstrend ist intakt und wird durch die 50er- und 200er-Tage-Linie gestützt. Diese Stabilität signalisiert anhaltende Nachfrage und deutet darauf hin, dass Käufer bei Rücksetzern bereitstehen. Allerdings mehren sich die Anzeichen für eine Überhitzung. Der RSI-Indikator notiert bei deutlich über 80, was klar überkaufte Verhältnisse anzeigt. Auch die Barrick-Aktie selbst bewegt sich im überkauften Bereich. Charttechnisch orientierte Anleger sollten daher die Marke um 50,50 US-Dollar im Auge behalten, die als wichtige Unterstützungszone fungiert. Solange der Goldpreis über 5.300 US-Dollar je Unze bleibt, dürfte der technische Pfad nach oben gerichtet bleiben. Fällt Gold jedoch deutlicher zurück, könnte auch Barrick schnell unter Druck geraten. Das Potenzial für einen Rückschlag bis in den Bereich von 30 oder sogar 40 US-Dollar wächst mit jedem weiteren Kursanstieg, sollte der Goldpreis einbrechen. Die Volatilität dürfte in den kommenden Wochen hoch bleiben, zumal auch die Aussagen der US-Notenbank für zusätzliche Schwankungen sorgen können.
Was tun?
Die Barrick Mining-Aktie befindet sich in einer spannenden, aber auch riskanten Phase. Einerseits profitiert das Unternehmen massiv vom Rekordlauf des Goldpreises, hat operative Fortschritte in Mali erzielt und kann mit soliden Fundamentaldaten aufwarten. Die Quartalszahlen vom November zeigten einen deutlichen Gewinnanstieg, und für das Gesamtjahr 2025 erwarten Analysten weitere Steigerungen. Die Bewertung mit einem Forward-KGV von rund 10 erscheint im Branchenvergleich moderat. Andererseits häufen sich die Warnsignale. Die charttechnischen Indikatoren zeigen Überhitzung und das Rückschlagspotenzial wächst mit jedem US-Dollar, den die Aktie steigt. Sollte der Goldpreis korrigieren, dürfte die deutlich volatilere Minenaktie noch stärker fallen als das Edelmetall selbst. Für Neueinsteiger erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis aus heutiger Sicht nicht mehr optimal. Wer bereits investiert ist, könnte zumindest über Teilgewinnmitnahmen nachdenken und Stopp-Loss-Marken setzen. Eine neutrale bis leicht vorsichtige Haltung erscheint angebracht. Langfristig orientierte Anleger, die an dauerhaft hohe Goldpreise glauben, können engagiert bleiben, sollten aber die kommenden Quartalszahlen am 5. Februar genau studieren.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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