
© Foto: 2026 Novo Nordisk A/S
Die Novo Nordisk-Aktie steht vor einem entscheidenden charttechnischen Signal. Nach dem brutalen Absturz könnte sich das Blatt wenden. Der Kurs kämpft sich zurück, die wichtigen gleitenden Durchschnitte rücken zusammen.
Besonders interessant: Der 50-Tage-Durchschnitt nähert sich von unten dem 200-Tage-Durchschnitt. Durchstößt er ihn, entsteht das berühmte Golden Cross - ein klassisches Kaufsignal, auf das viele Anleger warten. Gleichzeitig läuft es operativ besser als gedacht. Die neue Wegovy-Pille kommt gut an, allein in der ersten vollen Verkaufswoche gab es über 18.000 Rezepte. Doch Analysten warnen vor Preisdruck, die Konkurrenz durch Eli Lilly wird härter. Kann Novo Nordisk die charttechnische Trendwende in nachhaltige Kursgewinne ummünzen?
Starke Erholung nach schwerem Einbruch
Novo Nordisk hat schwere Monate hinter sich. Der Aktienkurs stürzte von seinem Hoch im Sommer 2024 regelrecht ab. Im November 2025 markierte das Papier bei 35,75 seinen Tiefpunkt. Seither dreht die Stimmung. Der Kurs hat sich stabilisiert und notiert mittlerweile wieder knapp unter 400 Kronen, also rund 50 Euro. Die Erholung kommt nicht von ungefähr. Die FDA hat die orale Version von Wegovy zugelassen, eine Pille statt Spritze. Das öffnet neue Patientengruppen und sorgt für frischen Schwung. Die ersten Verkaufszahlen aus den USA übertreffen die Erwartungen deutlich. Allerdings gibt es weiterhin Unsicherheiten. Chairman Lars Rebien Sorensen warnte vor einem drohenden Preiskampf. Morningstar erwartet für 2026 einen Preisrückgang von über 20 Prozent beim wichtigen Wirkstoff Semaglutid. Das Analysehaus senkte sein Kursziel. Konkurrent Eli Lilly drängt mit seinen Präparaten Zepbound und Mounjaro aggressiv nach vorne. Novo Nordisk wehrt sich mit massiven Werbeausgaben. In den ersten neun Monaten 2025 flossen fast 500 Millionen Dollar in US-Werbung, mehr als das Doppelte von Eli Lilly. Am 4. Februar legt Novo Nordisk die Jahreszahlen vor. Investoren werden genau hinschauen, wie realistisch der Ausblick für 2026 ist.

Charttechnik
Aus charttechnischer Sicht wird es für die Bullen jetzt richtig interessant. Die Novo Nordisk-Aktie hat schon vor ein paar Wochen den 50er SMA überwunden. Ein erster junger Aufwärtstrend hat sich etabliert. Derzeit konsolidiert das Papier etwas, was nach der jüngsten Rally völlig normal ist. Entscheidend ist nun die 50-Tage-Linie. Sie fungiert als wichtige Unterstützung und darf möglichst nicht mehr unterschritten werden. Hält diese Marke, bleibt die positive Grundtendenz intakt. Das spannendste Signal steht aber noch bevor. Der 50-Tage-Durchschnitt nähert sich von unten dem 200-Tage-Durchschnitt. Die 200-Tage-Linie verläuft derzeit bei etwa 51 Euro. Durchstößt der 50er SMA den 200er SMA von unten, entsteht das Golden Cross. Dieses bullische Signal gilt als starkes Kaufsignal und lockt oft neue Käufer an. Ein stabiler Ausbruch würde massive neue Kaufsignale setzen. Die nächsten Wegmarken lägen dann bei 60 Euro, gefolgt von der 70er und 75er Marke. Mittelfristig wäre sogar ein Anstieg bis 80 Euro denkbar. Optimistische Szenarien sehen sogar Kurse um 90 und mehr Euro als möglich an, falls die positive Dynamik anhält.
Was tun?
Novo Nordisk steht an einem spannenden Punkt. Charttechnisch hat sich die Lage deutlich verbessert. Der Absturz ist vorerst gestoppt, ein neuer Aufwärtstrend etabliert sich. Das mögliche Golden Cross könnte der Aktie weiteren Schwung verleihen. Die Wegovy-Pille startet erfolgreich, das öffnet neue Absatzwege. Gleichzeitig steigt der Wettbewerbsdruck durch Eli Lilly spürbar. Die hohen Werbeausgaben belasten die Margen. Die Geschäftszahlen am 4. Februar werden wichtige Hinweise liefern. Morningstar geht von einem Umsatzrückgang von etwa 2 Prozent aus. Andererseits verfügt Novo Nordisk über einen breiten Wettbewerbsgraben im Diabetes- und Adipositas-Bereich. Die Bilanz ist solide, der freie Cashflow stark. Für risikobereite Anleger bietet sich hier eine interessante Chance. Wer auf die charttechnische Trendwende setzt, könnte schon jetzt mit einem Teil einsteigen. Bei einem erfolgreichen Ausbruch winken Kurse um 70 bis 80 Euro. Konservative Anleger warten besser die Quartalszahlen ab. Grundsätzlich bleibt Novo Nordisk ein Schwergewicht im boomenden GLP-1-Markt. Stoppkurs nicht vergessen!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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