
© Foto: fn Symbolbild
Die SAP-Aktie hat zuletzt einen brutalen Tag an der Börse erlebt. Trotz gestiegener Gewinne und solidem Umsatzwachstum brach der Kurs um über 18 Prozent ein und fiel zeitweise auf unter163 Euro. Das ist der tiefste Stand seit zwei Jahren. Der Grund für den Absturz liegt vor allem im Cloud-Geschäft, wo die Auftragszahlen die hohen Erwartungen der Anleger verfehlten. Doch wer genauer hinschaut, erkennt, dass die fundamentalen Daten stark sind, und der Konzern aus Walldorf vor einer vielversprechenden Zukunft steht. Besonders die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Cloud-Lösungen zeigt bereits Wirkung. Mehr als zwei Drittel der neuen Cloud-Verträge enthalten bereits KI-Funktionen. Die Nutzerzahlen des KI-Copiloten sind im vergangenen Jahr um das Neunfache gestiegen. Jetzt könnte sich eine attraktive Einstiegschance bieten, denn charttechnisch nähert sich die Aktie interessanten Unterstützungszonen. Wer gestaffelt einsteigt, kann vom erwarteten Rebound eventuell profitieren.
Fundamentale Stärke trotz Börsenturbulenzen
SAP hat im Geschäftsjahr 2025 solide Zahlen vorgelegt. Der Umsatz kletterte um acht Prozent auf 36,8 Milliarden Euro. Dabei machte der schwache Dollar dem Konzern zu schaffen und kostete sogar noch drei Prozentpunkte beim Wachstum. Das bereinigte operative Ergebnis schoss um beeindruckende 28 Prozent auf 10,4 Milliarden Euro nach oben. Diese Steigerung gelang vor allem durch Einsparungen aus dem Personalumbau. Der Nettogewinn verdoppelte sich mehr als auf 7,5 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatten Restrukturierungskosten noch massiv belastet. Für 2026 plant SAP weiter Gas zu geben. Der Produktumsatz mit Cloud-Software und klassischen Lizenzen soll währungsbereinigt um 12 bis 13 Prozent wachsen. Das reine Cloud-Geschäft dürfte sogar um 23 bis 25 Prozent zulegen. Zusätzlich kündigte der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm über zehn Milliarden Euro an, verteilt auf zwei Jahre. Davon fließen jährlich etwa 1,5 bis 2 Milliarden Euro in das aktienbasierte Vergütungssystem für Mitarbeiter, der Rest geht an die Aktionäre. Das Cloud-Geschäft bleibt der zentrale Wachstumstreiber. Der Current Cloud Backlog wuchs 2025 um 25 Prozent, verfehlte aber knapp die eigene Zielsetzung von 26 Prozent. Vorstandschef Christian Klein betont jedoch die Stärke der KI-Integration. SAP Business AI sei bereits in zwei Drittel der Cloud-Vertragsabschlüsse im vierten Quartal enthalten. Die Befürchtung, dass KI-Lösungen SAP-Produkte ersetzen könnten, weist Klein zurück. Im Gegenteil würden Aufträge gerade wegen der KI-Funktionen gewonnen, nicht verloren.
Charttechnik
Die SAP-Aktie befindet sich in einer kritischen Phase. Nach dem Sturz hat das Papier bereits 40 Prozent vom Rekordhoch vor knapp einem Jahr verloren. Charttechnisch könnte die Aktie noch weiter bis auf 140 bis 145 Euro fallen. Dort würde eine 50-prozentige Korrektur vom Hoch erreicht sein. Bei 150 Euro liegt bereits eine wichtige Unterstützungszone. Wer langfristig denkt, könnte gestaffelte Käufe nach unten erwägen. Die charttechnische Lage ist angespannt, bietet aber gerade deshalb Chancen. Sobald sich der Boden gebildet hat, ist ein Rebound in Richtung 180 bis 190 Euro durchaus realistisch. Die Volatilität im Software-Sektor ist aktuell hoch. Investoren ziehen Geld aus Software-Titeln ab und stecken es in Halbleiter- und KI-Infrastrukturaktien oder eben andere Werte. Das drückt auch Konkurrenten wie Salesforce und Oracle. Doch diese Rotation dürfte nicht ewig andauern.

Was tun?
Die Fundamentaldaten sprechen eine deutliche Sprache. Der Konzern wächst profitabel, baut seine Marktposition im Cloud-Geschäft aus und integriert erfolgreich KI in seine Produkte. Das massive Aktienrückkaufprogramm zeigt das Vertrauen des Managements in die eigene Stärke. Die aktuellen Kursverluste sind höchstwahrscheinlich übertrieben und spiegeln eher die allgemeine Skepsis gegenüber Software-Werten wider als eine echte Schwäche von SAP. Charttechnisch nähert sich die Aktie bei weiterer Schwäche interessanten Unterstützungsbereichen. Bei 150 Euro findet sie bereits Halt, ein weiterer Rückgang bis 140 bis 145 Euro wäre möglich, aber dann sollte doch der Boden mal erreicht sein. Wer geduldig wartet und gestaffelt einsteigt, kann von einer Erholung profitieren. Ein Rebound in Richtung 180 bis 190 Euro erscheint mittelfristig durchaus realistisch. Für langfristig orientierte Anleger bietet sich bei 150 Euro und darunter eine attraktive Einstiegschance. Die Bewertung ist nach dem Kursrutsch deutlich attraktiver geworden. Wer Geduld mitbringt und an die Cloud-Strategie sowie die KI-Integration glaubt, kann schrittweise Positionen aufbauen. Wichtig ist dabei, nicht alles auf einmal zu investieren, sondern gestaffelt zu kaufen, falls die Aktie doch noch weiter nachgibt. So lässt sich der Einstandskurs optimieren und das Risiko streuen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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