UNTERFÖHRING (dpa-AFX) - Der kriselnde Medienkonzern ProSiebenSat.1 hat im abgelaufenen Jahr aufgrund des anhaltend schwachen TV-Werbemarktes noch weniger verdient als befürchtet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) belaufe sich auf Basis vorläufiger Zahlen voraussichtlich auf 405 Millionen Euro, teilte das im SDax notierte Unternehmen bereits am Montagabend in Unterföhring mit.
Mitte November hatte das zum italienischen MFE-Konzern gehörende Unternehmen seine Erwartungen am oberen Ende der Prognosespanne um 20 Millionen Euro auf 420 bis 450 Millionen gesenkt. Nun wurde nicht einmal das untere Ende erreicht. Im Vorjahr hatte der Konzern noch 557 Millionen Euro operativen Gewinn verbucht. An der Börse kam dies schlecht an.
Der Aktienkurs fiel am Dienstagvormittag um mehr als zwei Prozent auf 4,99 Euro. Ende August 2025 hatten ProSiebenSat.1-Papiere im Zuge der Mehrheitsübernahme durch die italienische Medienholding Media for Europe (MFE) noch einen Höchststand seit Sommer 2023 erreicht. Seither ging es um gut vierzig Prozent nach unten.
Die Ergebnisentwicklung reflektiere das herausfordernde Marktumfeld in Deutschland, hieß es in der Mitteilung des Unternehmens weiter. Es sei weiterhin durch einen branchenweiten Rückgang der Investitionen in TV-Werbung geprägt. Dies habe auch im vierten Quartal belastet, dem für das Unternehmen wichtigsten Quartal.
Der Umsatz sank auch daher im Gesamtjahr um gut sechs Prozent auf 3,68 Milliarden Euro und damit deutlicher als von Experten erwartet. Angepeilt war vom Unternehmen eine Spanne von 3,65 bis 3,80 Milliarden Euro. Organisch - also bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen - lag das Minus bei zwei Prozent. Gesunken sei indes die Netto-Finanzverschuldung, und zwar von 1,51 auf 1,34 Milliarden Euro. Das gesamte Zahlenwerk will ProSiebenSat.1 am 26. März vorstellen.
Im Oktober hatte der Berlusconi-Konzern MFE als neuer Mehrheitseigentümer von ProSiebenSat.1 das Spitzenmanagement der Senderkette direkt ausgetauscht. Marco Giordani, zuvor MFE-Finanzvorstand, übernahm den Chefposten von Bert Habets. MFE besitzt auch Fernsehketten in Italien und in Spanien. Geplant ist der Ausbau zu einem europäischen Verbund./err/mis/stk




