Exasol gehört zu den Software-Unternehmen, die lange unter dem Radar liefen - damit könnte bald Schluss ein. Das börsennotierte Unternehmen bietet extrem schnelle Datenbanken an. "Wir sind fünf- bis zehnmal schneller als die Konkurrenten - und das unabhängig von der Datenmenge", erklärt CFO Jan-Dirk Henrich im Interview bei FINANCE TV. Hinzu komme eine selten gewordene Flexibilität: On-Premise, Private Cloud oder Public Cloud. 2020 ist Exasol an die Börse gegangen. Kurz darauf erreichte die Aktie ihr Allzeithoch von 27 Euro - doch das ist lange vorbei. Seit mehreren Jahren stagniert das Papier bei rund 3 Euro. Der Grund: Nach dem IPO folgte eine ambitionierte, letztlich zu teure Expansion in den USA. Das Unternehmen habe sich sehr viel vorgenommen und ein paar Faktoren falsch eingeschätzt, räumt Henrich ein. 2021 stand ein Verlust von fast 30 Millionen Euro zu Buche. Die Konsequenz: Kosten runter, Cashburn stoppen, Strategie schärfen. Heute fokussiert sich Exasol auf regulierte Branchen wie Finanzindustrie, Gesundheitswesen, öffentliche Hand und Telekommunikation. "Dort ist Datensouveränität kein Buzzword, sondern Pflicht." Operativ zeigt der Kurswechsel Wirkung: Der Umsatz stieg 2025 auf knapp 42 Millionen Euro, das Ebitda auf über 4 Millionen Euro, 2024 war Exasol erstmals seit dem Börsengang profitabel. Trotzdem bleibt die Aktie träge. Einer der Gründe: fehlendes Wachstum bei den wiederkehrenden Umsätzen. Henrich spricht offen von einer "Talsohle beim Churn", die nun durchschritten sei. Ziel sei es, wieder ins Netto-Wachstum zu kommen - unter anderem durch Referenzkunden wie LBBW oder Finanz Informatik sowie die Partnerschaft mit MariaDB. Seine Botschaft an Investoren ist klar: "All pieces are in place." Warum das Thema Cloud gerade jetzt an Bedeutung gewinnen könnte, wie KI das Geschäft von Exasol verändert und wann die Aktie ihr großes Comeback feiert - mehr dazu im Interview bei FINANCE TV.




