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Der Windkraftanlagenbauer Nordex geht mit einer beeindruckenden Auftragsflut ins Jahr 2026. Über 220 Megawatt an neuen Projekten aus Großbritannien, der Türkei und Litauen füllen die Auftragsbücher und sorgen für frische Fantasie am Markt inklusive langfristigen Serviceverträgen, die wiederkehrende Einnahmen über Jahre hinweg garantieren.
Gleichzeitig meldet der dänische Branchenriese Oersted solide Zahlen für 2025 und plant die Wiederaufnahme der Dividende. Das signalisiert: Der gesamte Windkraftsektor gewinnt an Dynamik. Für Nordex bedeutet das nicht nur volle Bücher, sondern auch einen psychologischen Schub. Wenn selbst die Großen wie Oersted wieder auf Wachstumskurs schwenken, profitieren auch spezialisierte Anbieter wie Nordex. Die Frage ist jetzt: Wie weit kann die Aktie noch laufen? Und sollten Anleger jetzt noch einsteigen oder erst einmal abwarten?
Gute Auftragslage
Nordex zeigt in 2026, dass die Auftragspipeline prall gefüllt ist. Aus Großbritannien kommt ein besonders dickes Paket: 14 Turbinen der neuesten Generation mit einer Gesamtleistung von über 90 Megawatt. Der Bau läuft bereits, die Fertigstellung ist für 2028 geplant. Auch die Türkei meldet sich zurück. Mehrere Projekte und Erweiterungen bestehender Windparks summieren sich auf 78 Megawatt. Nordex setzt dort erstmals einen neuen Turbinentyp ein. Das zeigt, dass das Unternehmen technologisch am Puls der Zeit bleibt und seine Produktpalette gezielt weiterentwickelt. Im Baltikum entsteht derweil ein moderner Windpark in Litauen. Hier kommt spezielle Kältetechnik mit Anti-Eis-Systemen zum Einsatz, um den Betrieb auch bei extremen Bedingungen sicherzustellen. Baustart ist 2027, Inbetriebnahme ein Jahr später. Alle Aufträge bringen zusätzliche Service- und Wartungsverträge mit. Genau diese wiederkehrenden Einnahmen sind es, die den Markt elektrisieren. Nordex verkauft nicht nur Turbinen, sondern sichert sich langfristige Erlösströme.
Oersted zeigt, dass der Sektor liefert
Die Zahlen von Oersted kommen zur rechten Zeit. Der dänische Offshore-Spezialist hat 2025 ein operatives Ergebnis von rund 25,1 Milliarden Dänischen Kronen erzielt und damit die Prognosen erfüllt. Die Verschuldung wurde deutlich gesenkt, die Bilanz stabilisiert. Für 2026 peilt Oersted ein noch höheres Ergebnis an und will die ausgesetzte Dividende wieder einführen. Das Signal ist klar: Die Windkraftbranche hat die schwierige Phase hinter sich gelassen. Auch in den USA läuft es wieder besser. Nach juristischen Erfolgen konnten die Großprojekte Revolution Wind und Sunrise Wind fortgesetzt werden. Insgesamt arbeitet Oersted an einer Pipeline von 8,1 Gigawatt im Bau. Für Nordex bedeutet das indirekt Rückenwind. Wenn die großen Player wieder Vertrauen ausstrahlen und investieren, profitiert die gesamte Lieferkette. Zudem dürften erneuerbare Energien 2026 erstmals Kohle als größte Stromquelle weltweit ablösen. Das Umfeld stimmt also. Nordex kann sich auf eine steigende Nachfrage einstellen, während die Konkurrenz weiter unter Druck steht. Die Fokussierung auf Onshore-Windkraft zahlt sich aus. Während andere Hersteller mit teuren Offshore-Projekten kämpfen, bleibt Nordex bei seinem bewährten Geschäftsmodell und kann flexibel auf Marktveränderungen reagieren.

Charttechnik
Die Nordex-Aktie hat ein weiteres Mehrjahreshoch erklommen und zeigt damit technische Stärke. Der Aufwärtstrend ist intakt, und die steigenden Umsätze beim Kursanstieg deuten auf reges und nachhaltiges Kaufinteresse auch auf diesem Kursniveau hin. Wichtige Unterstützungen (29 Euro und 26 Euro) liegen im Bereich der letzten Konsolidierungszonen, während nach oben hin trotzdem noch Luft ist. Die gleitenden Durchschnitte verlaufen positiv und der Kurs notiert deutlich darüber. Das bedeutet, dass der Trend absolut intakt ist und Rücksetzer positiv sind und auch gerne von Käufern genutzt werden. Der RSI deutet mit 81 eine Überkauftheit an, aber auch einen starken Trend mit steigender Dynamik.
Was tun?
Nordex liefert eine überzeugende Mischung aus starker Auftragslage, technologischer Weiterentwicklung und wiederkehrenden Serviceerlösen. Die Zahlen von Oersted zeigen zudem, dass der gesamte Sektor wieder Fahrt aufnimmt. Charttechnisch ist die Aktie in einer Top-Verfassung, der Trend ungebrochen. Fundamental stimmt die Richtung. Wer bereits investiert ist, kann entspannt bleiben. Die Auftragsbücher sind voll, die Serviceverträge bringen Stabilität. Für Neueinsteiger bieten sich bei Rücksetzern interessante Einstiegschancen. Allerdings sollte man bedenken, dass die Windkraftbranche zyklisch bleibt und politische Rahmenbedingungen eine Rolle spielen. Eine erste Position aufzubauen oder bestehende Positionen zu halten erscheint durchaus sinnvoll. Stopp-Loss-Marken sollten natürlich das Risiko absichern.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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