
© Foto: Dmitry Timofeew auf Unsplash (Symbolbild)
Die BMW-Aktie könnten schon bald unter Druck geraten. Der Münchner Autobauer kämpft gleich an mehreren Fronten. Nach Mercedes gerät nun auch BMW ins Visier kritischer Analysten. Parallel dazu erschüttert ein massiver Rückruf das Vertrauen der Anleger. Mehr als 87.000 Fahrzeuge müssen wegen Brandgefahr in die Werkstätten. Es ist bereits die dritte Rückrufaktion dieser Art innerhalb weniger Monate. Die Kombination aus operativen Schwächen und Qualitätsproblemen wirft Fragen auf. Können die Bayern die Kurve noch kriegen? Oder droht ein längerer Abwärtstrend?
Operative Enttäuschung im vierten Quartal
BMW hat mit seinen vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal 2025 die Erwartungen deutlich verfehlt. Der sogenannte Pre-Close-Call signalisierte ein operatives Autoergebnis, das klar unter den Marktprognosen lag. Jefferies stuft BMW nur mit einem "Hold" ein. Die Meinungen sind dennoch gespalten. Die offiziellen Quartalszahlen werden am 12. März 2026 präsentiert. Bis dahin bleibt Unsicherheit. Die Nervosität am Markt ist spürbar. Andere Autobauer wie Mercedes haben ebenfalls Probleme und dies könnte auch BMW weiter belasten und Druck auf die Aktie ausüben.
Serienprobleme bei Anlassern
Parallel zu den schwachen Geschäftszahlen belastet ein erneuter Rückruf das Image von BMW. Diesmal sind mehr als 87.000 Fahrzeuge weltweit betroffen. Allein in Deutschland müssen 28.582 Autos zurück in die Werkstatt. Der Grund ist ein defekter Anlasser. Das Bauteil kann sich vorzeitig abnutzen und im schlimmsten Fall einen Brand auslösen. BMW betont, dass bislang keine Unfälle oder Verletzten gemeldet wurden. Die Reparatur erfolgt für Kunden kostenlos. Doch die Wiederholung ist das eigentliche Problem. Bereits im Oktober mussten rund 145.000 Fahrzeuge wegen ähnlicher Mängel zurückgerufen werden. Davor waren es sogar 200.000 Einheiten. Der Anlasser entwickelt sich zum Dauerthema. Das wirft Fragen zur Qualitätskontrolle auf. Rückrufe kosten nicht nur Geld. Sie kratzen auch am Ruf einer Premiummarke.

Charttechnik
Die BMW-Aktie bewegt sich seit Wochen in einem Seitwärtstrend. Vom 52-Wochen-Hoch Anfang Dezember bei rund 97 Euro ist die Aktie zurückgekommen. Aktuell notiert das Papier bei 87,50 Euro. Das entspricht einem Minus von mehr als 10 Prozent gegenüber dem Jahreshoch. Der Abwärtsdruck hat sich seit Jahresbeginn sogar ein klein wenig verstärkt. Auch dort steht ein Minus zu Buche. Die Unterstützungsmarke bei 87 Euro wurde zwischenzeitlich getestet. Fällt diese Marke nachhaltig, könnte weiteres Abwärtspotenzial bis zur 80-Euro-Marke entstehen. Der gleitende 50-Tage-Durchschnitt liegt aktuell über dem Kurs. Der 200er SMA hingegen noch darunter. Das ist ein erstestechnisches Warnsignal. Erst ein Ausbruch über die 92-Euro-Marke würde wieder Entspannung bringen. Bis dahin bleibt die technische Lage angespannt.
Was tun?
BMW steckt in einer schwierigen Phase. Die operativen Zahlen enttäuschen. Die Rückrufaktionen belasten Image und Bilanz. Die Charttechnik zeigt Schwäche. Die Bewertung ist im Branchenvergleich aber moderat. Das KGV liegt im einstelligen Bereich. Die Dividendenrendite ist attraktiv. Langfristig orientierte Anleger könnten die aktuelle Schwäche noch als Einstiegschance sehen. Doch kurzfristig bleiben die Risiken bestehen. Wer bereits investiert ist, könnte die Position kritisch prüfen. Ein Stopp-Loss bei 85 Euro könnte Verluste begrenzen. Neueinsteiger warten vielleicht besser die offizielle Zahlenvorlage ab. Erst dann lässt sich einschätzen, ob BMW die Probleme in den Griff bekommt. Abwarten und beobachten. Die Lage ist derzeit zu unübersichtlich für klare Kaufsignale.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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