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Dr. Christoph Bruns (LOYS AG): 20 Jahre LOYS Philosophie Bruns

12.02.2026 -

In der schnelllebigen und wechselhaften Finanzbranche fällt es auf, wenn ein Aktienfonds durch Kontinuität und Prinzipienfestigkeit seinen Weg geht. Dies ist der Fall bei unseren LOYS Philosophie Bruns Fonds, der am 6. Februar 2026 zwanzig Jahre alt wird.

Schwangerschaft und Geburt des LOYS Philosophie Bruns waren aber keineswegs unkompliziert. Seinerzeit war es das Ziel der LOYS AG, einen Wertpapierfonds aufzulegen, der möglichst viele Freiheiten besitzt. Als Modell wurde damals durchaus die Vorgehensweise von Warren Buffett, der Investmentlegende aus dem amerikanischen Omaha in Nebraska, in Erwägung gezogen. Buffetts Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway ist insbesondere von den Gewichtungsvorschriften befreit, die der Gesetzgeber für Publikumsfonds gesetzlich verankert hat. Gleichwohl fiel die Wahl des rechtlichen Mantels auf ein Hedgefondskonstrukt, welches von der Regierung Schröder / Fischer nach Jahrzehnten staatlich verordneter Unmündigkeit schließlich im deutschen Investmentrecht platziert wurde. Der Vorteil des Hedgefondsmantels bestand darin, alle nur erdenklichen Freiheitsgerade mit sich zu bringen. Für einen aktiven Manager, der sehr bewusst Positionen auswählt, war das eine konsequente Entscheidung. Unter dem Namen LOYS Global MH (MH stand für die Kapitalverwaltungsgesellschaft, damals die Frankfurter Tochter der schwedischen Enskilda Bank) nahm der Fonds am 6. Februar 2006 seine Geschäfte auf. Erstinvestor war der Autor dieser Zeilen.

Aus Sicht der Vertriebskollegen erwies sich der Hedgefondsmantel jedoch als Hemmschuh, denn die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Dokumentationspflichten nebst den geforderten Risikohinweisen ließen die sich ganz überwiegend risikoscheu dünkenden deutschen Interessenten Distanz halten. Es musste etwa in den Verkaufsunterlagen der deutlich sichtbare schriftliche Hinweis angebracht werden, dass man mit diesem Fonds sein gesamtes Kapital verlieren könne. Solche Hinweise sind unnötig, weil dergleichen bekanntlich für nahezu alle Anlageprodukte gilt und es ohnehin klüger wäre, Kapitalanlage eher ökonomisch als juristisch zu betrachten. Während der amerikanischen Subprime-Krise in den Jahren 2007 ff. erlebte der Staat, was es mit Risiken auf sich hat. Etliche staatliche deutsche Landesbanken erlitten hohe Verluste und mussten abgewickelt werden. Andere Institute mussten mit Steuermitteln gerettet werden. Später wiederholte sich das gleiche Schauspiel bei jenen staatlichen Landesbanken, die sich bei der Schiffsfinanzierung viel zu sehr ins Risiko vorgewagt hatten.

Der LOYS Global MH überstand diese Krisen souverän, denn er hatte seine Investitionen auf unterbewertete Aktien konzentriert und die Krise konsequent für Zukäufe bei preisverfallenen Qualitätsaktien genutzt. Selbige waren zwar den üblichen Schwankungen der Kapitalmärkte ausgesetzt, besaßen angesichts der konservativen Auswahl aber kein dauerhaftes Kapitalausfallrisiko. Dazu wurde überdies die bewusst und international praktizierte Streuung der Anlagen breit und damit klug betrieben.

Weil sich aber der Hedgefondsmantel, der zwar inhaltlich überzeugend, nicht aber vertrieblich vorteilhaft war, als problematisch bei der deutschen Klientel erwies, wurde er und die Kapitalverwaltungsgesellschaft zugunsten eines Publikumsaktienfondsmantels ausgetauscht. Einmal mehr ist aber zu sagen, dass nicht Kleider Leute machen, sondern umgekehrt der Blick auf ökonomische Inhalte entscheidend für den Anlageerfolg ist. Tatsächlich war der LOYS Philosophie Bruns von Anfang an - gemessen an den getätigten Investitionen - ein Aktienfonds. Insofern ist es eher von historischem Interesse, dass der LOYS Philosophie Bruns heute rechtlich betrachtet ein Mischfonds ist, so dass ihm auch Anlagen etwa in Anleihen offenstehen. Spannender ist dagegen die Umbenennung des ehemaligen LOYS Global MH in LOYS Philosophie Bruns. Damit ist nämlich für jeden Anleger erkennbar, wofür der Fonds steht. Denn der Fondsmanager war nicht nur Erstinvestor in dem Fonds, sondern war und ist auch sein größter Anleger. Und dem ist dessen Engagement in dem Fonds gut bekommen, denn in den zwanzig Jahren seines Bestehens hat der LOYS Philosophie Bruns mehr als 320 % Zuwachs nach Fondskosten eingefahren. Damit steht eine durchschnittliche jährliche Wertentwicklung von ca. 7,5 % nach Fondskosten zu Buche. Obendrein konnte der Fonds zuletzt einen Prädikatsjahrgang vermelden und der Jahresstart in 2026 sieht ebenfalls sehr erfreulich aus. In einer Welt, die von Fortunas Wankelmut geprägt ist, nimmt sich die Prinzipienfestigkeit und die Kontinuität des LOYS Philosophie äußerst wohltuend aus.

© 2026 Asset Standard
Tech-Aktien schwanken – 3 Versorger mit Rückenwind
Die Stimmung an den Märkten hat sich grundlegend gedreht. Während Tech- und KI-Werte zunehmend mit Volatilität und Bewertungsrisiken kämpfen, erleben klassische Versorger ein unerwartetes Comeback. Laut IEA und EIA steigt der globale Strombedarf strukturell weiter, nicht nur wegen E-Mobilität und Wärmepumpen, sondern vor allem durch energiehungrige KI-Rechenzentren. Energie wird damit zur zentralen Infrastruktur des digitalen Zeitalters.

Gleichzeitig rücken in unsicheren Marktphasen stabile Cashflows, solide Bilanzen und regulierte Renditen wieder stärker in den Fokus. Genau hier spielen Versorger ihre Stärken aus: berechenbare Erträge, robuste Nachfrage und hohe Dividenden – Qualitäten, die vielen Wachstumswerten aktuell fehlen.

Nach Jahren im Schatten der Tech-Rallye steigt nun das Interesse an Unternehmen, die Stabilität mit langfristigen Wachstumsthemen wie Netzausbau, Dekarbonisierung und erneuerbaren Energien verbinden.

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