
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Im Übernahme-Poker um Warner Bros. Discovery könnte es zu einer spektakulären Wende kommen. Die schwer angeschlagene Netflix-Aktie könnte davon profitieren.
Netflix vor Mega-Übernahme: Der 83-Milliarden-Deal, den niemand will!
In der Medienbranche herrscht eine der größten Übernahmeschlachten der Finanzgeschichte. Der Streaming-Dienstleister und Branchenprimus Netflix will seinen Mitbewerber Warner Bros. Discovery übernehmen.
Neben den bereits bestehenden Kundinnen und Kunden hat es Netflix vor allem auf die umfangreiche Content-Bibliothek mit starken Franchises wie Harry Potter, Herr der Ringe und DC Comics (Batman, Superman) abgesehen. Eine Übernahme würde den Abstand zu Konkurrenten und ihren Inhalten noch einmal erheblich vergrößern.
Doch am Aktienmarkt kommt die 83 Milliarden US-Dollar schwere Offerte bislang überhaupt nicht gut an, denn neben reichweitenstarken Inhalten würde sich Netflix auch den gigantischen Schuldenberg des Unternehmens, den Warner Bros. Discovery bei seinem Spin-Off von AT&T aufgebrummt bekommen hat, ins Boot holen. Zuletzt lagen die Nettoverbindlichkeiten bei 29,2 Milliarden US-Dollar.
Seit ihrem Allzeithoch im Juni vergangenen Jahres hat die Netflix-Aktie rund 40 Prozent ihres Werts verloren - und das trotz einer stabilen Geschäftsentwicklung und hoher Cashflows.
Erhält nun doch Paramount Skydance den Zuschlag?
Möglicherweise platzt der Deal allerdings noch. Obwohl Konkurrent Paramount Skydance mit 108 Milliarden US-Dollar das höhere Gebot abgegeben hat, wollte Warner trotz des Widerstands einzelner Investoren bislang das Angebot von Netflix annehmen.
Am Wochenende scheint jedoch ein Umdenken stattgefunden zu haben. Nachdem Paramount in der vergangenen Woche angekündigt hatte, auch die fällige Vertragsstrafe zu übernehmen, sollte das Angebot von Netflix abgelehnt werden, sollen Berichten des Finanznachrichtendienstleisters Bloomberg zufolge nun doch Verwaltungsratsmitglieder von Warner Bros. Discovery einen Verkauf an Paramount Skydance bevorzugen. Der Rücktritt vom Deal könnte für die verlustgeplagte Netflix-Aktie somit zum Befreiungsschlag werden!
Aus technischer Perspektive stehen die Zeichen zwar aktuell nicht zum Besten, doch die Unternehmensbewertung wäre ohne den teuren Deal attraktiv für einen Einstieg.

Netflix im freien Fall: Das hat richtig wehgetan
Übergeordnet befindet sich die Netflix-Aktie in einem mehrjährigen Aufwärtstrend. Nach bearishen Divergenzen in den technischen Indikatoren und einem Allzeithoch bei rund 134 US-Dollar setzte allerdings eine Trendwende ein, die durch den teuren Übernahme-Poker verschärft wurde. Dadurch haben die Anteile zahlreiche Unterstützungen aufgegeben.
Im Dezember kam es in den gleitenden Durchschnitten außerdem zu einem Death Cross und damit einem technischen Verkaufssignal, welches an Abverkauf weiter beschleunigt hat. Dieser ist am steileren der beiden Abwärtstrendkanäle zu erkennen. In der vergangenen Woche fiel die Aktie schließlich unter die Unterstützung bei 80 US-Dollar. Damit wurde der tiefste Stand seit Oktober 2024 erreicht. Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als Verkaufssignale.
Die Abwärtstrends in den technischen Indikatoren RSI und MACD zeigen, dass die Talfahrt der Aktie bislang bestätigt wurde. Das sorgt für eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass dem Verkaufssignal weitere Verluste folgen könnten. Aus charttechnischer Perspektive ist die erste zaghafte bullishe Divergenz im überverkauften RSI bislang der einzige Hoffnungsschimmer. Sollte es zu einer Erholung kommen, besteht Potenzial zunächst bis rund 90 US-Dollar, wo auch die 50-Tage-Linie verläuft. Für Kurse unterhalb der Unterstützung bei 70 US-Dollar würde es richtig finster werden. Dann könnte der Aktie ein Crash ähnlich dem von 2021/22 bevorstehen, als die Aktie mehr als 75 Prozent verloren hat.
Bewertung nach Talfahrt attraktiv, günstiges Gewinnwachstum
Aus fundamentaler Perspektive ist das Papier längst wieder interessant geworden für den Fall, dass eine teure Übernahme mit hohen Schulden ausbleibt. Für das laufende Geschäftsjahr ist Netflix mit einem KGVe von 24,6 bewertet. Das liegt um 35,5 Prozent unter dem 5-Jahres-Mittel von 38,1. Gleichzeitig ist das Unternehmenswachstum aktuell sehr günstig zu haben. Das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis (PEG) liegt bei 1,13. Ein Wert unter 1 gilt bereits als sehr günstig.
Seine lange große Schwäche, geringe Cashflows, hat Netflix längst wettmachen können. Ein Kurs-Cashflow-Verhältnis von 27,5 (Cashflow-Rendite: 3,6 Prozent) ist zwar weiter verbesserungsbedürftig, liegt allerdings meilenweit unter der historischen Norm von 137,5. Die gesteigerten Mittelzuflüsse haben außerdem dazu beigetragen, dass die liquiden Reserven (9,1 Milliarden US-Dollar) gestiegen und gleichzeitig die langfristigen Verbindlichkeiten (13,5 Milliarden US-Dollar) gesunken sind.
Diese Fortschritte wollen Investoren nicht durch eine teure Übernahme mit operativ (und regulatorisch) ungewissem Ausgang gefährdet sehen, was den scharfen Rückgang der Aktie in den vergangenen Wochen und Monaten erklärt. Sollte außerdem nun doch Paramount Skydance den Zuschlag erhalten und Netflix die Breakup-Fee von 2,8 Milliarden US-Dollar erhalten, würden sich die finanziellen Möglichkeiten von Netflix weiter verbessern.
Fazit: Scheitert der Deal, geht Netflix steil!
Die Netflix-Aktie ist zuletzt stark unter Druck geraten. Neben dem allgemeinen Sell-Off von Technologie- und Wachstumswerten hat das vom Markt als zu teuer betrachtete Angebot für Mitbewerber Warner Bros. Discovery das Sentiment belastet.
Nun aber hat sich für Netflix doch noch einmal die Tür geöffnet, vom Deal zurückzutreten, ohne die Vertragsstrafe von 5,8 Milliarden US-Dollar zahlen zu müssen - hierfür müsste Warner das ohnehin höhere Angebot von Paramount Skydance annehmen, wofür es offenbar eine wachsende Zahl an Befürworterinnen und Befürwortern gibt.
Netflix ohne Warner-Übernahme bietet aus fundamentaler Perspektive eine ganz klare Einstiegschance. Die Bewertung ist so günstig wie lange nicht, insbesondere das fortgesetzte Gewinnwachstum gibt es aktuell zu einem attraktiven Kurs. Das Chartbild ist zwar äußerst schwach, dürfte aber keine Rolle spielen, sollte Netflix tatsächlich vom Deal zurücktreten (können). Damit liegt eine spekulative Einstiegschance vor.
Chance auf +114,9 Prozent - nur +10,4 Prozent bei der Aktie nötig
Anlegerinnen und Anleger, welche diese Chance bestmöglich nutzen wollen, können das mithilfe des Discount-Optionsscheins MM9J5H tun. Dieser bietet einen maximalen Auszahlungsbetrag von 0,84 Euro und damit bis zu +104,9 Prozent, wenn Netflix bis zum Laufzeitende auf oder über die Kappungsgrenze (Cap) von 85,00 US-Dollar klettert.
Für Kurse zwischen dem Basispreis von 75 US-Dollar und dem Cap gibt es spätestens zur Fälligkeit eine anteilige Auszahlung. Diese lautet für einige beispielhafte Fälle wie folgt:

Doch Vorsicht: Sollte die Aktie zum Laufzeitende unter 75,00 US-Dollar notieren, verfällt MM9J5H wertlos. Es besteht also Totalverlustgefahr! Daher sollte die Position vorzeitig verkauft und der Restwert gesichert werden, wenn Netflix nachhaltig (also mindestens auf Wochenschlusskursbasis) unter die bei 70 US-Dollar verlaufende Unterstützung fällt.
Gastautor: Max Gross
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