Belgrad - Nach Albanien zeigt sich auch Serbien offen dafür, vor einem EU-Beitritt notfalls auf das Vetorecht zu verzichten.
"Für Serbien ist eine Mitgliedschaft in der EU ohne Vetorecht akzeptabel", sagte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic der FAZ. "Der wichtigste Aspekt für uns ist der Binnenmarkt sowie der freie Verkehr von Waren, Personen und Kapital. Dies sind zentrale Werte, die wir durch eine Mitgliedschaft in der EU erreichen wollen." Vucic schloss sich damit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama an, der mehrmals beteuert hat, sein Land würde bei einer Aufnahme in die EU auf das jedem Mitgliedstaat zustehende Vetorecht verzichten.
In Deutschland setzt sich unter anderem Anton Hofreiter (Grüne) für die Idee einer EU-Erweiterung ohne Vetorechte ein. Der Vorsitzende des Ausschusses für EU-Angelegenheiten im Bundestag sagte der FAZ mit Blick auf die Haltung Frankreichs und anderer EU-Staaten: "Solange das Veto formal da ist, haben wir keine Chance auf Erweiterung." In den Kandidatenländern gebe es Verständnis für die Idee. Nach außen gebe es zwar Regierungen, "die das mit Abscheu und Empörung zurückweisen". Unter vier Augen sei das anders. Die Alternative zu einem Veto-Verzicht sei, "dass diese Länder gar nicht Mitglied der EU werden".
Auch der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Adis Ahmetovic, zeigte sich offen für diesen Weg. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges sei die sicherheitspolitische Bedeutung "einer verbindlichen Beitrittsperspektive für die Region weiter gewachsen". Es brauche Pragmatismus und Kreativität, um die sechs Länder des westlichen Balkans, die Ziel externer Einflussnahme seien, in die EU aufzunehmen. "Dabei kann der Verzicht auf das Vetorecht ein Kompromiss sein zur Beschleunigung der Aufnahme", sagte Ahmetovic der FAZ.
EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos widersprach: "Jede Erweiterung muss Europa stärken und darf die Handlungsfähigkeit der EU nicht einschränken", sagte sie der FAZ. "Wer sich jedoch an alle EU-Regeln hält, sollte keine Nachteile haben. Die EU-Verträge sehen keine Mitgliedschaft zweiter Klasse vor."
Das Auswärtige Amt äußerte sich zurückhaltend. Priorität für einen zügigen EU-Beitritt bleibe "die vollumfängliche Übernahme des EU-Acquis im Einklang mit den Kopenhagener Kriterien", hieß es aus Berlin.
"Für Serbien ist eine Mitgliedschaft in der EU ohne Vetorecht akzeptabel", sagte Serbiens Präsident Aleksandar Vucic der FAZ. "Der wichtigste Aspekt für uns ist der Binnenmarkt sowie der freie Verkehr von Waren, Personen und Kapital. Dies sind zentrale Werte, die wir durch eine Mitgliedschaft in der EU erreichen wollen." Vucic schloss sich damit dem albanischen Ministerpräsidenten Edi Rama an, der mehrmals beteuert hat, sein Land würde bei einer Aufnahme in die EU auf das jedem Mitgliedstaat zustehende Vetorecht verzichten.
In Deutschland setzt sich unter anderem Anton Hofreiter (Grüne) für die Idee einer EU-Erweiterung ohne Vetorechte ein. Der Vorsitzende des Ausschusses für EU-Angelegenheiten im Bundestag sagte der FAZ mit Blick auf die Haltung Frankreichs und anderer EU-Staaten: "Solange das Veto formal da ist, haben wir keine Chance auf Erweiterung." In den Kandidatenländern gebe es Verständnis für die Idee. Nach außen gebe es zwar Regierungen, "die das mit Abscheu und Empörung zurückweisen". Unter vier Augen sei das anders. Die Alternative zu einem Veto-Verzicht sei, "dass diese Länder gar nicht Mitglied der EU werden".
Auch der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Adis Ahmetovic, zeigte sich offen für diesen Weg. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges sei die sicherheitspolitische Bedeutung "einer verbindlichen Beitrittsperspektive für die Region weiter gewachsen". Es brauche Pragmatismus und Kreativität, um die sechs Länder des westlichen Balkans, die Ziel externer Einflussnahme seien, in die EU aufzunehmen. "Dabei kann der Verzicht auf das Vetorecht ein Kompromiss sein zur Beschleunigung der Aufnahme", sagte Ahmetovic der FAZ.
EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos widersprach: "Jede Erweiterung muss Europa stärken und darf die Handlungsfähigkeit der EU nicht einschränken", sagte sie der FAZ. "Wer sich jedoch an alle EU-Regeln hält, sollte keine Nachteile haben. Die EU-Verträge sehen keine Mitgliedschaft zweiter Klasse vor."
Das Auswärtige Amt äußerte sich zurückhaltend. Priorität für einen zügigen EU-Beitritt bleibe "die vollumfängliche Übernahme des EU-Acquis im Einklang mit den Kopenhagener Kriterien", hieß es aus Berlin.
© 2026 dts Nachrichtenagentur
