
© Foto: BYD Europe B.V.
Ein chinesischer Autokonzern, der gleichzeitig auf drei Kontinenten expandiert, kurzzeitig auf einer US-Militärliste landet und dennoch die Börse ein wenig kaltlässt. Das kann eigentlich nur BYD im Februar 2026 sein.
Die Aktie notiert um die 10,50 Euro und zeigt erste zaghafte Erholungszeichen. Analysten sehen Kursziele von bis zu 14 Euro, manche sogar höher. Wer jetzt einsteigt, braucht Geduld. Aber vielleicht lohnt genau das. Denn unter der Oberfläche braut sich etwas zusammen: Mexiko, neue Produkte, ein Markt in China, der die Talsohle langsam hinter sich lässt. Wir schauen genau für Sie hin.
BYD weltweit: Die Strategie dahinter
Die Verkaufszahlen für Januar 2026 lagen knapp 30 Prozent unter dem Vorjahr. Das ist der schwächste Jahresauftakt seit 2020. Das klingt erstmal schlimm. Aber wer BYD nur daran misst, versteht die Strategie dahinter nicht. In Europa ziehen die Zahlen an, wenn auch noch auf überschaubarem Niveau. Spannender ist das Engagement in Lateinamerika. BYD bewirbt sich gemeinsam mit Geely um ein Automobilwerk in Mexiko, das bislang von Nissan und Mercedes betrieben wurde. Fahrzeuge aus Mexiko unterliegen anderen Zollbedingungen als Exporte direkt aus China, besonders wenn das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mercosur irgendwann greift. Das wäre ein echter Gewinn. China hat die Subventionen für Elektroautos zurückgefahren und der Sektor steckt nicht mehr im Fünf-Jahresplan. Hinzu kommt knallharter Preiswettbewerb im Heimatmarkt. BYD reagiert mit dem einzig richtigen Mittel: geografischer Diversifikation.

Charttechnik
Nach einem Rücksetzer von rund 40 Prozent vom Hoch hat sich die Aktie stabilisiert und zumindest kurzfristig den 50er SMA, der bei 10,55 Euro verläuft, zurückerobert. Der SMA200 liegt noch mehr als 10 Prozent entfernt. Im positiven Szenario könnte die Aktie um die 10 Euro einen Boden ausbilden und mittelfristig Richtung 15 bis 16 Euro drehen. Das würde mit so manchem Analystenkursziel gut zusammenpassen. Im negativen Szenario droht noch ein Rücksetzer bis auf rund 8 Euro, der dann aber als günstiger Einstiegspunkt dienen könnte. Für Unsicherheit sorgte die kurzzeitige Aufnahme von BYD auf die CMC-Liste des US-Verteidigungsministeriums, einer Liste mit Firmen, denen Militärverbindungen vorgeworfen werden. Das Dokument wurde nach rund einer Stunde wieder zurückgezogen. Die Kursreaktion blieb begrenzt. Aber die Frage, was das zu bedeuten hat, bleibt offen, besonders vor dem erwarteten Trump-Xi-Treffen im April. Der RSI liegt bei recht neutralen 44 Punkten und lässt damit sowohl nach oben, als auch nach unten noch Kursauschläge zu. Daher ist vieles, wenn nicht sogar alles möglich.
Was tun?
Fundamental ist BYD solide aufgestellt. Die internationale Expansion läuft. Citi-Analyst Jeff Chung erwartet, dass der chinesische Elektroautomarkt im ersten Quartal 2026 die Talsohle durchschreitet. Neue Modelle und Preisankündigungen folgen Ende Februar und Anfang März. Am 26. März kommen die Quartalszahlen für Q4. Das könnte ein wichtiger Impuls werden. Charttechnisch hat die Aktie kurzfristig die 50-Tage-Linie zurückerobert, aktuell liegt sie zwar knapp darunter aber in absoluter Schlagweite. Hält dieses Niveau, steigt die Chance auf weitere Erholung. Bricht sie deutlich darunter, droht ein Test der 8-Euro-Marke. Für Anleger gilt: BYD ist eine Aktie für geduldige Investoren mit einem Horizont von mindestens einem Jahr und mehr. Wer einsteigen möchte, könnte im Bereich um 10 Euro eine erste Position aufbauen und bei einem Rücksetzer Richtung 8 Euro nachkaufen. Wer bereits investiert ist, nutzt die 50-Tage-Linie als Orientierung und danach den 200er SMA. Die mittelfristigen Chancen überwiegen derzeit, doch das geopolitische Risiko zwischen China und den USA sollte dabei immer im Blick bleiben.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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