
© Foto: 2026 Novo Nordisk A/S
Nach einem brutalen Kursabsturz innerhalb eines Jahres scheint die Aktie des dänischen Pharmagiganten endlich wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Die Zone zwischen 35 und 38 Euro wurde mehrfach angelaufen und hielt bislang stand. Wer jetzt genauer hinschaut, entdeckt eine Aktie, die trotz aller Hiobsbotschaften der vergangenen Monate mehr Substanz hat als ihr Kurs vermuten lässt. Die Fundamentaldaten bleiben solide, die Produktpipeline ist intakt, und die jüngsten Nachrichten aus Europa geben echten Grund zur Hoffnung. Ist das die Ausgangslage für eine kraftvolle Erholung? Vieles spricht dafür. Wir klären auf!
Zwischen Kursschock und neuem Aufbruch
Anfang Februar 2026 traf Novo Nordisk seine Anleger mit einer unerwarteten Hiobsbotschaft. Es wurde ein Umsatz- und Gewinnrückgang zwischen 5 und 13 Prozent für das laufende Jahr angekündigt. Als Reaktion darauf verlor die Aktie fast 15 Prozent an der US-Börse und in Kopenhagen sogar bis zu 20 Prozent. Besonders auf dem wichtigen US-Markt lasten staatliche Preisverhandlungen und der Wettbewerb mit Eli Lilly auf den Margen. Die Blockbuster Wegovy und Ozempic, die den Konzern 2024 noch zum wertvollsten Unternehmen Europas gemacht hatten, geraten zunehmend unter Druck. Doch so düster das Bild auf den ersten Blick wirkt, gibt es echte Lichtblicke. Die orale Version von Wegovy, die Anfang Januar 2026 in den USA auf den Markt kam, verzeichnet eine bemerkenswerte Nachfrage. In der fünften Woche nach Einführung wurden bereits mehr als 38.000 Rezepte ausgestellt, nach 26.000 in der ersten Woche. Das ist ein klares Signal. Hinzu kommt, dass Novo Nordisk im Streit mit dem Telemedizin-Anbieter Hims & Hers einen juristischen Erfolg errungen hat. Die US-Behörde FDA stoppte den Konkurrenten, der eine günstigere Nachahmung auf den Markt bringen wollte. Am 17. Februar gab es außerdem gute Nachrichten aus Brüssel: Die EU-Kommission erteilte die Zulassung für eine höhere Wegovy-Dosis von 7,2 Milligramm in allen 27 EU-Ländern. Klinische Studien zeigen, dass Patienten damit durchschnittlich rund 21 Prozent ihres Körpergewichts verloren, gegenüber 17,5 Prozent bei der bisherigen Standarddosis.
Charttechnik
Wer den Chart der Novo Nordisk-Aktie betrachtet, sieht auf den ersten Blick ein Trümmerfeld, zumindest in den letzten Monaten. Doch wer genauer hinschaut, erkennt etwas Entscheidendes: Die Zone zwischen rund 35 und 38 Euro wurde mehrfach angelaufen und hielt bislang jedes Mal stand. Das ist ein Zeichen für eine klassische Bodenbildung mit starker Unterstützung. Aktuell notiert die Aktie knapp über 40 Euro. Für eine echte Trendwende braucht es aber mehr. Die erste wichtige Hürde liegt bei rund 45,50 Euro. Wird diese Marke nachhaltig überwunden, entsteht technischer Spielraum bis in den Bereich von 50 Euro. Diese Marke ist nicht nur charttechnisch relevant, sie hat auch psychologische Bedeutung. Gelingt der Sprung darüber, könnte die Aktie mittelfristig in Richtung 70 Euro laufen. Als Stopp-Loss-Marke bietet sich ein Kurs knapp unterhalb von 35 Euro an, also dicht unter der beschriebenen Unterstützungszone.
Was tun?
Die Lage bei Novo Nordisk ist vielschichtig. Auf der einen Seite stehen schwierige Fundamentaldaten: Das Unternehmen rechnet selbst mit rückläufigen Umsätzen, der Wettbewerb verschärft sich, und der Preisdruck in den USA bleibt ein echtes Problem. Analysten haben ihre Kursziele zuletzt mehrheitlich gesenkt, der Konsens liegt im Durchschnitt bei einem Potenzial von rund 20-30 Prozent. Auf der anderen Seite ist vieles bereits eingepreist. Die Verschreibungszahlen für die neue Wegovy-Pille entwickeln sich positiv. Die EU-Zulassung für die höhere Dosierung könnte ein Katalysator werden. Das laufende Aktienrückkaufprogramm setzt ein klares Signal. Und charttechnisch sieht es nach einem möglichen Boden aus. Die Deutsche Bank traut der Aktie sogar ein Kursziel von 475 Dänischen Kronen (ca. 63 Euro) zu, was ca. 50 Prozent Aufwärtspotenzial entspricht. Für langfristig orientierte Anleger, die an den Wachstumsmarkt für Adipositas-Medikamente glauben, bietet die Aktie auf dem aktuellen Niveau eine durchaus interessante Einstiegsgelegenheit. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist mit Blick auf die Unterstützungszone und das mittelfristige Kursziel vertretbar. Wer einsteigt, könnte beispielsweise einen Stopp-Loss knapp unter 35 Euro setzen. Novo Nordisk bleibt ein solides Unternehmen mit echter Marktmacht. Die goldenen Jahre des explosiven Wachstums sind zwar vorerst vorbei. Aber wer Geduld mitbringt, könnte hier genau zum richtigen Zeitpunkt einsteigen.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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