
© Foto: 2026 Deutsche Telekom AG
Innerhalb von nur vier Wochen hat die T-Aktie eine beeindruckende Aufholjagd hingelegt. Von rund 27 Euro schoss der Kurs zeitweise bis auf über 33,50 Euro hoch. Das sind fast 25 Prozent Zuwachs in kürzester Zeit. Doch jetzt kommen die ersten Fragezeichen.
Aktuell notiert die Aktie bei gut 32,50 Euro und hängt in einem Bereich fest, der Chartexperten seit Jahren Sorgen bereitet: massiver horizontaler Widerstand. Gleichzeitig zeigt der RSI mit einem Wert von 71 an, dass die Aktie technisch gesehen überkauft ist. Reicht der Rückenwind noch weiter, oder war das schon der größte Teil der Aufwärtsbewegung? Genau das ist gerade die entscheidende Frage.
Telekom mit Rückenwind aus vielen Richtungen
Die Telekom hat sich zuletzt gut in Szene gesetzt. Im dritten Quartal 2025 meldete der Konzern einen Umsatz von 28,94 Milliarden Euro, ein leichtes Plus von rund 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Gewinn je Aktie ging es allerdings von 0,60 auf 0,50 Euro zurück. Trotzdem hatte das Unternehmen im November 2025 seine Jahresprognose gleich zum dritten Mal angehoben, was Anleger sichtlich erfreute. Als Treiber gelten das US-Geschäft über die Tochter T-Mobile US sowie das Europa-Geschäft, das stabiler läuft als erwartet. Analysten schätzen den fairen Wert der Aktie im Schnitt auf über 38 Euro, was deutlich oberhalb des aktuellen Kursniveaus liegt. Für das Gesamtjahr 2025 wird ein Gewinn je Aktie von knapp zwei Euro erwartet. Die geplante Dividende von einem Euro je Aktie für das laufende Jahr wäre eine weitere Steigerung gegenüber den 0,90 Euro aus dem Jahr 2024. Daneben läuft seit Januar 2026 ein Aktienrückkaufprogramm. Bis Mitte Februar wurden bereits knapp neun Millionen eigene Aktien zurückgekauft. Das reduziert die Anzahl der umlaufenden Papiere und stützt den Gewinn je Aktie rechnerisch. Auf der strategischen Seite hat die Telekom eine Partnerschaft mit Nvidia angekündigt. Im ersten Quartal 2026 soll eine KI-Cloud für industrielle Anwendungen starten, mit einem Projektvolumen von rund einer Milliarde Euro. Das zeigt, wohin die Reise langfristig gehen soll.

Charttechnik
Die Aufwärtsbewegung der letzten Wochen war mehr als nur bemerkenswert. Noch im November 2025 notierte die Aktie im Tief bei 26,02 Euro. Seitdem hat sich die Aktie bis auf über 33,50 Euro vorgearbeitet. Das entspricht einem Anstieg von über 25 Prozent in wenigen Wochen. Der kurzfristige Schwung war stark, doch jetzt steckt der Kurs in einer schwierigen Zone. Zwischen rund 32,20 und 34,50 Euro liegt ein dichter Widerstandsbereich aus alten Hochs mehrerer Monate. Diesen hat die Aktie noch nicht überwunden. Was noch mehr ins Auge fällt: Der RSI liegt bei 71. Werte oberhalb von 70 gelten als Hinweis auf eine überkaufte Situation. Das bedeutet nicht zwingend, dass der Kurs sofort dreht. Aber die Luft wird dünner. Das 52-Wochen-Hoch liegt bei 35,91 Euro vom März 2025. Auf dem Weg dorthin liegen aber mehrere Hürden. Nach unten hin bietet das Niveau um 32 Euro erste Unterstützung. Darunter wäre ein Rücklauf bis auf rund 30 Euro gut vorstellbar. Dieser Bereich liegt nahe am Oktober-Hoch sowie an der 200-Tage-Linie, die aktuell um 29,80 Euro verläuft. Ein Abtauchen in diese Zone würde den übergeordneten Aufwärtstrend nicht gefährden, wäre für kurzfristig orientierte Anleger aber schmerzhaft, für langfristige weniger.
Was tun?
Wer die Telekom-Aktie bereits seit November im Depot hat, sitzt auf einem ansehnlichen Gewinn. Die Frage ist, wie man jetzt damit umgeht. Die fundamentale Lage ist solide. Das Unternehmen wächst moderat, schüttet eine attraktive Dividende aus, kauft eigene Aktien zurück und hat mit der Nvidia-Partnerschaft einen strategischen Impuls gesetzt. Die Analysten sind überwiegend bullish, mehrere Häuser wie Deutsche Bank, Barclays und J.P. Morgan haben zuletzt Kaufempfehlungen ausgegeben. Allerdings mahnt die Charttechnik zur Vorsicht. Der RSI signalisiert Überkauftheit, der horizontale Widerstand ist nicht zu unterschätzen, und ein Rücksetzer bis auf 30 Euro ist keineswegs ausgeschlossen. Wer einsteigen möchte, sollte sich bewusst sein, dass ein günstigerer Einstiegspunkt möglicherweise noch kommt. Am 26. Februar 2026 legt die Telekom den Jahresfinanzbericht vor. Dieser Termin könnte in beide Richtungen für Bewegung sorgen. Bis dahin bleibt die Lage spannend. Vielleicht zahlt sich Geduld in diesem Fall aus?!
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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