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Die Aktie von Super Micro Computer hatte in den letzten zwölf Monaten wahrlich keine einfache Zeit. Von über 60 US-Dollar fiel sie zeitweise auf unter 28 US-Dollar. Doch genau jetzt wird es spannend. Die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen haben die Erwartungen klar übertroffen, das Management hebt die Jahresziele an, und der Kurs hat im Bereich zwischen 30 und 33 US-Dollar einen stabilen Boden gefunden. Wer die Zeichen richtig liest, könnte hier eine seltene Chance vor sich haben - quasi ein KI-Geheimtipp.
Umsatz verdoppelt, Prognose angehoben
Super Micro Computer konnte zuletzt für das zweite Quartal seines Geschäftsjahres 2026 top Zahlen ausweisen. Der Umsatz stieg auf 12,68 Milliarden US-Dollar an. Im Vorjahr waren es "nur" 5,68 Milliarden. Das entspricht einem Anstieg, bzw. einem Wachstum von gut 120 Prozent. Die Analysten hatten mit rund 10,4 Milliarden gerechnet, d. h. Super Micro konnte noch mal "eine Schippe" draufpacken. Auch beim Gewinn je Aktie übertraf das Unternehmen mit 0,69 US-Dollar ebenfalls klar die Konsensprognose von 0,49 US-Dollar. Das Management hob daraufhin die Jahresprognose auf mindestens 40 Milliarden US-Dollar an. Der eigentliche Treiber ist die explodierende Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Die engen Beziehungen zu Nvidia verschaffen Super Micro frühen Zugang zu modernster GPU-Technologie. Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Nicht verschweigen lässt sich jedoch, dass damit auch ein einzelner Großkunde rund 63 Prozent des Umsatzes ausmachte. Zudem sind die Bruttomargen von knapp 12 auf knapp über 6 Prozent gefallen. Ob dieser Druck vorübergehend ist, bleibt die entscheidende Frage.

Charttechnik
Die Aktie hat im Bereich zwischen 30 und 33 US-Dollar einen soliden Boden ausgebildet, der mehrfach getestet wurde und standgehalten hat. Der RSI notiert bei rund 45, läuft sukzessive leicht nach oben und hat noch reichlich Luft bis in den überkauften Bereich. Das spricht für weiteres Aufwärtspotenzial. Als nächstes Ziel gilt die 40-US-Dollar-Marke, danach folgen Widerstände bei 45 und 50 US-Dollar. Wer langfristig denkt: Gelingt der Durchbruch über 60 US-Dollar, öffnet sich charttechnisch der Weg bis 80 oder gar bis 100 US-Dollar. Auf der Unterseite gilt ein nachhaltiges Unterschreiten von 27,50 US-Dollar als klares Warnsignal. In diesem Fall wären Kurse zwischen 15 und 20 US-Dollar möglich. Positiv zu werten ist außerdem, dass Insider zuletzt zugegriffen haben: CEO Charles Liang und CFO David Weigand kauften Anfang Februar zu rund 33 US-Dollar.
Was tun?
Super Micro ist kein leichter Fall, aber ein Fall mit Potenzial. Das Unternehmen wächst rasant, profitiert von einem strukturellen Megatrend und hat zuletzt klar bewiesen, dass es liefern kann. Gleichzeitig sind die Margen dünn und die Kundenkonzentration hoch. Die Analysten sind gespalten: Goldman Sachs sieht nur 27 US-Dollar als fairen Wert, Needham empfiehlt mit Kursziel 40 US-Dollar den Kauf, der Konsens liegt bei rund 43 US-Dollar. Das KGV von unter 17 ist für ein Unternehmen in einem KI-Wachstumszyklus günstig. Wer bereit ist, Risiko zu tragen, findet hier eine spekulative Chance mit einem klar definierten Stopp z. B. bei knapp unter 27,50 US-Dollar. Wer konservativer agiert, wartet die nächsten Quartalszahlen Anfang Mai 2026 ab. Eines bleibt klar: Die Aktie ist ein Fall für Anleger mit Nervenstärke, aber die Rahmenbedingungen für einen Einstieg waren selten günstiger.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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