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Quantencomputer klingen nach Science-Fiction. Doch D-Wave macht seit fast drei Jahrzehnten echtes Geld damit und das Unternehmen zieht gerade alle Register. Ein frischer Hauptsitz in Florida, eine halbe Milliarde US-Dollar schwere Akquisition, verdreifachter Umsatz und eine Aktie, die nach einem harten Rücksetzer technisch kurz vor einer Entscheidung steht. Wer jetzt genau hinschaut, erkennt, dass hier gerade etwas Großes entstehen könnte. Die Frage ist nur, ob man den Mut aufbringt, frühzeitig dabei zu sein.
D-Wave auf Wachstumskurs
D-Wave Quantum ist kein frischer Hype-Kandidat. Das Unternehmen existiert seit über 25 Jahren und hat den Quantencomputer längst vom Labor in die Praxis gebracht. Kunden wie US-Behörden, Fortune-500-Konzerne und führende Forschungseinrichtungen setzen heute auf die Technologie und das nicht aus Spielerei, sondern weil sie echten Mehrwert liefert. CEO Alan Baratz hat in den letzten Monaten Fakten auf den Tisch gelegt, die sich sehen lassen können. Der Umsatz hat sich innerhalb eines Jahres verdreifacht. Von 6,5 Millionen auf 22 Millionen US-Dollar in den letzten neun Monaten. Dazu kommt ein neuer Lizenzvertrag über 10 Millionen US-Dollar sowie über 100 zahlende Kunden. Das ist also, wie Kritiker oft behaupten, kein Versprechen mehr, das ist Geschäft. Den nächsten großen Schritt vollzieht D-Wave mit dem Umzug der Konzernzentrale von Palo Alto nach Boca Raton in Florida. Der neue Standort im Boca Raton Innovation Campus ist genau dort, wo IBM 1981 den ersten Personal Computer entwickelte und umfasst eine riesengroße Forschungsfläche. Die Florida Atlantic University investiert zusätzlich 20 Millionen US-Dollar in eine Partnerschaft mit D-Wave, inklusive Installation eines Advantage2-Quantencomputers direkt auf dem Campus. Die Region zwischen West Palm Beach und Miami entwickelt sich rasant zum neuen Technologiezentrum der USA, und D-Wave ist mittendrin.

Charttechnik
Die Aktie hat seit ihren Höchstständen ganz schon nachgegeben. Allein im Januar 2026 verlor das Papier wieder deutlich über 10 Prozent. Wer jetzt genau auf den Chart schaut, sieht eine Aktie, die charttechnisch auf einer wichtigen Entscheidung sitzt. Der RSI notiert bei etwa 31 und damit kurz vor dem überverkauften Bereich. Historisch war das oft ein Signal, dass der Boden nicht mehr weit ist. Die Zone um 15 US-Dollar gilt als massiver horizontaler Unterstützungsbereich. Dort haben Käufer in der Vergangenheit mehrfach zugegriffen. Sollte die Aktie nochmals in Richtung dieses Niveaus konsolidieren, wäre das kein Grund zur Panik, sondern eher eine zweite Chance. Denn auf der anderen Seite des Kurses wartet Potenzial. Wenn die Aktie jetzt dreht, ist eine Bewegung in Richtung 40 bis 45 US-Dollar technisch absolut denkbar. Das wäre eine Verdopplung bis Verdreifachung vom aktuellen Niveau. Zwei Szenarien stehen also im Raum: Entweder greift der Markt schon bald zu und schiebt den Kurs nach oben, oder es folgt eine weitere Konsolidierungsphase, bevor der Rebound einsetzt. In beiden Fällen sollte man einen Stopp-Loss setzen, denn was technisch gut aussieht, kann sich auch gegen einen entwickeln.
Was tun?
D-Wave ist kein einfaches Investment. Die Bewertung ist mit rund 7 Milliarden US-Dollar und einem Jahresumsatz von 24 Millionen US-Dollar sportlich. Das lässt sich nicht schönreden. Kritiker und Short-Seller haben diesen Punkt zu Recht im Visier. Wer hier einsteigt, wettet auf die Zukunft eines Marktes, der noch in den Kinderschuhen steckt. Aber genau das ist der Punkt. Die Unternehmensgeschichte ist lang genug, um zu wissen, dass D-Wave kein leeres Versprechen ist. Der Umsatz wächst, die Kundenbasis wird breiter, die Technologie reift und der neue Standort in Florida sendet ein klares Signal, dass das Management langfristig denkt. Die Partnerschaft mit der Florida Atlantic University, die 550-Millionen-US-Dollar-Akquisition zur Lösung eines der größten Probleme im Quantencomputing und der wachsende Anteil an Regierungsverträgen sprechen eine deutliche Sprache. Für risikobewusste Anleger mit einem langen Horizont ist D-Wave durchaus einen näheren Blick wert und besonders jetzt, wo der RSI technisch einen Boden andeutet. Ein gestaffelter Einstieg mit einem klar definierten Stopp-Loss unterhalb der 15-US-Dollar-Marke wäre ein "vernünftiger" Ansatz. Wer auf Sicherheit besteht, wartet auf eine Bestätigung der Trendumkehr, bevor er handelt. D-Wave hat das Zeug, in diesem Jahrzehnt zu einem der wichtigsten Technologieunternehmen der Welt zu werden. Aber nichts ist ohne Risiko.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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