HAMBURG (dpa-AFX) - Der Windturbinenbauer Nordex hat im vergangenen Jahr seine Ergebnisse kräftig gesteigert. Dabei profitierten die Hamburger von einem starken Schlussquartal. Dank der guten Auftragslage zeigte sich Nordex für die weitere Entwicklung zuversichtlich und hob auch sein mittelfristiges operatives Margenziel von 8,0 auf die Spanne von 10,0 bis 12,0 Prozent an. An der Börse kam das sehr gut an.
Die Aktie sprang im MDax am Mittwoch nach dem Handelsauftakt um zuletzt 13 Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand seit 2002. Damit setzte das Papier seinen guten Lauf fort. Im noch jungen Jahr hat es bereits um gut ein Drittel zugelegt. In den vergangenen 12 Monaten hat sich der Kurs mehr als verdreifacht.
Constantin Hesse, Analyst bei Jefferies, sprach von einem "hervorragenden vierten Quartal" und auch der Jahresausblick sowie die mittelfristige Prognose für die Geschäftsentwicklung seien besser als gedacht. Das Jahr 2025 habe die Erwartungen übertroffen und der Cashflow sei stark gewesen, schrieb Ajay Patel von Goldman Sachs . Der Ausblick für das operative Ergebnis 2026 liege um 17 Prozent über dem Konsens. Insgesamt sieht er das mittelfristige Ergebnisbild komplett neu gezeichnet.
Auch RBC-Analyst Colin Moody sieht nun Potenzial, dass die Konsensschätzung für das operative Ergebnis (Ebitda) 2026 und darüber hinaus im mittleren zehnprozentigen Bereich steigen könnte. Jedoch gab es von Moody auch Kritik. So müssen sich Anteilseigner weiter gedulden. Nordex erklärte, das Unternehmen strebe nachhaltige Aktionärsrenditen in den kommenden Jahren an, entweder durch Dividenden oder Aktienrückkäufe. Dies könne ab 2027 beginnen.
"Die Situation für die Ausschüttungen an die Aktionäre ist jedoch enttäuschend", schrieb der RBC-Analyst dazu. Das relativ konservative Ziel einer angestrebten Mindestrendite von 50 Millionen Euro für die Aktionäre ab 2027 enttäusche - "insbesondere angesichts des sehr starken freien Cashflows in diesem Jahr".
Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um 3,5 Prozent auf 7,55 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Hamburg mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde mit 631 Millionen Euro mehr als verdoppelt und fiel besser aus als von Analysten erwartet. Die entsprechende Marge stieg um 4,3 Prozentpunkte auf 8,4 Prozent. Auch unter dem Strich verdiente Nordex deutlich mehr: 274,3 Millionen Euro Gewinn nach 8,8 Millionen Euro im Vorjahr. Mehr als die Hälfte strich das Unternehmen dabei im Schlussquartal ein.
"Das vergangene Jahr war ein wichtiger Meilenstein für die Nordex Group. Wir haben unsere operativen und finanziellen Ziele erreicht - und in einigen Fällen sogar übertroffen", erklärte Konzernchef José Luis Blanco.
Für das neue Jahr erwartet Nordex eine Steigerung des Umsatzes auf 8,2 bis 9 Milliarden Euro. Analysten gehen hier bislang von einem Wert am unteren Ende der Spanne aus. Die operative Marge (Ebitda) soll 8,0 bis 11,0 Prozent erreichen. Dabei sitzt Nordex auf einem Auftragsbestand von 16,1 Milliarden Euro. Davon entfallen 10,1 Milliarden Euro auf das Projektgeschäft, der Rest auf das Service-Segment./nas/men/stk




