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Fast wie in der Serie "Game of Thrones", wo der Winter naht, könnte bei BioNTech die Wende nahen. Nach dem Kursrausch in der Corona-Ära folgte der brutale Absturz. Jahre vergingen, die Aktie dümpelte vor sich hin. Doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass sich das Blatt wendet. Der Mainzer Biotech-Konzern zeigt sich auf mehreren Fronten gleichzeitig in Bewegung. Eine neue Studie liefert beeindruckende Krebsdaten, der Patentstreit mit Moderna gibt dem Unternehmen Rückenwind, und charttechnisch bildet sich eine Basis heraus, die Anleger glücklicher werden lässt. Die Frage scheint nur noch zu sein, wann der nächste große Sprung beginnt.
Krebsforschung als Wachstumsmotor
BioNTech hat mit dem COVID-19-Impfstoff bewiesen, was mRNA-Technologie leisten kann. Jetzt geht das Unternehmen den nächsten Schritt. In einer Phase-I-Studie testeten Forscher einen personalisierten mRNA-Impfstoff gegen einen besonders aggressiven Brustkrebs. Die Ergebnisse sind klasse, denn alle 14 Teilnehmerinnen entwickelten eine robuste T-Zell-Antwort, und 11 von ihnen blieben über bis zu sechs Jahre rückfallfrei. Die Studie erschien im Fachjournal Nature. Das Signal ist klar: BioNTechs Ansatz scheint zu funktionieren. Am 10. März 2026 folgen die Jahreszahlen für 2025 samt einem umfassenden Pipeline-Update. Analysten sind zuversichtlich und das durchschnittliche Kursziel liegt bei über 118 Euro (139 US-Dollar), Clear Street traut der Aktie sogar bis zu 185 US-Dollar zu. Parallel dazu hat BioNTech Moderna vor einem US-Bundesgericht in Delaware verklagt. Der Vorwurf ist, dass Modernas neuer COVID-Impfstoff patentgeschützte mRNA-Technologien nutze, die auch in Comirnaty zum Einsatz kommen. Der Ausgang ist offen, aber BioNTech zeigt damit klar, dass es selbstbewusst für seine Schutzrechte eintritt und notfalls bereit ist, zu kämpfen.

Charttechnik
Nach dem Rückgang Verlaufshoch bei 124 US-Dollar fand die Aktie im Bereich von 105 bis 106 US-Dollar zweimal soliden Halt. Der doppelte Support aus 50-Tage- und 200-Tage-SMA hat die Abwärtsbewegung gestoppt. Zuletzt notierte das Papier bei rund 110 US-Dollar, in Euro bei etwa 93,50 bis 94 Euro. Zusätzlich wurde ein Golden Cross signalisiert. Der 50-Tage-Durchschnitt kreuzte den 200-Tage-Durchschnitt von unten, ein klassisches Kaufsignal. Für einen nachhaltigen Ausbruch muss die Aktie auf Wochenschlusskursbasis die Widerstandszone zwischen 112 und 115 US-Dollar überwinden. Gelingt das, öffnet sich der Weg zur wichtigen horizontalen Barriere bei 120 US-Dollar. Genau dort wird es entscheidend. Ein bestätigter Wochenschlusskurs darüber würde charttechnisch den Weg in Richtung 130 US-Dollar freimachen, bei weiter anziehender Dynamik sogar 140 bis 160 US-Dollar. Auf der Unterseite gilt erst ein Rutsch unter 102 US-Dollar als ernstes Warnsignal. Der RSI signalisiert mit einem Wert von 60 jedenfalls noch Potenzial nach oben, bevor es zu einer Überkauftsituation käme.
Was tun?
BioNTech befindet sich in einer Phase, in der viele Puzzleteile zusammenkommen. Die Krebsforschung liefert überzeugende frühe Daten, das Unternehmen geht im Patentstreit offensiv vor, und die Liquidität von gut 17 Milliarden US-Dollar sichert die weitere Entwicklung der Pipeline. Allerdings steigen die Forschungsausgaben, echte Cashflows aus der Onkologie sind noch Zukunftsmusik. Wer heute kauft, kauft eine Wette auf die Zukunft, aber eine gut untermauerte. Wer bereits investiert ist, hält die Position und wartet den Ausbruch über 120 US-Dollar ab. Ein Stopp-Loss knapp unter der 200-Tage-Linie schützt vor größeren Rückschlägen. Wer neu einsteigen möchte, könnte in zwei Tranchen vorgehen: jetzt eine erste Position aufbauen, die zweite nach einem bestätigten Wochenschlusskurs über 120 US-Dollar nachziehen. Langfristig bleibt BioNTech einer der wenigen deutschen Weltkonzerne mit echtem Onkologie-Potenzial. Der Weg nach oben ist länger als erhofft, aber er ist real.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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