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Jamie Coleman (MFS): Supreme Court kippt Trumps Zölle

14. bis 20. Februar 2026

Wegen der schwachen amerikanischen Mega Caps gaben internationale Aktien diese Woche etwas nach; ansonsten hielt sich der Markt aber besser. Die US-Zehnjahresrendite blieb mit 4,10% weitgehend unverändert. Wegen zunehmender Spannungen zwischen den USA und dem Iran verteuerte sich das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate um 3,80 US-Dollar auf 66,60 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) fiel die Volatilität diese Woche von 21,2 auf 20,5.

Konjunktur

Oberstes Gericht verwirft Trumps IEEPA-Zölle, Rückzahlung offen

Mit 6:3 Stimmen erklärte der Supreme Court am Freitag die mit dem International Emergency Economic Powerts Act (IEEPA) begründeten Importzölle für rechtswidrig. Offen blieb, ob die schon gezahlten Hunderte Milliarden Dollar zurückerstattet werden müssen. In unserer Reihe "Zur Sache" werden wir das Urteil genauer unter die Lupe nehmen.

Überraschend schwache US-Wirtschaft im 4. Quartal, auch wegen Shutdown

Im 4. Quartal 2025 ist das US-BIP annualisiert nur um 1,4% gewachsen, nicht zuletzt wegen des 43-tägigen Government Shutdown zu Quartalsbeginn. Der Konsum stieg um ordentliche 2,4%, die Staatsausgaben gingen um 16,6% zurück. Die private inländische Endverbrauchernachfrage, eine wichtige Wachstumskennzahl, legte um beachtliche 2,4% zu. Volkswirte hatten mit 2,8% BIP-Wachstum gerechnet. Am selben Tag wurde dann auch der letzte wichtige Indikator für die Dezember-Inflation veröffentlicht, der PCE-Kernindex. Er stieg um 3,0% z.Vj., etwas mehr als die erwarteten 2,9%. Im November hatte der Index um 2,8% zugelegt.

Amerikanischer Druck auf den Iran wächst

Während die USA immer mehr Militär in den Nahen Osten verlegen, trafen sich Vertreter der USA und des Iran am Dienstag zu einer zweiten Gesprächsrunde. Zwar wurde über Fortschritte berichtet, doch sei der Iran laut US-Vizepräsident JD Vance wichtigen US-Forderungen nicht nachgekommen. Weil neue amerikanische Militärschläge nicht ausgeschlossen wurden, wurde Öl im Wochenverlauf teurer. Am Donnerstag sagte Präsident Trump, dass er in den nächsten 10 bis 15 Tagen über einen Angriff auf den Iran entscheiden werde. Nach einem Bericht des Wall Street Journal vom selben Tag erwägt der Präsident einen begrenzten Militärschlag, um den Iran zum Ende seines Atomprogramms zu bewegen. Wenn das nicht reiche, würden größere Angriffe folgen. Am Freitagmorgen bestätigte Trump diese Überlegungen.

Sell America? Die Daten sagen etwas anderes

2025 haben ausländische Anleger mehr als doppelt so viel in US-Aktien investiert wie im Vorjahr. Ihre Nettokäufe betrugen 720,1 Milliarden US-Dollar, 134% mehr als die 307,5 Milliarden US-Dollar von 2024. Das geht aus Daten hervor, die das US-Finanzministerium am Mittwoch veröffentlicht hat. Insgesamt kauften Ausländer 2025 für netto 1,55 Billionen US-Dollar amerikanische Wertpapiere (einschließlich Anleihen), nach 1,18 Billionen US-Dollar im Vorjahr.

Gibt Lagarde ihr Amt vorzeitig auf?

Am Dienstag schrieb die Financial Times, dass EZB-Chefin Christine Lagarde einen Rückzug vor dem Ende ihrer Amtszeit im Oktober 2027 erwäge. Sie wolle Frankreichs Staatschef Macron und Bundeskanzler Merz die Neubesetzung des Postens noch vor den französischen Präsidentschaftswahlen im April 2027 ermöglichen. Durch die Gerüchte steht jetzt plötzlich die EZB im Blickpunkt - und nicht mehr die Sorge um die Unabhängigkeit der Fed. Trotz eines Dementis gab der Euro leicht nach. Am Donnerstag sagte Lagarde dem Wall Street Journal, dass sie bis zum Ende ihrer Amtszeit brauchen werde, um ihre Ziele Preisstabilität, Finanzstabilität und Schutz des Euro zu erreichen.

Takaichi legt Regierungsprogramm vor

Nach ihrer offiziellen Ernennung zur Premierministerin nach dem Erdrutschsieg bei den Unterhauswahlen sagte Sanae Takaichi, dass sie den Haushaltsprozess überarbeiten und dafür voraussichtlich zwei Jahre benötige werde. Außerdem wolle sie die Verteidigungsausgaben erhöhen und militärische Bündnisse stärken. Ein weiteres Ziel sei eine "verantwortliche und vorausschauende Fiskalpolitik". Dazu soll auch die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel zwei Jahre lang ausgesetzt werden, um die Lebenshaltungskosten zu senken. Die Regierung habe die Märkte genau im Blick und wolle sich durch eine nachhaltige Fiskalpolitik ihr Vertrauen verdienen.

Kurz gefasst

Nach den vorläufigen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) für Februar hat sich die Konjunktur außerhalb der USA leicht verbessert, während sie in den USA etwas nachgab.

2025 ist die amerikanische Ölförderung nach Angaben der US-Energieinformationsbehörde auf einen Rekordwert von 13,6 Millionen Barrel täglich gestiegen, weil auf den bereits erschlossenen Feldern mehr gefördert wurde.

Laut Fitch sind die Ausblicke für die lateinamerikanischen Länderratings "meist stabil" und "tendenziell positiv". Fünf Ratings haben einen positiven Ausblick, zwölf einen stabilen, keines einen negativen. Drei Länder haben ein CCC-Rating, bei dem üblicherweise kein Ausblick genannt wird.

Kanadas Inflation fiel im Januar auf 2,3% z.Vj., nach 2,4% im Dezember.

Weil weniger Zivilflugzeuge bestellt wurden, gingen die Bestellungen langlebiger Güter in den USA im Dezember um 1,4% zurück. Bei zivilen Investitionsgütern ohne Flugzeuge lag der Anstieg mit 0,6% aber über den Erwartungen.

Nach einer Bloomberg-Analyse der Telefonkonferenzen zu den Viertquartalszahlen war fast doppelt so häufig von "KI-Disruption" die Rede wie im 3. Quartal.

Kanada legte diese Woche seine Strategie für die Verteidigungsindustrie vor. Es sollen 125.000 neue Stellen entstehen, um unabhängiger von den USA zu werden.

Großbritanniens Premier Keir Starmer erwägt, die Verteidigungsausgaben bis 2029 auf 3% des BIP anzuheben. Unterdessen kritisierte US-Präsident Trump erneut, dass das Vereinigte Königreich die Chagos-Inseln an Mauritius zurückgeben will. Auf Diego Garcia befindet sich eine strategisch wichtige amerikanisch-britische Militärbasis.

Die Aktienkurse amerikanischer Private-Capital-Gesellschaften fielen diese Woche, weil Blue Owl Capital die Rücknahme von Anteilen an einem Private-Credit-Fonds für Privatanleger ausgesetzt hatte.

Im Euroraum ging die Industrieproduktion im Dezember um 1,4% zurück, das erste Minus nach drei positiven Monaten in Folge.

Im 4. Quartal ist das japanische BIP annualisiert nur um 0,2% gewachsen. Volkswirte hatten im Median mit 1,6% gerechnet. Der Konsum, die größte BIP-Komponente, stieg um 0,1%. Die Binnennachfrage ist schwach, weil die Haushalte mit steigenden Preisen kämpfen.

In den USA sind im Dezember die Baubeginne um 6,2% und die Baugenehmigungen um 4,3% gestiegen. Beides lag deutlich über den Erwartungen.

Die britische Arbeitslosenquote stieg im Dezember leicht von 5,1% im Vormonat auf 5,2%. So hoch war sie zuletzt vor mehr als zehn Jahren.

Fed-Vorstand Michael Barr sagte diese Woche, dass KI langfristig wohl "sehr positive" Wirkungen hätte, kurzfristig die Arbeitskräftenachfrage aber massiv dämpfen könne. Die neue Technologie könne den neutralen Zins steigen lassen, was strukturell höhere Leitzinsen nach sich ziehen würde. Barr ergänzte, dass die Geldpolitik keine Auswirkungen auf den KI-Boom habe.

Die USA und Japan haben sich auf eine erste Investitionstranche in Höhe von 39 Milliarden US-Dollar geeinigt. Insgesamt will Japan im Rahmen der Handelsvereinbarung mit der Trump-Administration 550 Milliarden US-Dollar in den USA investieren. Das Geld soll in Projekte aus den Bereichen kritische Rohstoffe, Öl- und Gasinfrastruktur sowie Elektrizitätserzeugung fließen.

Im Januar ging die britische Inflationsrate von 3,4% z.Vj. auf 3,0% zurück, den niedrigsten Wert seit März 2025. Da die Inflation fällt, schätzt man die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der Bank of England im März jetzt auf über 80%.

Im Januar stiegen die japanischen Exporte um 16,8%, vor allem aufgrund von KI-Chips.

Die britischen Einzelhandelsumsätze stiegen im Januar um 1,8% z.Vm. und damit deutlich stärker als erwartet.

Das amerikanische Handelsbilanzdefizit - die Differenz zwischen Importen und Exporten von Gütern und Dienstleistungen - betrug letztes Jahr 901,5 Milliarden US-Dollar. Damit lag es etwas unter den 903,5 Milliarden von 2024, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Das Handelsbilanzdefizit mit China ist von 295,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 202,1 Milliarden im Jahr 2025 gefallen.

Wegen der anhaltenden Überkapazitäten forderte der IWF China zur Halbierung der Industriesubventionen auf.

Nach dem Protokoll der Offenmarktausschusssitzung der Fed vom Januar war man sich über die künftige Zinspolitik uneins. Zwar stimmte der Ausschuss einstimmig für einen unveränderten Leitzins von 3,5% bis 3,75%, doch diskutierte man über die nächsten Schritte. Manche Mitglieder sprachen sich für weitere Zinssenkungen aus, wenn sich die Inflation so entwickelt wie erwartet. Andere hielten Preisstabilität für wichtiger als Beschäftigungsförderung. Einige wenige Mitglieder forderten sogar Zinserhöhungen, falls die Inflation den Zielwert weiter überschreitet.

Die kanadischen Einzelhandelsumsätze fielen im Dezember um 0,4%. Der Anstieg im November wurde leicht auf 1,2% nach unten korrigiert.

Gewinnmeldungen

Etwa 85% der S&P-500-Unternehmen haben bislang Zahlen vorgelegt. Kombiniert mit Schätzungen für die Unternehmen, deren Daten noch fehlen, sind die Gewinne laut FactSet demnach um 13,6% z.Vj. gestiegen. Die Umsätze haben im Vorjahresvergleich um 9,25% zugelegt. Viel spricht dafür, dass die Umsätze im 4. Quartal so stark gestiegen sind wie seit dem 3. Quartal 2022 nicht mehr.

Nächste Woche

Montag: Auftragseingänge in den USA

Dienstag: Case-Shiller Home Price Index und Konsumklimaindex des Conference Board in den USA, Trumps State of the Union Address

Mittwoch: Verbraucherpreise im Euroraum

Donnerstag: Erstanträge auf Arbeitslosengeld in den USA

Freitag: japanische Einzelhandelsumsätze, EZB-Inflationserwartungen für den Euroraum, kanadisches BIP, amerikanischer Produzentenpreisindex

Fokussiert und diversifiziert bleiben

Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.

Diese Informationen sowie Nennungen von Unternehmen und Einzelwerten dürfen nicht als Anlageberatung, Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Hinweis auf die Kauf- oder Verkaufsabsichten eines MFS-Produkts aufgefasst werden.

Die hier genannten Einzelwerte können, aber müssen nicht in MFS-Fonds enthalten sein. Eine vollständige Liste aller Einzelwerte von MFS-Portfolios finden Sie in deren aktuellen Jahres-, Halbjahres- oder Quartalsberichten. Vollständige Bestandsübersichten finden Sie auch in den Fondsübersichten im Abschnitt "Produkte" auf mfs.com.

Die hier dargestellten Meinungen sind die von MFS und können sich jederzeit ändern. Prognosen sind keine Garantien.

Die Performance der Vergangenheit ist keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.

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