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MÜNCHEN/BERLIN (dpa-AFX) - Der Internetportal-Betreiber Scout24 hat 2025 dank einer hohen Kundennachfrage den Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert. Auch 2026 will das Unternehmen weiter zulegen, auch dank der jüngsten spanischen Zukäufe. Die operative Marge dürfte aber zurückgehen.
An der Börse geriet die Aktie am Donnerstag zunächst deutlich unter Druck, konnten die Verluste im Verlauf aber deutlich eindämmen. Zuletzt büßten sie noch rund ein halbes Prozent ein. Seit Jahresbeginn hat sie aber rund ein Fünftel an Wert verloren.
Wie auch andere Titel aus dem Internet- und Softwarebereich bekam die Aktie zuletzt die Sorgen der Anleger vor den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf etablierte Geschäftsmodelle zu spüren. Angesicht der erneuten Kursverluste, die sich seit dem im Sommer 2025 erreichten Rekordhoch inzwischen auf etwa die Hälfte summieren, droht Scout24 im März der Rauswurf aus dem Dax .
Für Analyst Giles Thorne von Jefferies hat Scout24 ein solides Schlussquartal hinter sich. Das Umsatzwachstum habe sich allerdings abgeschwächt, im Vergleich zu den beiden Vorquartalen. Experte Marcus Diebel von JPMorgan verweist auf schwächer als erwartet ausgefallene Umsätze mit Privatkunden, die am Markt schlecht aufgenommen werden könnten. Ansonsten deckten sich die Zahlen und auch der Ausblick aber mit den Erwartungen.
Im laufenden Jahr will Scout24 den Umsatz um 16 bis 18 Prozent steigern, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Dabei soll die Übernahme der spanischen Online-Immobilienplattformen Fotocasa und Habitaclia sechs bis sieben Prozentpunkte beitragen. Zudem rechnet das Management um Konzernchef Ralf Weitz mit einer bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda-Marge) von bis zu 61 Prozent.
Auf Basis vorläufiger Zahlen kletterte der Umsatz von Scout24 im vergangenen Jahr um 14,7 Prozent auf 649,6 Millionen Euro, was laut einem von Scout24 selbst zusammengestellten Konsens im Rahmen der Erwartungen von Branchenexperten liegt. Dabei profitierte Scout24 mit Marken wie ImmoScout24, Vermietet.de, Flowfact und Baufiteam weiter von einer starken Kundennachfrage nach Abonnements im Professional- und Private-Segment.
Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde ein Anstieg um 16,5 Prozent auf 405,7 Millionen Euro verbucht. Insgesamt legte die bereinigte operative Marge um einen Prozentpunkt auf 62,5 Prozent zu. Analysten hatten beim operativen Ergebnis und bei der Marge etwas weniger erwartet. Der Nachsteuergewinn stieg um fast die Hälfte auf 240 Millionen Euro, wobei das Unternehmen von einem Steuereffekt profitierte.
Den vollständigen Geschäftsbericht will Scout24 am 26. März veröffentlichen./err/nas/mis/jha/




