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NEW YORK (dpa-AFX) - Trotz erneut beeindruckender Quartalszahlen und starker Ziele für das neue Geschäftsjahr sind die Aktien des KI-Champions Nvidia am Donnerstag eingeknickt. In der Spitze sackten die Papiere des weltweit wohl bedeutendsten Halbleiterkonzerns um knapp 6 Prozent ein und notierten zuletzt 4,2 Prozent tiefer bei 187,30 US-Dollar. Damit waren sie mit Abstand schwächster Wert im Dow-Jones-Index, der knapp im Plus lag. Im vorbörslichen Handel hatten die Nvidia-Titel noch moderat zugelegt.
Der KI-Boom lässt das Geschäft von Nvidia allen Zweiflern zum Trotz explosiv wachsen. Im letzten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende Januar) sprang der Umsatz um 73 Prozent auf 68 Milliarden Dollar hoch. Nvidia übertraf damit die Erwartungen der Wall Street. Selbst im Vergleich zum Quartal davor gab es ein Plus von 20 Prozent. Auch beim Umsatzausblick auf das laufende Quartal wurden die Erwartungen der Experten übertroffen.
Analysten reagierten überwiegend begeistert, hoben ihre Kursziele an und bekräftigten ihre Kaufempfehlungen. Citigroup und Bernstein Research etwa sehen die Aktie nun auf 300 Dollar steigen.
Dabei setzt Atif Malik von Citigroup nach dem starken Ausblick des Chipherstellers als Nächstes auf die KI-Konferenz Nvidia GTC Mitte März. Eine frühe Sichtbarkeit der weiteren Umsatzentwicklung könnte die Aktie weiter nach oben treiben, erwartet er. JPMorgan -Analyst Harlan Sur, der sein Kursziel auf 265 Dollar anhob, begründete die Stärke der Geschäfte und die über dem Konsens liegende Quartalsumsatzprognose mit dem überaus erfolgreichen Hochfahren der Produktion des Grafikprozessors Blackwell.
Das "Haar in der Suppe" der Rekordergebnisse von Nvidia ist laut Christian Henke, Chefmarktanalyst bei IG allerdings das China-Geschäft. Zu den Verkäufen dort habe sich der US-Chiphersteller nur vage geäußert. "Angesichts der anhaltenden Handelsspannungen und Exportbeschränkungen für Hochleistungschips bleibt dieser Markt ein Risikofaktor", resümierte er.
Eine schlüssige Erklärung, warum die Aktie nicht zu einem Sprung nach oben ansetzte, sondern auf steile Talfahrt ging, lieferte Marktstratege Stephen Innes vom Vermögensverwalter SPI: Bei Nvidia reiche es inzwischen nicht mehr, die Erwartungen zu übertreffen. Der KI-Zyklus sei vielmehr bereits so weit fortgeschritten, dass sich die Anleger zunehmend fragten, wie lange es noch so rasant weitergehen werde.
Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank verwies auf die Zweischneidigkeit der starken Nvidia-Zahlen und der Aussagen zur weiteren Geschäftsentwicklung: "Längst sind Signale eines schnelleren KI-Ausbaus, wie sie Nvidia lieferte, kein Grund mehr für Anleger, in Jubel-Arien zu verfallen. Sie kennen die Kehrseite der Medaille: die Disruption durch KI. Wenn der KI-Ausbau schneller verläuft als gedacht, ist auch die Wahrscheinlichkeit größer, dass dies ebenso für die KI-Disruption gilt."
Es gehe bei Nvidia nun um die Frage, ob die aktuelle Investitionswelle in KI das Wachstum nachhaltig über die nächsten Jahre hinaus stützen könne, bemerkte Matt Britzman von Hargreaves Lansdown . Ebenso stellten sich Investoren die Frage, ob Nvidia auch dann noch so dominant bleibe, wenn KI zunehmend in den Alltag eingreife und nicht mehr nur zu Trainingszwecken für Software eingesetzt werde.
Nvidias Aktienkurs befindet sich seit Jahren auf einem Höhenflug. Im vergangenen Oktober war Nvidia das erste Unternehmen mit einem Börsenwert von mehr als fünf Billionen Dollar. In den Wochen und Monaten nach dem Rekordhoch fiel der Kurs zeitweise bis auf 170 Dollar zurück, bevor er sich zuletzt wieder erholte./edh/ck/zb/ajx/mis/jsl/he




