
© Foto: 2026 freenet AG
Wer auf gute Nachrichten gehofft hatte, wurde im Februar 2026 bei freenet eines Besseren belehrt. Der Mobilfunk- und TV-Konzern aus Büdelsdorf veröffentlichte Jahreszahlen, die hinter den eigenen Prognosen zurückblieben. Dazu kam ein Ausblick für 2026, der den Markt kalt erwischte. Die Aktie ging auf Tauchstation. Doch wenn man etwas genauer hinschaut, findet man durchaus Lichtblicke: Das Internet-Fernsehprodukt waipu.tv läuft besser als je zuvor, der langfristige Plan wird sogar angehoben. Aber ob das reicht, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, ist die entscheidende Frage. Ein Blick auf die Zahlen, die Charttechnik und die Perspektiven finden Sie im nachfolgenden Artikel.
Zahlen und Ausblick enttäuschen
Im Geschäftsjahr 2025 gab es einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro. Analysten hatten mit rund 0,04 Milliarden Euro mehr gerechnet. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, kurz adj. EBITDA, sank um 0,1 Prozent auf 515,4 Millionen Euro, erwartet worden waren 526 Millionen. Auch der Free Cashflow lag mit 292,1 Millionen Euro knapp unter den Erwartungen von rund 303 Millionen Euro. Freenet gilt traditionell als verlässlicher Dividendenzahler mit stabilen Cashflows. Werden diese auch nur leicht verfehlt, reagieren Anleger sofort sehr sensibel. Der eigentliche Schock kam jedoch mit dem Ausblick. Für 2026 stellt das Unternehmen ein adj. EBITDA von lediglich 500 bis 530 Millionen Euro in Aussicht. Der Marktkonsens hatte noch mit rund 549 Millionen Euro gerechnet. Beim Free Cashflow rechnet freenet mit 270 bis 300 Millionen Euro, was gegenüber 2025 einen Rückgang bedeuten würde. Ein Bernstein-Analyst bezeichnete die Zahlen offen als schwach. Im Mobilfunkgeschäft, dem nach wie vor größten Segment des Konzerns, könnte das Ergebnis 2026 sogar unter dem Vorjahr landen. Als Grund nannte freenet die vorsichtige Einschätzung einer Vereinbarung mit einem namentlich nicht genannten Netzbetreiber, die bereits 2025 einen negativen Ergebniseffekt von rund 13 Millionen Euro verursacht hatte. Die Dividende soll für 2025 dennoch um 10 Cent auf 2,07 Euro je Aktie steigen. Das ist die fünfte Erhöhung in Folge und zeigt, dass das Management trotz allem an seiner aktionärsfreundlichen Politik festhält. Für die Jahre 2026 bis 2028 sichert freenet sogar eine Mindestdividende von zwei Euro je Aktie zu, alternativ 80 Prozent des bereinigten Free Cashflows, je nachdem welcher Betrag höher ausfällt. Das macht Hoffnung.

Charttechnik
Nach einem stabilen Lauf in den Wochen zuvor erwischte den Kurs der Absturz kalt. Nach der Veröffentlichung der Zahlen fiel die Aktie zeitweise um mehr als 12 Prozent und markierte neue Mehrwochentiefs. Auf Xetra wurden Kurse von gut 26,50 Euro erreicht. Damit wurde der gesamte Anstieg der vorangegangenen Wochen innerhalb eines einzigen Handelstages zunichte gemacht. Aktuell notiert die Aktie bei knapp unter 27 Euro. Charttechnisch ist die Lage aber immer noch angespannt. Die Zone um 26,00 Euro gilt als wichtige Unterstützung. Hält diese nicht, droht weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 20- 22 Euro. Auf der Oberseite muss die Aktie zunächst die Marke von rund 28 Euro zurückerobern, um das Bild wieder aufzuhellen. Dennoch: Die Dividendenrendite von aktuell rund 7,5 Prozent macht die Aktie optisch attraktiv. Aber die Bewertung allein trägt keinen Kurs. Dafür braucht es positive Impulse, die derzeit noch fehlen. Aber jeder Rücksetzer würde die Dividendenrendite nur noch attraktiver machen.
Was tun?
Die Lage bei freenet ist nicht hoffnungslos, aber auch kein Grund zur Euphorie. Wichtig ist die Marke von 26 Euro. Darunter würde sich das technische Bild deutlich eintrüben. Die langfristigen Ziele für 2028 wurden angehoben: Ein adj. EBITDA von mindestens 620 Millionen Euro und ein Free Cashflow von mindestens 340 Millionen Euro sollen erreicht werden, getragen vor allem von waipu.tv. Das IPTV-Segment steigerte sein adj. EBITDA 2025 von 0 auf 36 Millionen Euro und soll bis 2028 mindestens 120 Millionen Euro beitragen. Eine tolle Wachstumsgeschichte, die Werbung läuft ja auch zur Zeit im TV für waipu hoch und runter. Die Deutsche Bank und Berenberg halten an ihren Kaufempfehlungen mit Kurszielen von 34,80 bzw. 36 Euro fest. Kurz gesagt, bleibt Freenet eine Dividendenperle mit echter Perspektive, aber die nächsten Quartale werden zeigen müssen, ob waipu.tv die Schwäche im Kerngeschäft wirklich kompensieren kann. Abwarten und den Bereich um 26 Euro als Sicherheitslinie im Blick halten ist derzeit sicherlich eine ve
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
Haftungsausschluss/Disclaimer
Die hier angebotenen Artikel dienen ausschließlich der Information und stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind weder explizit noch implizit als Zusicherung einer bestimmten Kursentwicklung der genannten Finanzinstrumente oder als Handlungsaufforderung zu verstehen. Der Erwerb von Wertpapieren birgt Risiken, die zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals und - je nach Art des Investments - sogar zu darüber hinausgehenden Verpflichtungen, bspw. Nachschusspflichten, führen können. Die Informationen ersetzen keine auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Eine Haftung oder Garantie für die Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der zur Verfügung gestellten Informationen sowie für Vermögensschäden wird weder ausdrücklich noch stillschweigend übernommen. Finanznachrichten.de hat auf die veröffentlichten Inhalte keinerlei Einfluss. Finanznachrichten.de hat bis zur Veröffentlichung der Artikel keine Kenntnis über Inhalt und Gegenstand der Artikel. Die Veröffentlichungen erfolgen durch externe Autoren bzw. Datenlieferanten. Infolgedessen können die Inhalte der Artikel auch nicht von Anlageinteressen von Finanznachrichten.de und/oder seinen Mitarbeitern oder Organen bestimmt sein.




