München (ots) -
Die große Analyse nach der Olympia-Enttäuschung - und was auch mit Blick auf die Eishockey-WM besser werden muss! Christian Künast, Vorstand Sport beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB), zieht im Exklusiv-Interview mit MagentaSport in der Reihe "Eishockey Deutschland" sein Fazit der Olympischen Winterspiele in Italien - und schaut voraus auf die Eishockey-WM 2026 vom 15. bis 31. Mai in der Schweiz (live bei MagentaSport und MagentaTV).
Der 54-Jährige kritisiert die zu offensive Spielweise der DEB-Auswahl beim Olympischen Eishockey-Turnier: "Stabilität Defensive kommt zuerst! Hurra, jetzt fahren wir noch mal ein Forechecking, wo man sich vielleicht zurückziehen sollte. Diese kompakte Spielweise hätten wir besser vorbereiten können." Ein von ihm ausgemachter Hauptgrund für das enttäuschende Abschneiden der vermeintlich "besten Mannschaft aller Zeiten": "Wir suchen im Moment unsere Identität!" Künast erläutert, was diese Identität ausmache: "Das deutsche Spiel ist immer noch dieses Wir-Gefühl, dieses mutige, dieses Für-Deutschland-Rausgehen, ohne dass es immer spielerisch ist. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die Schweizer das ein bisschen von uns gestohlen haben. Auch die Slowaken [...] haben uns dieses 'Deutsche' ein wenig gestohlen. Jetzt ist es einfach an uns, das zurückzuholen!"
Angesprochen auf die auch öffentlich geäußerte Kritik von Deutschlands Superstar Leon Draisaitl erwidert er: "Wenn der Leon was sagt, dann hat es immer einen Wumms! [...] Ich habe ein sehr langes Gespräch gehabt mit Leon nach Olympia - für mich sehr wichtig, auch für den Verband sehr wichtig! Er hat Dinge angesprochen, auch außerhalb des Eises, die wir besser machen können."
Selbstkritik übt der gebürtige Landshuter an der Olympia-Vorbereitung: "Wir waren gut vorbereitet, aber wir waren nicht top vorbereitet! Das beginnt bei mir - weil ich bin der Vorstand Sport." Ein großer Nachteil sei in Mailand auch die räumliche Trennung zwischen Mannschaft und Trainer gewesen: "Das war wirklich ein schwerer Punkt, wenn Teams - Frauen wie Männer - die Nähe von unseren Trainern gewohnt sind. Dieser Kontakt hat irgendwo gefehlt - und das ist die größte Stärke von Harry Kreis! Der haben wir ihn irgendwo beraubt - auch ich, weil ich war mitentscheidend."
Mit Blick auf die kommende Weltmeisterschaft hat Christian Künast einen großen Wunsch: "Dass wir aus dem WM-Turnier rausgehen und sagen: Das ist die deutsche Mannschaft, wo alle wissen, das ist unsere Identität! Das heißt nicht, dass wir keine haben - aber wir haben vielleicht einen Punkt, wo wir ein bisschen nach rechts abgebogen sind, anstatt geradeaus zu gehen. Wir müssen wieder in die gerade Richtung kommen."
Nachfolgend die wichtigsten Aussagen aus dem Interview mit Christian Künast. Bei Verwendung bitte MagentaSport als Quelle angeben. Das Gespräch firmiert unter der Content-Reihe "Eishockey Deutschland" und ist ab heute auf allen digitalen MagentaSport-Kanälen zu sehen. Weiter geht es mit Eishockey bei MagentaSport am Mittwoch mit allen Spielen des 48. Spieltags, live ab 19.00 Uhr in der Konferenz oder ab 19.25 Uhr im Einzelspiel.
Der Link zur neuen Folge Eishockey Deutschland - Christian Künast im Exklusiv-Interview: https://www.youtube.com/watch?v=N-jaV0IBh84
"Nicht zu 100 Prozent für Olympia vorbereitet"
Sascha Bandermann im exklusiven Interview mit Christian Künast. Der DEB-Sportvorstand übt Kritik an der Spielweise des DEB-Teams bei den Olympischen Winterspielen - zu viel Hurra-Eishockey, zu wenig Defensiv-Stabilität: "Wir waren mit unserer Spielweise zu aggressiv und nicht zu 100 Prozent vorbereitet auf die Gegebenheiten, um mehr Erfolg zu haben. Damit meine ich: Wir waren sehr gut vorbereitet - aber dieser Faktor Olympia: Alle wollen sich zeigen! Hurra, jetzt fahren wir noch mal ein Forechecking, wo man sich vielleicht zurückziehen sollte. Diese kompakte Spielweise hätten wir besser vorbereiten können. Und das ist ein großer Punkt, den man am Ende sieht. Und das sagen, egal wer - USA, Kanada, Schweden, Finnland und so weiter: Stabilität Defensive kommt zuerst! Das haben wir irgendwo ein wenig verpasst."
"Können wir Dinge besser machen? Zu 100 Prozent!"
Christian Künast auf die Nachfrage von MagentaSport Moderator Sascha Bandermann, ob das nicht absehbar gewesen sei: "Wir haben gewusst, dass wir eine offensivstarke Mannschaft haben. Haben wir im Vorfeld gewusst, dass wir dann teilweise so unser Konzept verlieren? Ich glaube nein. Das war für uns alle überraschend! [...] Das ist jetzt eine Situation, die wir in Deutschland vor fünf, sechs Jahren nie gehabt hätten: Die Enttäuschung in der Wahrnehmung von draußen, wenn Deutschland im Viertelfinale bei einem Olympischen Turnier ausscheidet. Eigentlich kann man da sagen: Ok, das haben wir uns erarbeitet über die letzten fünf, sechs Jahre!... Können wir Dinge besser machen? Zu 100 Prozent!"
... über das Narrativ der "besten deutschen Mannschaft aller Zeiten" und die Kritik in Medien und Öffentlichkeit, ob das die Mannschaft belastet habe - und welche Dinge er in der Turnier-Vorbereitung künftig anders handhaben würde: "Das ist ja eine Situation, die wir in Deutschland noch nie hatten - so ein Thema! Die Mannschaft von 1976 war damals 'die beste aller Zeiten'. Wer legt das fest? Ich habe es nie in den Mund genommen. Unser Bundestrainer hat's einmal gesagt, nachdem es ihm irgendwo auch in den Mund gelegt wurde - und es schlägt natürlich Wellen. Irgendwo stimmt es ja auch: Es war für uns ausgewählt die beste Mannschaft aller Zeiten - zu diesem Zeitpunkt. Dass dann die Kritik da ist - damit leben wir. Wir verwehren uns dem auch nicht und sagen: 'Wir sind Sechster geworden - alles super!' [...] Und jetzt komme ich noch mal auf Olympia zurück: Olympia 2026 war zum ersten Mal Olympia mit zwei Mannschaften - das sage ich jetzt bewusst auch mit den Frauen - wo die handelnden Personen hier im Haus nie mit der Situation vertraut waren. [...] Da sind im Nachhinein Dinge aufgetaucht, wo man sagt: Puh, das hätte man vielleicht anders bedenken müssen - vielleicht auch mit einer anderen Herangehensweise. Auf der anderen Seite ist es für uns jetzt auch ein unglaublicher Wissensschatz für die Zukunft: [...] Das würde ich heute sofort anders machen: Ich würde sie einmal - und wenn es nur zwei Tage sind - alle einmal zusammenholen: Einfach abholen - da geht's mir gar nicht um die Spielweise, sondern um die Gegebenheiten, auf die wir vor Ort treffen werden. [...] Wir, vor allem der Harry [Bundestrainer Harold Kreis, Anm.d.Red.] und ich, haben auch zu viel Energie in das Thema Nominierung reingetan. Wir hätten diese 40, 50 Leute einmal zusammenholen sollen, um - egal, wer es dann am Ende schafft - top vorbereitet zu sein. Wir waren gut vorbereitet, aber wir waren nicht top vorbereitet! Das beginnt bei mir - weil ich bin der Vorstand Sport."
"Wir können spielerisch glänzen, aber wir können es nicht immer!"
... über die verlorene Identität der Mannschaft - gerade bei der deutlichen Viertelfinalniederlage gegen die Slowakei: "Der Punkt ist der, und das ist vielleicht wirklich eine der Kernaussagen, die bei uns jetzt am Ende rauskommt bei allen Feedback-Gesprächen. Wir suchen im Moment unsere Identität! Warum tun wir das? Wir waren immer eine Mannschaft, die zufrieden war mit einem Viertelfinale - das überragend war, wenn man sich aufgeopfert hat, Schüsse geblockt hat, defensiv gut gestanden, vielleicht einen Torhüter gehabt hat, der auf seinem Kopf gestanden ist und wir haben ein Spiel gewonnen - dann hat keiner nachgefragt und das hat sich geändert. Gott sei Dank sind wir auch irgendwo in der eigenen Erwartungshaltung jetzt anders. Jetzt wollen wir spielerisch glänzen. Wir können spielerisch glänzen, aber wir können es nicht immer. Und das ist genau diese Suche, wo wir jetzt haben. Diese Punkte werden wir auch in Richtung WM in der Schweiz ab heute angehen. [...] Genau diese Punkte müssen wir wieder verinnerlichen. [...] Das gehört zum deutschen Spiel. Ich habe mal vor Jahren gehört: 'F..., we played the pesky [lästigen, Anm.d.Red.] Germans again! Die sind immer da, wo es unangenehm für uns ist.' Da sind wir ein bisschen weggekommen, weil wir eben diese auch Superstars haben mit dem Leon [Draisaitl, Anm.d.Red.], mit Moritz Seider, mit Tim Stützle. In diesem Sog wollen viele auch das mitmachen. Da müssen wir klarer werden, das gehört dazu. Aber das deutsche Spiel ist immer noch dieses Wir-Gefühl, dieses mutige, dieses Für-Deutschland-Rausgehen, ohne dass es immer spielerisch ist. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die Schweizer das ein bisschen von uns gestohlen haben. Auch die Slowaken waren die beste Mannschaft aller Zeiten - aber auch die haben uns dieses 'Deutsche' ein wenig gestohlen. Jetzt ist es einfach an uns, das zurückzuholen!"
... ob es ein Spieler-, Mannschafts- oder Trainerproblem war, dass die DEB-Auswahl während des Turniers den Schalter nicht umlegen konnte: "Weder noch. Ich habe diese Frage nach der Identität mit jedem Spieler besprochen - was ist deine Meinung, wie siehst du das deutsche Eishockey? Der beste Satz kam vom Nico Sturm: 'Wir suchen gerade!' Das ist sehr treffend - aber es ist weder ein Spieler-, Gemeinschafts- oder Trainerproblem. Das Warum kann ich jetzt auch so nicht beantworten, auch im Nachgang nicht - ob man den Schalter hätte umlegen können. Schalter umlegen wäre für mich was, wenn die Einstellung nicht gestimmt hat - und die hat gestimmt. Die Stimmung war gut, die Gruppe außerhalb war hervorragend - aber auf dem Eis zusammen alle unter einer Identität: Das ist das, was wir wieder fördern müssen! [...] Das ist auch eine Tugend von uns: Dieses hinten so gut zu stehen und das mit unserer mittlerweile spielerischen Klasse auch vorne zu lösen. Aber davor beginnt es hinten mit dieser Kompaktheit - und das müssen wir wieder fördern!"
Keine Missstimmung, aber: "Auf Nachfragen war der eine oder andere sicherlich enttäuscht"
... auf die Frage, ob sich die Rollen- und Eiszeiten-Verteilung negativ auf die Teamchemie ausgewirkt habe: "Ich würde nie von Missstimmung reden, weil wir keine Missstimmung hatten. Wenn man jetzt auch mit allen spricht, es waren sehr offene Gespräche. Mit einem männlichen Eishockey Spieler spricht man normal 10 bis 15 Minuten, dann ist alles durchgesprochen. Bei den Frauen kann es 90 Minuten dauern. Dieses Jahr war es auch so, dass ich mit den Männern 50, 70, 90 Minuten gesprochen habe. Das hat auch gutgetan! Aber Missstimmung, schlechte Stimmung, keine Einheit - das war nie ein Thema. Auf Nachfragen von mir war der eine oder andere sicherlich enttäuscht. [...] Aber wir hatten nie eine Missstimmung, nie das Gefühl, dass nicht einer für den anderen alles geben würde. Aber dass durchaus das Verhältnis vielleicht etwas anders gewesen wäre, wenn der eine oder andere eine Minute mehr gehabt hätte. Das kann durchaus so sein."
"Wenn der Leon was sagt, dann hat es immer einen Wumms!"
... über die von Superstar Leon Draisaitl geäußerte Kritik nach dem Turnier an Mannschaft und Trainerteam - und was er genau damit gemeint habe: "Wenn der Leon was sagt, dann hat es immer einen Wumms! [...] Ich habe ein sehr langes Gespräch gehabt mit Leon nach Olympia - für mich sehr wichtig, auch für den Verband sehr wichtig! Er hat Dinge angesprochen, auch außerhalb des Eises, die wir besser machen können. [...] Zum Beispiel so Dinge wie Verpflegung nach dem Spiel. [...] Wie können die Betreuer besser arbeiten für uns? Wie kann man das Transportwesen [...] besser machen? Leon spricht halt alles an und das haben auch andere getan. Ich habe aber auch nach allem gefragt."
... auf die Nachfrage, was Draisaitl mit seiner Kritik habe, dass vom Trainerteam mehr hätte kommen können: "Leon sagt sich immer irgendwo: Ok, das hätte man vielleicht anders machen können, da hätte man noch mehr Einfluss nehmen können. Zum Beispiel in einer Situation wie das 5 gegen 3 - das hat er im Nachgang gesagt. Es ist ja gut, dass solche Dinge angesprochen werden, auch fürs Trainerteam. [...] Im Detail sprechen wir es intern an - [...] egal wer Dinge besser machen kann, und das ist bei jedem Turnier so, egal ob man Silber gewinnt, im Viertelfinale ausschaltet oder ob man Neunter wird wie in Herning."
"Wir haben uns selber einer Stärke beraubt!"
... über sein Gespräch mit Bundestrainer Harold Kreis nach dem Turnier, die gemeinsame Analyse, Rückschlüsse für die Zukunft - und warum Harry Kreis seiner größten Stärke beraubt wurde: "Wir haben uns nach dem Ausscheiden darauf verständigt, dass wir uns beiden die Zeit geben, unabhängig voneinander Dinge zu analysieren. Wir haben uns am [vergangenen, Anm.d.Red.] Mittwoch für einen langen Termin getroffen und unsere Sachen auf den Tisch gelegt. Viele Dinge haben sich überschnitten, viele Dinge waren ein bisschen eine andere Sichtweise. Aber am Ende war es so, dass ich Harry aus meiner Sicht auf seine Stärken hingewiesen habe - und seine Stärken sind eben Kommunikation, der Umgang mit den Spielern. Da waren die Umstände in Mailand für ihn extrem schwer mit diesem Trainerteam außerhalb vom [Olympischen, Anm.d.Red.] Dorf. Das war einer der größten Punkte. [...] Harry war präsent, aber nicht so präsent, wie er vielleicht beim WM-Turnier ist. [...] Die Slowaken haben zum Beispiel zu dritt in einem Zimmer geschlafen, nur damit sie näher dran sind. [...] Wir haben uns selber einer Stärke beraubt! [...] Das war wirklich ein schwerer Punkt, wenn Teams - Frauen wie Männer - die Nähe von unseren Trainern gewohnt sind. [...] Das ist keine Entschuldigung, aber das ist ein Punkt, wo wir für die Zukunft wissen, das müssen wir irgendwie anders regeln! [...] Dieser Kontakt hat irgendwo gefehlt - und das ist die größte Stärke von Harry Kreis! Der haben wir ihn irgendwo beraubt - auch ich, weil ich war mitentscheidend."
... über die Planung und die Wichtigkeit der WM 2026 in der Schweiz - nach Olympia und ein Jahr vor der Heim-WM in Deutschland: "Grundsätzlich ist für uns jede WM wichtig! Es hat ja immer irgendwo eine Relevanz, eine Auswirkung. Es geht ja schon wieder los - die Olympia-Qualifikation spielt ja da auch mit rein. [...] Es hat wie jede WM für uns einen enormen Stellenwert. Es ist daran, zu beweisen, dass die Strukturen bei uns passen, dass wir auf dem richtigen Weg sind - auch wenn wir das Viertelfinale verpassen wie in Herning oder wenn der Outcome für die Öffentlichkeit nicht so war, wie er sein sollte. Aber irgendwo gehen wir unseren Weg weiter und wir lassen uns dann auch nicht von Ergebnissen blenden!"
... über seinen größten Wunsch für das restliche Jahr 2026 - mit der WM in der Schweiz als großem Highlight: "Dass wir aus dem WM-Turnier rausgehen und sagen: Das ist die deutsche Mannschaft, wo alle wissen, das ist unsere Identität! Und das ist nicht für mich die Öffentlichkeit oder irgendwie Schlagzeile, sondern für mich ist es dann eher aus Gesprächen mit unseren Gegnern, die dann sagen - ich nenne jetzt ein Beispiel aus 2023 im Finnland, wo ein schwedischer Trainer zu unserem Tisch kommt und sagt: 'Wow, also das war echt, echt schwer gegen euch zu spielen!' Das wäre vielleicht mein größter Wunsch! [...] Und jetzt auch noch mal ganz kurz auf das Thema Identität: Das heißt nicht, dass wir keine haben - aber wir haben vielleicht einen Punkt, wo wir ein bisschen nach rechts abgebogen sind, anstatt geradeaus zu gehen. Wir müssen wieder in die gerade Richtung kommen. Dann bin ich guter Dinge, dass wir auf dem richtigen Weg sind!"
Eishockey live bei MagentaSport:
PENNY DEL | 48. Spieltag
Mittwoch, 04.03.2026
ab 19.00 Uhr in der Konferenz und ab 19.25 Uhr im Einzelspiel: Adler Mannheim - Löwen Frankfurt, Dresdner Eislöwen - Eisbären Berlin, Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt, Iserlohn Roosters - EHC Red Bull München, Kölner Haie - Augsburger Panther, Nürnberg Ice Tigers - Schwenninger Wild Wings, Pinguins Bremerhaven - Straubing Tigers
Pressekontakt:
Jörg Krause
Mail: joerg.krause@thinxpool.de
Mobil: 0170 22 680 24
Original-Content von: MagentaSport, übermittelt durch news aktuell
Originalmeldung: https://www.presseportal.de/pm/147981/6228234
Die große Analyse nach der Olympia-Enttäuschung - und was auch mit Blick auf die Eishockey-WM besser werden muss! Christian Künast, Vorstand Sport beim Deutschen Eishockey-Bund (DEB), zieht im Exklusiv-Interview mit MagentaSport in der Reihe "Eishockey Deutschland" sein Fazit der Olympischen Winterspiele in Italien - und schaut voraus auf die Eishockey-WM 2026 vom 15. bis 31. Mai in der Schweiz (live bei MagentaSport und MagentaTV).
Der 54-Jährige kritisiert die zu offensive Spielweise der DEB-Auswahl beim Olympischen Eishockey-Turnier: "Stabilität Defensive kommt zuerst! Hurra, jetzt fahren wir noch mal ein Forechecking, wo man sich vielleicht zurückziehen sollte. Diese kompakte Spielweise hätten wir besser vorbereiten können." Ein von ihm ausgemachter Hauptgrund für das enttäuschende Abschneiden der vermeintlich "besten Mannschaft aller Zeiten": "Wir suchen im Moment unsere Identität!" Künast erläutert, was diese Identität ausmache: "Das deutsche Spiel ist immer noch dieses Wir-Gefühl, dieses mutige, dieses Für-Deutschland-Rausgehen, ohne dass es immer spielerisch ist. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die Schweizer das ein bisschen von uns gestohlen haben. Auch die Slowaken [...] haben uns dieses 'Deutsche' ein wenig gestohlen. Jetzt ist es einfach an uns, das zurückzuholen!"
Angesprochen auf die auch öffentlich geäußerte Kritik von Deutschlands Superstar Leon Draisaitl erwidert er: "Wenn der Leon was sagt, dann hat es immer einen Wumms! [...] Ich habe ein sehr langes Gespräch gehabt mit Leon nach Olympia - für mich sehr wichtig, auch für den Verband sehr wichtig! Er hat Dinge angesprochen, auch außerhalb des Eises, die wir besser machen können."
Selbstkritik übt der gebürtige Landshuter an der Olympia-Vorbereitung: "Wir waren gut vorbereitet, aber wir waren nicht top vorbereitet! Das beginnt bei mir - weil ich bin der Vorstand Sport." Ein großer Nachteil sei in Mailand auch die räumliche Trennung zwischen Mannschaft und Trainer gewesen: "Das war wirklich ein schwerer Punkt, wenn Teams - Frauen wie Männer - die Nähe von unseren Trainern gewohnt sind. Dieser Kontakt hat irgendwo gefehlt - und das ist die größte Stärke von Harry Kreis! Der haben wir ihn irgendwo beraubt - auch ich, weil ich war mitentscheidend."
Mit Blick auf die kommende Weltmeisterschaft hat Christian Künast einen großen Wunsch: "Dass wir aus dem WM-Turnier rausgehen und sagen: Das ist die deutsche Mannschaft, wo alle wissen, das ist unsere Identität! Das heißt nicht, dass wir keine haben - aber wir haben vielleicht einen Punkt, wo wir ein bisschen nach rechts abgebogen sind, anstatt geradeaus zu gehen. Wir müssen wieder in die gerade Richtung kommen."
Nachfolgend die wichtigsten Aussagen aus dem Interview mit Christian Künast. Bei Verwendung bitte MagentaSport als Quelle angeben. Das Gespräch firmiert unter der Content-Reihe "Eishockey Deutschland" und ist ab heute auf allen digitalen MagentaSport-Kanälen zu sehen. Weiter geht es mit Eishockey bei MagentaSport am Mittwoch mit allen Spielen des 48. Spieltags, live ab 19.00 Uhr in der Konferenz oder ab 19.25 Uhr im Einzelspiel.
Der Link zur neuen Folge Eishockey Deutschland - Christian Künast im Exklusiv-Interview: https://www.youtube.com/watch?v=N-jaV0IBh84
"Nicht zu 100 Prozent für Olympia vorbereitet"
Sascha Bandermann im exklusiven Interview mit Christian Künast. Der DEB-Sportvorstand übt Kritik an der Spielweise des DEB-Teams bei den Olympischen Winterspielen - zu viel Hurra-Eishockey, zu wenig Defensiv-Stabilität: "Wir waren mit unserer Spielweise zu aggressiv und nicht zu 100 Prozent vorbereitet auf die Gegebenheiten, um mehr Erfolg zu haben. Damit meine ich: Wir waren sehr gut vorbereitet - aber dieser Faktor Olympia: Alle wollen sich zeigen! Hurra, jetzt fahren wir noch mal ein Forechecking, wo man sich vielleicht zurückziehen sollte. Diese kompakte Spielweise hätten wir besser vorbereiten können. Und das ist ein großer Punkt, den man am Ende sieht. Und das sagen, egal wer - USA, Kanada, Schweden, Finnland und so weiter: Stabilität Defensive kommt zuerst! Das haben wir irgendwo ein wenig verpasst."
"Können wir Dinge besser machen? Zu 100 Prozent!"
Christian Künast auf die Nachfrage von MagentaSport Moderator Sascha Bandermann, ob das nicht absehbar gewesen sei: "Wir haben gewusst, dass wir eine offensivstarke Mannschaft haben. Haben wir im Vorfeld gewusst, dass wir dann teilweise so unser Konzept verlieren? Ich glaube nein. Das war für uns alle überraschend! [...] Das ist jetzt eine Situation, die wir in Deutschland vor fünf, sechs Jahren nie gehabt hätten: Die Enttäuschung in der Wahrnehmung von draußen, wenn Deutschland im Viertelfinale bei einem Olympischen Turnier ausscheidet. Eigentlich kann man da sagen: Ok, das haben wir uns erarbeitet über die letzten fünf, sechs Jahre!... Können wir Dinge besser machen? Zu 100 Prozent!"
... über das Narrativ der "besten deutschen Mannschaft aller Zeiten" und die Kritik in Medien und Öffentlichkeit, ob das die Mannschaft belastet habe - und welche Dinge er in der Turnier-Vorbereitung künftig anders handhaben würde: "Das ist ja eine Situation, die wir in Deutschland noch nie hatten - so ein Thema! Die Mannschaft von 1976 war damals 'die beste aller Zeiten'. Wer legt das fest? Ich habe es nie in den Mund genommen. Unser Bundestrainer hat's einmal gesagt, nachdem es ihm irgendwo auch in den Mund gelegt wurde - und es schlägt natürlich Wellen. Irgendwo stimmt es ja auch: Es war für uns ausgewählt die beste Mannschaft aller Zeiten - zu diesem Zeitpunkt. Dass dann die Kritik da ist - damit leben wir. Wir verwehren uns dem auch nicht und sagen: 'Wir sind Sechster geworden - alles super!' [...] Und jetzt komme ich noch mal auf Olympia zurück: Olympia 2026 war zum ersten Mal Olympia mit zwei Mannschaften - das sage ich jetzt bewusst auch mit den Frauen - wo die handelnden Personen hier im Haus nie mit der Situation vertraut waren. [...] Da sind im Nachhinein Dinge aufgetaucht, wo man sagt: Puh, das hätte man vielleicht anders bedenken müssen - vielleicht auch mit einer anderen Herangehensweise. Auf der anderen Seite ist es für uns jetzt auch ein unglaublicher Wissensschatz für die Zukunft: [...] Das würde ich heute sofort anders machen: Ich würde sie einmal - und wenn es nur zwei Tage sind - alle einmal zusammenholen: Einfach abholen - da geht's mir gar nicht um die Spielweise, sondern um die Gegebenheiten, auf die wir vor Ort treffen werden. [...] Wir, vor allem der Harry [Bundestrainer Harold Kreis, Anm.d.Red.] und ich, haben auch zu viel Energie in das Thema Nominierung reingetan. Wir hätten diese 40, 50 Leute einmal zusammenholen sollen, um - egal, wer es dann am Ende schafft - top vorbereitet zu sein. Wir waren gut vorbereitet, aber wir waren nicht top vorbereitet! Das beginnt bei mir - weil ich bin der Vorstand Sport."
"Wir können spielerisch glänzen, aber wir können es nicht immer!"
... über die verlorene Identität der Mannschaft - gerade bei der deutlichen Viertelfinalniederlage gegen die Slowakei: "Der Punkt ist der, und das ist vielleicht wirklich eine der Kernaussagen, die bei uns jetzt am Ende rauskommt bei allen Feedback-Gesprächen. Wir suchen im Moment unsere Identität! Warum tun wir das? Wir waren immer eine Mannschaft, die zufrieden war mit einem Viertelfinale - das überragend war, wenn man sich aufgeopfert hat, Schüsse geblockt hat, defensiv gut gestanden, vielleicht einen Torhüter gehabt hat, der auf seinem Kopf gestanden ist und wir haben ein Spiel gewonnen - dann hat keiner nachgefragt und das hat sich geändert. Gott sei Dank sind wir auch irgendwo in der eigenen Erwartungshaltung jetzt anders. Jetzt wollen wir spielerisch glänzen. Wir können spielerisch glänzen, aber wir können es nicht immer. Und das ist genau diese Suche, wo wir jetzt haben. Diese Punkte werden wir auch in Richtung WM in der Schweiz ab heute angehen. [...] Genau diese Punkte müssen wir wieder verinnerlichen. [...] Das gehört zum deutschen Spiel. Ich habe mal vor Jahren gehört: 'F..., we played the pesky [lästigen, Anm.d.Red.] Germans again! Die sind immer da, wo es unangenehm für uns ist.' Da sind wir ein bisschen weggekommen, weil wir eben diese auch Superstars haben mit dem Leon [Draisaitl, Anm.d.Red.], mit Moritz Seider, mit Tim Stützle. In diesem Sog wollen viele auch das mitmachen. Da müssen wir klarer werden, das gehört dazu. Aber das deutsche Spiel ist immer noch dieses Wir-Gefühl, dieses mutige, dieses Für-Deutschland-Rausgehen, ohne dass es immer spielerisch ist. Tatsächlich bin ich der Meinung, dass die Schweizer das ein bisschen von uns gestohlen haben. Auch die Slowaken waren die beste Mannschaft aller Zeiten - aber auch die haben uns dieses 'Deutsche' ein wenig gestohlen. Jetzt ist es einfach an uns, das zurückzuholen!"
... ob es ein Spieler-, Mannschafts- oder Trainerproblem war, dass die DEB-Auswahl während des Turniers den Schalter nicht umlegen konnte: "Weder noch. Ich habe diese Frage nach der Identität mit jedem Spieler besprochen - was ist deine Meinung, wie siehst du das deutsche Eishockey? Der beste Satz kam vom Nico Sturm: 'Wir suchen gerade!' Das ist sehr treffend - aber es ist weder ein Spieler-, Gemeinschafts- oder Trainerproblem. Das Warum kann ich jetzt auch so nicht beantworten, auch im Nachgang nicht - ob man den Schalter hätte umlegen können. Schalter umlegen wäre für mich was, wenn die Einstellung nicht gestimmt hat - und die hat gestimmt. Die Stimmung war gut, die Gruppe außerhalb war hervorragend - aber auf dem Eis zusammen alle unter einer Identität: Das ist das, was wir wieder fördern müssen! [...] Das ist auch eine Tugend von uns: Dieses hinten so gut zu stehen und das mit unserer mittlerweile spielerischen Klasse auch vorne zu lösen. Aber davor beginnt es hinten mit dieser Kompaktheit - und das müssen wir wieder fördern!"
Keine Missstimmung, aber: "Auf Nachfragen war der eine oder andere sicherlich enttäuscht"
... auf die Frage, ob sich die Rollen- und Eiszeiten-Verteilung negativ auf die Teamchemie ausgewirkt habe: "Ich würde nie von Missstimmung reden, weil wir keine Missstimmung hatten. Wenn man jetzt auch mit allen spricht, es waren sehr offene Gespräche. Mit einem männlichen Eishockey Spieler spricht man normal 10 bis 15 Minuten, dann ist alles durchgesprochen. Bei den Frauen kann es 90 Minuten dauern. Dieses Jahr war es auch so, dass ich mit den Männern 50, 70, 90 Minuten gesprochen habe. Das hat auch gutgetan! Aber Missstimmung, schlechte Stimmung, keine Einheit - das war nie ein Thema. Auf Nachfragen von mir war der eine oder andere sicherlich enttäuscht. [...] Aber wir hatten nie eine Missstimmung, nie das Gefühl, dass nicht einer für den anderen alles geben würde. Aber dass durchaus das Verhältnis vielleicht etwas anders gewesen wäre, wenn der eine oder andere eine Minute mehr gehabt hätte. Das kann durchaus so sein."
"Wenn der Leon was sagt, dann hat es immer einen Wumms!"
... über die von Superstar Leon Draisaitl geäußerte Kritik nach dem Turnier an Mannschaft und Trainerteam - und was er genau damit gemeint habe: "Wenn der Leon was sagt, dann hat es immer einen Wumms! [...] Ich habe ein sehr langes Gespräch gehabt mit Leon nach Olympia - für mich sehr wichtig, auch für den Verband sehr wichtig! Er hat Dinge angesprochen, auch außerhalb des Eises, die wir besser machen können. [...] Zum Beispiel so Dinge wie Verpflegung nach dem Spiel. [...] Wie können die Betreuer besser arbeiten für uns? Wie kann man das Transportwesen [...] besser machen? Leon spricht halt alles an und das haben auch andere getan. Ich habe aber auch nach allem gefragt."
... auf die Nachfrage, was Draisaitl mit seiner Kritik habe, dass vom Trainerteam mehr hätte kommen können: "Leon sagt sich immer irgendwo: Ok, das hätte man vielleicht anders machen können, da hätte man noch mehr Einfluss nehmen können. Zum Beispiel in einer Situation wie das 5 gegen 3 - das hat er im Nachgang gesagt. Es ist ja gut, dass solche Dinge angesprochen werden, auch fürs Trainerteam. [...] Im Detail sprechen wir es intern an - [...] egal wer Dinge besser machen kann, und das ist bei jedem Turnier so, egal ob man Silber gewinnt, im Viertelfinale ausschaltet oder ob man Neunter wird wie in Herning."
"Wir haben uns selber einer Stärke beraubt!"
... über sein Gespräch mit Bundestrainer Harold Kreis nach dem Turnier, die gemeinsame Analyse, Rückschlüsse für die Zukunft - und warum Harry Kreis seiner größten Stärke beraubt wurde: "Wir haben uns nach dem Ausscheiden darauf verständigt, dass wir uns beiden die Zeit geben, unabhängig voneinander Dinge zu analysieren. Wir haben uns am [vergangenen, Anm.d.Red.] Mittwoch für einen langen Termin getroffen und unsere Sachen auf den Tisch gelegt. Viele Dinge haben sich überschnitten, viele Dinge waren ein bisschen eine andere Sichtweise. Aber am Ende war es so, dass ich Harry aus meiner Sicht auf seine Stärken hingewiesen habe - und seine Stärken sind eben Kommunikation, der Umgang mit den Spielern. Da waren die Umstände in Mailand für ihn extrem schwer mit diesem Trainerteam außerhalb vom [Olympischen, Anm.d.Red.] Dorf. Das war einer der größten Punkte. [...] Harry war präsent, aber nicht so präsent, wie er vielleicht beim WM-Turnier ist. [...] Die Slowaken haben zum Beispiel zu dritt in einem Zimmer geschlafen, nur damit sie näher dran sind. [...] Wir haben uns selber einer Stärke beraubt! [...] Das war wirklich ein schwerer Punkt, wenn Teams - Frauen wie Männer - die Nähe von unseren Trainern gewohnt sind. [...] Das ist keine Entschuldigung, aber das ist ein Punkt, wo wir für die Zukunft wissen, das müssen wir irgendwie anders regeln! [...] Dieser Kontakt hat irgendwo gefehlt - und das ist die größte Stärke von Harry Kreis! Der haben wir ihn irgendwo beraubt - auch ich, weil ich war mitentscheidend."
... über die Planung und die Wichtigkeit der WM 2026 in der Schweiz - nach Olympia und ein Jahr vor der Heim-WM in Deutschland: "Grundsätzlich ist für uns jede WM wichtig! Es hat ja immer irgendwo eine Relevanz, eine Auswirkung. Es geht ja schon wieder los - die Olympia-Qualifikation spielt ja da auch mit rein. [...] Es hat wie jede WM für uns einen enormen Stellenwert. Es ist daran, zu beweisen, dass die Strukturen bei uns passen, dass wir auf dem richtigen Weg sind - auch wenn wir das Viertelfinale verpassen wie in Herning oder wenn der Outcome für die Öffentlichkeit nicht so war, wie er sein sollte. Aber irgendwo gehen wir unseren Weg weiter und wir lassen uns dann auch nicht von Ergebnissen blenden!"
... über seinen größten Wunsch für das restliche Jahr 2026 - mit der WM in der Schweiz als großem Highlight: "Dass wir aus dem WM-Turnier rausgehen und sagen: Das ist die deutsche Mannschaft, wo alle wissen, das ist unsere Identität! Und das ist nicht für mich die Öffentlichkeit oder irgendwie Schlagzeile, sondern für mich ist es dann eher aus Gesprächen mit unseren Gegnern, die dann sagen - ich nenne jetzt ein Beispiel aus 2023 im Finnland, wo ein schwedischer Trainer zu unserem Tisch kommt und sagt: 'Wow, also das war echt, echt schwer gegen euch zu spielen!' Das wäre vielleicht mein größter Wunsch! [...] Und jetzt auch noch mal ganz kurz auf das Thema Identität: Das heißt nicht, dass wir keine haben - aber wir haben vielleicht einen Punkt, wo wir ein bisschen nach rechts abgebogen sind, anstatt geradeaus zu gehen. Wir müssen wieder in die gerade Richtung kommen. Dann bin ich guter Dinge, dass wir auf dem richtigen Weg sind!"
Eishockey live bei MagentaSport:
PENNY DEL | 48. Spieltag
Mittwoch, 04.03.2026
ab 19.00 Uhr in der Konferenz und ab 19.25 Uhr im Einzelspiel: Adler Mannheim - Löwen Frankfurt, Dresdner Eislöwen - Eisbären Berlin, Grizzlys Wolfsburg - ERC Ingolstadt, Iserlohn Roosters - EHC Red Bull München, Kölner Haie - Augsburger Panther, Nürnberg Ice Tigers - Schwenninger Wild Wings, Pinguins Bremerhaven - Straubing Tigers
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