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Das Kursgeschehen der Aktie von Novo Nordisk ist aktuell nichts für schwache Nerven, doch mutige Anleger kaufen jetzt die ersten Entspannungssignale im Chart.
Novo Nordisk: Ein gefallener Anlegerliebling
Der Schmerz, welchen Anlegerinnen und Anleger in den vergangenen 1,5 Jahren durch die Aktie von Novo Nordisk erfahren haben, ist gewaltig. Gegenüber ihren Rekordnotierungen haben die Anteile zwischenzeitlich fast 80 Prozent an Wert verloren.
Aufgrund des intensiven Wettbewerbs auf dem Markt für Abnehmpräparate insbesondere in den USA sowie enttäuschende Studiendaten zur nächsten Generation von Mitteln zur Gewichtsreduktion sind die Dänen auch in den vergangenen Wochen unter Druck geraten.
Die Aktie rutschte in der vergangenen Woche auf rund 226 Dänische Kronen (DKK; 30,25 Euro) und damit den tiefsten Stand seit fast 5 Jahren ab. Solche Mehrjahrestiefs gelten in der technischen Analyse als Verkaufssignale. Und auch die Stimmung um die Aktie herum ist düster, während sich das Gesamtmarktumfeld durch die Eskalation politischer Spannungen im Mittleren Osten verschlechtert hat.
Geht hier vielleicht trotzdem etwas?
Ausgerechnet in dieser Situation lassen sich im Chart von Novo Nordisk erste Entspannungssignale finden, die technisch orientierte und mutige Antizyklikerinnen und Antizykliker für einen Einstieg nutzen können.

Die Lage ist weiterhin äußert angespannt ...
Übergeordnet befindet sich die Aktie ausgehend von ihren Allzeithochs in einem mehrjährigen Abwärtstrend. Trotz wiederholter Bemühungen der Käuferinnen und Käufer und einem aussichtsreichen Versuch in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres ist noch kein nachhaltiger Boden gefunden worden. Zuletzt ließ die CagriSema-Studie den Unterstützungsbereich zwischen 280 und 300 DKK (37,47 bis 40,15 Euro) platzen.
Ein Ausbruchsversuch über die 200-Tage-Linie scheiterte ebenfalls. Nachdem der Relative-Stärke-Index (RSI) überkauft war, wendete sich das Blatt und der gegenwärtig anhaltende Abwärtsimpuls wurde eingeleitet. Vom Angriff auf den Iran und den Gesamtmarktturbulenzen blieb Novo Nordisk jedoch verschont - die Aktie war durch die Verluste der Vorwochen schon genug gestraft und mit Blick auf den RSI überverkauft.
... doch diese Konstellation hat schon einige Male gefruchtet
Um nichts zu beschönigen: Wenngleich sich das Kursgeschehen in den zurückliegenden 3 Tagen stabilisiert hat, ist das Chartbild insgesamt äußerst schwach. Von einer Trendwende ist Novo Nordisk gegenwärtig weit entfernt, zumal es das Management bislang verpasst hat, das Vertrauen der Anlegerinnen und Anleger zurückzugewinnen.
Nichtsdestotrotz lassen sich jetzt Argumente für einen antizyklischen Einstieg finden. Zum einen hat bereits eine Gegenbewegung begonnen, und zwar ausgehend von 225/230 DKK. Hier liegt ein Unterstützungsbereich, der aus einigen Verlaufshochs aus den Jahren 2020/2021 gebildet wurde, was auf eine Kaufzone hindeutet.
Der stark überverkaufte RSI konnte sich inzwischen auch erholen und dabei seine Abwärtstrendlinie überwinden. Das deutet ebenso wie der Trendstärkeindikator auf nachlassendes Verkaufsinteresse hin. Der MACD notiert zwar noch deutlich unterhalb seiner Nulllinie und zeigt damit einen grundsätzlich intakten Abwärtstrend an, doch er konnte sich bereits über die (rote) Signallinie verbessern. Das genügte in den vergangenen 12 Monaten immer wieder für mehrwöchige Erholungsbewegungen. Ein Muster, das sich nach den heftigen Verlusten der vergangenen Wochen jetzt wiederholen könnte.
Über Platz verfügt die Novo-Nordisk-Aktie zunächst bis in den alten Unterstützungsbereich, der nun als Widerstand fungieren dürfte. Mit einer nachhaltigen Trendwende ist dagegen weiterhin erst für Kurse dauerhaft über der 200-Tage-Linie zu rechnen. Fallen die Anteile unter 225 DKK, besteht im Bereich von 200 DKK (26,77 Euro) die nächste Unterstützung.
Fazit: Mit engem Stopp-Loss kann hier etwas versucht werden
Zwar ist eine Trendwende noch in weiter Ferne, doch technisch orientierte Traderinnen und Trader mit straffem Risikomanagement können die jüngsten Entspannungssignale der Aktie von Novo Nordisk jetzt für einen spekulativen Einstieg nutzen. Stopps sollten knapp unterhalb des 52-Wochen-Tiefs bei 225,93 DKK (30,24 Euro) gesetzt werden.
Für fundamental agierende Anlegerinnen und Anleger hat die Aktie derzeit abgesehen von der Dividendenrendite von 4,4 Prozent nur wenig zu bieten. Zwar wird das KGVe 2026 auf 11,6 geschätzt, was im Branchenvergleich äußerst günstig wäre. Doch diese Schätzung ist mit großen Unsicherheiten behaftet, zumal das Unternehmen erst vor wenigen Tagen seine Preise in den USA erneut deutlich gesenkt hat, was sich nachtteilig auf die Margen auswirken dürfte. Wer nicht aktiv handelt, hält daher zunächst noch Abstand.
Gastautor: Max Gross
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