Original-Research: Smartbroker Holding AG - von Montega AG
Einstufung von Montega AG zu Smartbroker Holding AG
Fokus bleibt konsequent auf Wachstum - Altersvorsorgedepot als potenzieller 'Gamechanger' Die Smartbroker Holding AG hat ihre vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 geliefert. Der Umsatz stieg um +33% auf 69 Mio. EUR (Vorjahr: 52 Mio. EUR; Guidance: 65-70 Mio. EUR). Das operative Ergebnis (EBITDA) erreichte mit 0 Mio. EUR (Vorjahr: 9 Mio EUR) den Break-even-Punkt und lag damit inmitten der Guidance von -1,5 bis 1,5 Mio EUR. Auch das Kundenwachstumsziel (80 Tsd. Neukunden) konnte mit 77 Tsd. Neukunden nahezu erreicht werden. SB hat in ihrem monatlichen KPI-Call Anfang März zudem die mittelfristigen Ziele bekannt gegeben. Fehlende PFOF-Umsätze durch Kostenstruktur kompensiert: Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert SB einen Konzernumsatz zwischen 66 bis 72 Mio. EUR sowie ein EBITDA erneut in der Spanne von -1,5 bis 1,5 Mio EUR. Dass die Umsatzprognose für 2026 lediglich eine Seitwärtsbewegung zum Vorjahr (2025: 69 Mio) vorsieht, ist auf das Payment-for-Order-Flow Verbot ab Juli diesen Jahres zurückzuführen. Demnach fallen ab dem laufenden Geschäftsjahr Umsätze im hohen einstelligen Millionen Bereich weg (PFOF-Anteil am Umsatz: ca. 16%). Durch Maßnahmen der Kostenreduktion, insbesondere verringerte Kosten pro Trade, wird der Umsatzrückgang jedoch nahezu vollständig kompensiert werden. Bereits die ersten beiden Monate des Geschäftsjahres stimmen positiv, da aufgrund der Rohstoff-Rally und der geopolitischen Lage die Handelsaktivität bei SB deutlich zugenommen hat. Positiv zu erwähnen ist auch, dass das Mediengeschäft mit einem Umsatz von rund 28 Mio. Euro und einem EBITDA von rund 6 Mio. Euro eine hochprofitable Basis bildet, die als stabiler Cashflow-Anker die notwendigen Spielräume für die Wachstumsinitiativen im Brokerage-Segment sichert. Investition in Wachstum: Die ergebnisseitige Guidance (EBITDA 2025: -1,5 bis 1,5 Mio EUR) zeigt, dass das Management bewusst den Gewinn von Marktanteilen gegenüber kurzfristiger Profitabilität priorisiert. Dafür möchte das Unternehmen ca. 12,5 Mio. EUR in das Marketing (Vorjahr: 10 Mio. EUR) investieren, um das Ziel von 100 Tausend Neukunden in 2026 zu erreichen. Ab 2027 wird jährlich mit einem Neukundenwachstum von 130 Tausend Personen gerechnet. Aktuell bezahlt SB pro Neukunde ca. 120 EUR an Customer Acquisition Costs, wobei dieser pro Jahr eine durchschnittliche Rohmarge von ca. 90 EUR beiträgt. Die operative Ertragskraft von SB wird durch die massiven Wachstumsinvestitionen überlagert. Bereinigt um das Marketingbudget für Neukundenakquise würde SB ein EBITDA (vor CAC) von 9 Mio. EUR in 2025 erzielen (SBe 2026: 13,6 Mio. EUR EBITDA vor CAC) und damit bereits eine hohe Profitabilität ausweisen. Auch die technologische Entwicklung des SB+ wird weiter vorangetrieben. Bis zu 20 neue Mitarbeiter sollen die Themen IT, Data und KI verstärken, um den Endkunden weitere Features anbieten zu können und das Produkt wesentlich auszubauen. SB plant hierfür eine Aufstockung des Budgets für IT-Investitionen und Personal von ca. 4 Mio. EUR ein. Gamechanger Altersvorsorgedepot: Einen wesentlichen Upside-Faktor, der in der aktuellen Guidance noch nicht enthalten ist, stellt das geplante Altersvorsorgedepot dar. Laut SB könnten dadurch in den kommenden 5-10 Jahren ca. 30-40 Mio. neue Depots in Deutschland eröffnet werden. Sollte dies wie erwartet im Frühjahr 2026 beschlossen werden und ab Januar 2027 in Kraft treten, könnte dies in der zweiten Jahreshälfte 2026 deutlich zusätzliche Marketinginvestitionen erfordern, um Smartbroker als einen der führenden Akteure in diesem neuen Marktsegment zu positionieren. Unseres Erachtens nach werden gerade Neobroker zu den 'Gewinnern' dieser politischen Entscheidung zählen. Das Altersvorsorgedepot spielt Neobrokern nämlich gleich zweifach in die Karten: Während die junge, digital-affine Zielgruppe ohnehin bereits dort ihre Depots führt, sorgt die geplante Kostenobergrenze dafür, dass die Profitabilität für dieses Produkt bei klassischen Vollbanken massiv unter Druck gerät, wohingegen Neobroker aufgrund ihrer Skalierbarkeit attraktive Margen erzielen können. Das Altersvorsorgedepot fungiert somit als potenzieller 'Gamechanger', der zwar kurzfristig das EBITDA belasten könnte, aber langfristig sowohl die Kundenbasis als auch das Transaktionsvolumen und damit die Ertragskraft massiv steigern dürfte. Da in der aktuellen Guidance das Altersvorsorgedepot noch nicht berücksichtigt ist, könnte es nach Zustimmung der Politik durch SB deutliche Anpassungen geben. Fazit: Trotz der im Jahresvergleich unveränderten Guidance für 2026 bleibt die Equity-Story von Smartbroker u.E. intakt. Die ausbleibenden PFOF-Umsätze werden durch operative Kostensenkungen kompensiert. Das Management bleibt seiner Wachstumsstrategie treu und reinvestiert konsequent in den Aufbau seiner Kundenbasis, die Verbesserung der Plattform und den Ausbau von Marktanteilen. Wir bestätigen unsere Kaufempfehlung mit einem unveränderten Kursziel von 18,00 EUR. +++ Diese Meldung ist keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte. Bitte lesen Sie unseren RISIKOHINWEIS / HAFTUNGSAUSSCHLUSS unter http://www.montega.de +++ Über Montega: Die Montega AG ist eine innovative Investment-Banking-Boutique mit klarem Fokus auf den Mittelstand und agiert als Plattformanbieter für den Austausch zwischen börsennotierten Unternehmen und institutionellen Investoren. Montega erstellt hochwertiges Equity Research, veranstaltet vielfältige Kapitalmarktevents im In- und Ausland und bietet eine umfassende Unterstützung bei Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen. Die Mission: Emittenten und Investoren zusammenbringen und für Transparenz im Börsenumfeld sorgen. Dabei konzentriert sich Montega auf jene Marktteilnehmer, deren Sprache die Mittelstandsexperten am besten beherrschen: Small- und MidCaps auf der einen sowie Vermögensverwalter, Family Offices und Investment-Boutiquen mit einem Anlagefokus im Nebenwertebereich auf der anderen Seite. Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden: Factsheet Kontakt für Rückfragen: Montega AG - Equity Research Tel.: +49 (0)40 41111 37-80 Web: www.montega.de E-Mail: info@montega.de LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/montega-ag Die EQS Distributionsservices umfassen gesetzliche Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen. | ||||||||||||||||||||
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