06.03.2026 -
Während der Ölpreis steigt, stehen die Aktienindizes unter Druck. Aktien westlicher Ölkonzerne können dennoch profitieren. Warum sie schon vor den Angriffen auf den Iran eine Überlegung wert waren, erläutert David Wehner, Head of Liquid Assets beim Münchener Vermögensverwalter FGTC Investment, in seinem aktuellen Marktkommentar.
Die Ölkonzerne kämpfen seit Jahren mit einem sinkenden Ölpreis. Seit dem Hoch nach Ausbruch des Ukraine-Krieges von mehr als 120 Dollar für ein Barrel Öl (Fass á 159 Liter) ging es unter Schwankungen abwärts. Bis zu den Angriffen der USA und Israels gegen den Iran notierte die Ölsorte WTI bei 66 US-Dollar und die Sorte Brent bei 70 US-Dollar je Barrel. Inzwischen stiegen die Preise für beide Sorten kräftig an, WTI notiert bei mehr als 75 Dollar und Brent bei mehr als 80 Dollar.
Der Iran ist nicht nur eines der wichtigsten Ölförderländer, er kontrollierte bislang auch die Straße von Hormus, die wichtigste Schifffahrtspassage für den globalen Ölhandel. Immerhin ein Fünftel der weltweiten Öl-Fördermenge muss die Meerenge passieren, zudem ein Drittel der Gasförderung. Wie sich der Ölpreis angesichts der neuen Eskalation im Nahen Osten entwickelt, hängt im Wesentlichen davon ab, wie schnell dort eine sichere Passage wieder möglich ist. Sollte die Straße von Hormus über einen längeren Zeitraum unpassierbar bleiben, wird sich das in einem deutlich höheren Ölpreis und einem Anstieg der Inflation in den Industriestaaten niederschlagen. Vorhandene Pipelines sind keine ausreichende Alternative und auch die zurückhaltende Fördermengenerhöhung der OPEC hilft kaum. Daher ist davon auszugehen, dass der Ölpreis tendenziell weiter steigt. Stärkere Schwankungen sind dabei durchaus möglich.
Die gute Nachricht für Anleger: Es gibt auch Profiteure der Entwicklung im Nahen Osten. Insbesondere westlichen Ölkonzernen kommt der höhere Ölpreis zugute, sofern sie weiterhin ungestört Öl fördern können. Sie profitieren vom sinkenden Angebot aus den arabischen Ländern.
