DJ Aktien Schweiz gehen schwach ins Wochenende - Nestle und Swisscom einzige SMI-Gewinner
Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--Am schweizerischen Aktienmarkt ist es am Freitag wie auch an den Nachbarbörsen in Europa deutlicher nach unten gegangen. Zum einen drückten die erneut stark steigenden Ölpreise vor dem Hintergrund des Kriegs in Nahost auf die Stimmung, weil dies Inflationssorgen schürt. Zum anderen fiel der US-Arbeitsmarktbericht für Februar viel schlechter als erwartet aus, was zusätzlich Konjunktursorgen hervorrief.
Während sich die Situation im Nahen Osten nicht wesentlich änderte und möglicherweise ein längerer Konflikt droht, schossen die Ölpreise weiter nach oben. Dazu trug auch bei, dass US-Präsident Trump offenbar eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran will.
Aus Katar kam eine Warnung in der "Financial Times" vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energie. Es sei zu befürchten, dass alle Förderstaaten am Persischen Golf ihre Produktion innerhalb weniger Wochen einstellen könnten. Währenddessen begann Kuwait bereits mit der Reduzierung der Produktion auf einigen Ölfeldern, weil dem Land Informanten zufolge der Platz zur Lagerung seines aufgestauten Rohöls fehlt. Hintergrund ist, dass derzeit kaum noch Öl durch die Straße von Hormus gelangt, die vom Iran kontrolliert wird. Der Preis der Nordseesorte Brent verteuerte sich um über 6 Prozent auf knapp 91 Dollar, das höchste Niveau seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran.
Auch mit Blick auf das Wochenende, an dem auf neue Entwicklungen nicht sofort reagiert werden kann, gingen die Akteure auf Nummer sicher und trennten sich von Aktien. Zusätzlich dürfte der festere Franken kursbremsend gewirkt haben, weil er Exporte aus der Schweiz verteuert. Wie der US-Dollar war der Franken als sicherer Hafen gesucht angesichts der Lage im Nahen Osten.
Der SMI verlor 1,5 Prozent auf 13.096 Punkte. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 18 Kursverlierer und 2 -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 26,93 (Donnerstag: 22,97) Millionen Aktien.
Am besten hielten sich Aktien von Unternehmen, die als weniger konjunkturempfindlich gelten. So stieg die Nestle-Aktie sogar ganz leicht. Daneben ging es für Swisscom um 0,5 Prozent nach oben. Am Ende im SMI rangierten mit Amrize (-5,4%), Sika (-3,6%) oder Holcim (-3,3%) dagegen klassische Zykliker.
Mit einem Minus von 2,9 Prozent fanden sich auch Roche weit hinten im Tages-Classement nach einer nicht überzeugenden Studie eines Gewichtsreduzierers, der gemeinsam mit der dänischen Zealand Pharma entwickelt wurde. Die Aktie des dänischen Partners brach darauf um 36,5 Prozent ein.
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March 06, 2026 11:58 ET (16:58 GMT)
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