DJ PTA-News: Wacker Chemie AG: WACKER rechnet für 2026 mit leichtem Wachstum - München, 11. März 2026
Unternehmensmitteilung für den Kapitalmarkt
Wacker Chemie AG: WACKER rechnet für 2026 mit leichtem Wachstum
München, 11. März 2026
München (pta000/11.03.2026/07:00 UTC+1)
• WACKER bestätigt vorläufige Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025: Konzernumsatz sinkt in herausforderndem
Marktumfeld um 4 Prozent auf 5,49 Mrd. EUR; EBITDA vor Sonderaufwendungen bei 529 Mio. EUR • Sonderaufwendungen für Restrukturierung und Wertberichtungen führen zu negativem Jahresergebnis in Höhe von -805
Mio. EUR, weshalb für 2025 keine Dividendenzahlung vorgeschlagen wird • Projekt PACE zur nachhaltigen Senkung der Kosten um über 300 Mio. EUR pro Jahr schreitet plangemäß voran • Ausblick 2026: Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet; EBITDA voraussichtlich in der
Spanne von 550 bis 700 Mio. EUR
München - Die Wacker Chemie AG hat heute bei der Vorlage ihres Geschäftsberichts 2025 bestätigt, dass das Unternehmen im abgelaufenen Geschäftsjahr aufgrund des herausfordernden Marktumfelds bei Umsatz und Ergebnis unter den Werten des Jahres 2024 geblieben ist.
So belief sich der Gesamtumsatz des Konzerns auf 5,49 Mrd. EUR. Das sind 4 Prozent weniger als im Jahr 2024 (5,72 Mrd. EUR). Das berichtete Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug 427 Mio. EUR (2024: 744 Mio. EUR). Das ist ein Minus von 43 Prozent. Gründe hierfür waren neben geringeren Absatzmengen und Preisen eine niedrigere Auslastung der Produktionsanlagen sowie die weiterhin hohen Energiekosten in Deutschland. Belastet wurde das Ergebnis zudem von Sonderaufwendungen für Restrukturierung in Höhe von 103 Mio. EUR für das laufende Kostenprojekt PACE. Vor Sonderaufwendungen lag das EBITDA entsprechend bei 529 Mio. EUR; 29 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.
Der Umsatz und das EBITDA vor Sonderaufwendungen im Geschäftsjahr 2025 lagen damit im Rahmen der aktuellen Markterwartungen, die sich für den Konzernumsatz von WACKER im Schnitt auf 5,48 Mrd. EUR und für das EBITDA auf durchschnittlich 523 Mio. EUR beliefen (Quelle: Vara Research, 11. Februar 2026).
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) war aufgrund der oben beschriebenen Effekte im Geschäftsjahr 2025 mit -180 Mio. EUR negativ (2024: 271 Mio. EUR). Die Abschreibungen betrugen 606 Mio. EUR und lagen damit deutlich über dem Vorjahr (473 Mio. EUR). Grund für den Anstieg war unter anderem die Sonderabschreibung eines Geschäftswerts, der im Rahmen der Akquisition des Unternehmens ADL Biopharma in Spanien entstanden war.
Aufgrund negativen Jahresergebnisses keine Dividende für 2025 vorgeschlagen
Das Jahresergebnis 2025 lag mit -805 Mio. EUR (2024: 261 Mio. EUR) aufgrund von Sonderaufwendungen und Wertberichtigungen im negativen Bereich. In Summe belaufen sich die Wertberichtigungen, die zum Jahresende 2025 wirksam wurden, auf rund 600 Mio. EUR. Davon entfallen 308 Mio. EUR auf eine Wertminderung der Anteile an der Siltronic AG, deren Börsenkurs dauerhaft unter dem geführten Buchwert lag. 194 Mio. EUR betreffen aktive latente Steuern in Deutschland, deren Werthaltigkeit nicht mehr gegeben ist. 89 Mio. EUR ergeben sich aus der oben beschriebenen Sonderabschreibung des Geschäftswerts in Spanien.
Aufgrund des negativen Jahresergebnisses schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 6. Mai 2026 vor, für das Geschäftsjahr 2025 keine Dividende auszuschütten.
Chemieindustrie 2025 weiter unter Druck geraten
"Die chemische Industrie ist 2025 unter enormen Druck geraten. Die Nachfrage war in vielen Abnehmerbranchen weiterhin schwach. Handelskonflikte und geopolitische Krisen haben die Unsicherheiten am Markt befeuert. Das hat dazu geführt, dass Bestellungen zurückgehalten wurden. Viele Unternehmen haben Investitionen verschoben", erläuterte WACKER Vorstandschef Christian Hartel bei der Vorlage der Bilanz am Mittwoch in München. "Dazu kommen neue Wettbewerber, die auf den Markt drängen", so Hartel weiter. In vielen Bereichen gebe es mittlerweile hohe Überkapazitäten. Der Markt verschiebe sich grundlegend.
WACKER musste in diesem herausfordernden Umfeld - wie viele andere Chemieunternehmen auch - seine ursprünglichen Ziele für 2025 unterjährig nach unten anpassen. "Mit dem Jahresumsatz von 5,49 Mrd. EUR und einem EBITDA von rund 529 Mio. EUR vor Sonderaufwendungen liegen wir im Rahmen der Markterwartungen. Doch wir können uns damit nicht zufriedengeben", so Hartel weiter.
Kostenprojekt PACE auf Kurs
Um die Wettbewerbsfähigkeit von WACKER zu stärken, hat das Unternehmen im Oktober 2025 unter dem Namen "PACE" das größte Kostensenkungsprojekt in seiner Geschichte gestartet. Ziel ist es, mit PACE die Kosten in Produktion und Verwaltung um über 300 Millionen Euro jährlich zu reduzieren. "So bringen wir unsere Kosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau und führen WACKER zurück auf die Erfolgsspur", betonte Hartel. Um dieses Ziel zu erreichen, werden über 1.500 Stellen weltweit wegfallen, der Großteil davon in Deutschland. Das hatte WACKER bereits 2025 angekündigt. Wann das Unternehmen Details zum Stellenabbau in Deutschland bekannt geben kann, hängt vom Fortgang der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern ab, die derzeit laufen.
Für 2026 leichtes Wachstum erwartet
Für das erste Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 1,35 Mrd. EUR. Der Umsatz liegt damit unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang erklärt sich vor allem aus negativen Währungseffekten. Das EBITDA wird dagegen voraussichtlich bei 140 bis 160 Mio. EUR und damit über dem Niveau des Vorjahres liegen. Hier wirken sich Kosteneinsparungen positiv aus. Für das Gesamtjahr geht WACKER von einem Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich und einem EBITDA in der Spanne von 550 bis 700 Mio. EUR aus. Dabei sind mögliche Auswirkungen aus den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten in der Prognose nicht enthalten.
"Wir sehen weiterhin keine Trendwende im Markt. Umso wichtiger sind die Hebel, die wir selbst beeinflussen können. An ihnen werden wir auch 2026 mit Hochdruck arbeiten", so Hartel. Mittel- und langfristig werde WACKER wieder profitabel wachsen. "Mit PACE stellen wir uns wieder wettbewerbsfähig auf. Gleichzeitig schärfen wir unser Geschäftsmodell. In unseren Chemiebereichen fokussieren wir uns auf Spezialitäten, im Polysilicium-Geschäft auf den Halbleitermarkt und in unserer Life-Science-Sparte Biosolutions auf innovative Biotech-Anwendungen. Damit sind wir für die Zukunft gut aufgestellt, um unsere Kunden bestmöglich zu bedienen", so Hartel.
Geschäftsentwicklung 2025
Regionen
Im Geschäftsjahr 2025 erwirtschaftete WACKER rund 83 Prozent seines Umsatzes im Ausland und 17 Prozent in Deutschland. Dabei war die Entwicklung in den Regionen Asien und Amerika rückläufig; Europa zeigte sich stabil. In Asien beliefen sich die Erlöse auf 1,92 Mrd. EUR (2024: 2,11 Mrd. EUR), dies ist ein Rückgang um 9 Prozent. In Europa erzielte WACKER einen Umsatz von 2,22 Mrd. EUR (2024: 2,21 Mrd. EUR). In der Region Amerika verringerte sich der Umsatz um 5 Prozent auf 1,02 Mrd. EUR (2024: 1,07 Mrd. EUR).
Investitionen
Die Investitionen lagen 2025 mit 466 Mio. EUR um 34 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (2024: 709 Mio. EUR). Die Investitionstätigkeit umfasste weltweit alle vier Geschäftsbereiche. In den Chemiebereichen flossen unter anderem Mittel in einen neuen Produktionsstandort im tschechischen Karlsbad, an welchem ab 2026 raumtemperaturvernetzende Hochleistungssilicone produziert werden. Auch am chinesischen Standort Zhangjiagang sowie im japanischen Tsukuba und im südkoreanischen Jincheon wurden Kapazitäten für die Produktion von Spezialsiliconen erweitert. Investiert wurde auch in zusätzliche Kapazitäten für VAE-Dispersionen am US-amerikanischen Standort Calvert City. Am Standort Burghausen wurden die Kapazitäten für die Produktion von Polysilicium für Halbleiteranwendungen erweitert. Mit der neuen Reinigungslinie hat WACKER seine Kapazitäten für höchstreines Halbleiter-Polysilicium um mehr als 50 Prozent erhöht und die Reinheit des Materials weiter gesteigert. Im Bereich Biosolutions wurde in ein neues Forschungszentrum für innovative Biotech-Lösungen investiert. Das WACKER Biotechnology Center wurde Mitte des Jahres in München eröffnet.
Mitarbeitende
Die Zahl der Mitarbeitenden ist im Geschäftsjahr 2025 um 170 Beschäftigte zurückgegangen. Zum 31. Dezember 2025 waren weltweit 16.467 Mitarbeitende (31.12.2024: 16.637 Mitarbeitende) für WACKER tätig. An den deutschen Standorten arbeiteten zum Stichtag 10.749 Mitarbeitende (2024: 10.657), im Ausland waren es 5.718 (2024: 5.980).
Netto-Cashflow, Nettofinanzschulden und Eigenkapitalquote
Der Netto-Cashflow war im Geschäftsjahr 2025 mit -4 Mio. EUR annähernd ausgeglichen (2024: -326 Mio. EUR). Grund für die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr war vor allem eine deutliche Reduzierung des Vorratsvermögens und geringere Auszahlungen für Investitionen.
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 wies WACKER Nettofinanzschulden in Höhe von 886 Mio. EUR aus (31.12.2024: 691 Mio. EUR).
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