FRANKFURT (dpa-AFX) - Die zuletzt erholten Aktien von Gerresheimer sind am Mittwochmorgen zeitweise wieder um fast 18 Prozent eingebrochen. "Die Nachrichtenlage bleibt desaströs", sagte ein Börsianer nach einer erneuten Hiobsbotschaft des Herstellers von Spezialverpackungen vom Dienstagabend.
In einer Mitteilung mussten die Düsseldorfer am späten Vorabend eingestehen, dass der Geschäftsbericht 2025 wohl erst im Juni veröffentlicht werden kann. Wegen dieser Verschiebung droht der Rausschmiss aus dem Nebenwerteindex SDax . Auch die eigentlich für den 3. Juni geplante Hauptversammlung muss verschoben werden.
In Sichtweite des jüngsten Tiefs seit dem Jahr 2009 fanden sich bei 16,30 Euro dann aber wieder einige Käufer. Nach anderthalb Stunden Handel lagen die Gerresheimer-Aktien bei 17,80 Euro nur noch mit zehn Prozent im Minus.
Prüfungen des Konzernabschlusses wegen Fehlern in der Bilanzierung sind seit September bekannt. Mitte Februar waren die Gerresheimer-Aktien dann nochmals nach unten gekracht, als deshalb der Geschäftsbericht 2025 verschoben wurde. Ende Februar drückten dann Nachrichten der Finanzaufsicht Bafin die Aktien auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2009. Die Bafin erweiterte eine bereits laufende Prüfung und leitete eine weitere Untersuchung ein.
Analyst Harald Hof von MWB Research sieht in den aktuellen Nachrichten einen weiteren Mosaikstein in der Vertrauenskrise. Zudem drohten Probleme mit den Kreditgebern. Gerresheimer ist laut eigenen Angaben in Gesprächen, um eine Verlängerung der in den Finanzierungsverträgen festgelegten Vorlagepflichten des testierten Jahres- und Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2025 zu vereinbaren./ag/tih/stw




