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Asset Standard
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Stephan Fritz (Flossbach von Storch): Eine Anleitung für mehr Geduld (am Aktienmarkt)!

12.03.2026 -

Der nächste Hype macht alle reich? Wer das glaubt, sollte Amaras Gesetz kennen. Warum Anleger Trends regelmäßig überschätzen - und am Ende oft teuer dafür bezahlen.

KI-Hype, Goldpreis-Rally, Rüstungsaktien: Immer wieder lassen sich Anlegerinnen und Anleger von Trends mitreißen und glauben, ein neuer Boom werde die Welt verändern - und schnelle Gewinne versprechen. Amaras Gesetz erinnert jedoch daran, wie wichtig Vorsicht, kritisches Urteilsvermögen und Geduld am Aktienmarkt sind.

Aber was genau ist eigentlich Amaras Gesetz? Es geht zurück auf eine Aussage des amerikanischen Zukunftsforschers und Wissenschaftlers Roy Charles Amara, der in den späten 1960er-Jahren sagte:

"We tend to overestimate the effect of a technology in the short run and underestimate the effect in the long run."

Frei übersetzt: "Wir neigen dazu, die Auswirkungen einer Technologie auf kurze Sicht zu überschätzen und auf lange Sicht zu unterschätzen." Diese Aussage wird heute als " Amaras Gesetz" bezeichnet.

Erinnern wir uns an den US-Tech-Milliardär Elon Musk. 2015 sagte er, in zwei Jahren würden wir alle autonom fahren - spätestens in fünf, allerspätestens in sieben. Oder Geoffrey Hinton, Nobelpreisträger und KI-Pionier: Er empfahl 2016, keine Radiologen mehr auszubilden. KI werde deren Arbeit spätestens in fünf Jahren besser erledigen. Und heute? Die Radiologen stehen im Stau. Auf dem Weg zur Arbeit. In normalen Autos.

Musk und Hinton sind weder naiv noch leichtfertig - im Gegenteil. Doch genau das zeigt, wie schwierig Prognosen sind, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.

Diversifikation statt Konzentration

Auch unsere Aktienanalysten stehen nicht nur bei KI-Unternehmen, sondern bei jedem Hype - ob gestern, heute oder morgen - vor denselben grundlegenden Fragen: Wer ist in zwei Jahren technologisch führend? Welcher Chip bietet in fünf Jahren das beste Preis-Leistungs-Verhältnis? Und vor allem: Wie hoch ist die Zahlungsbereitschaft für Dienstleistungen, die es heute noch gar nicht gibt?

Damit sind wir auch bei der eigentlichen Funktion von Diversifikation: Nicht nur Chancen zu streuen, sondern vor allem Risiken zu begrenzen.

Mit Blick auf unsere Multi-Asset-Strategie und den IT-Sektor gilt: Dort wird ohne Frage sehr gutes Geld verdient - und auch wir sind mit knapp 20 Prozent in IT-Titeln investiert. Allerdings macht keine einzelne Position mehr als 3 Prozent des NAV (Net Asset Value; Gesamtwert aller Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten) aus. Unser Grundsatz lautet: Diversifikation statt Konzentration.

Kapitalgewichtet enteilen die Kurse den Gewinnen

Ob man bei den gängigen kapitalgewichteten Indizes tatsächlich noch von breiter Diversifikation sprechen kann, muss jeder für sich entscheiden. Im S&P 500 etwa entfallen inzwischen knapp 40 Prozent auf die zehn größten Unternehmen - und sie stammen allesamt aus dem IT-Sektor. Entsprechend ambitioniert sind die Bewertungen.

Was in einer gleichgewichteten Betrachtung noch wie ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis wirkt, erscheint kapitalgewichtet (siehe Grafik) deutlich anspruchsvoller - und tendenziell teuer.

Klicken Sie hier und lesen Sie den vollständigen Beitrag.

© 2026 Asset Standard
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