7. bis 13. März 2026
Internationale Aktien gaben diese Woche nach. Die US-Zehnjahresrendite stieg um 6 Basispunkte auf 4,24%. Dabei legten die Kurzfristrenditen überdurchschnittlich zu, weil Zweifel an Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr aufkamen. Das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um weitere 5 US-Dollar auf 93,50 US-Dollar. Gemessen an Terminkontrakten auf den CBOE Volatility Index (VIX) fiel die Volatilität diese Woche von knapp 27,7 auf 23,8.
Irankrise
Wachsende Angst vor einem längeren Krieg
Steigende Ölpreise seien weniger schlimm als eine iranische Atombombe, meinte US-Präsident Donald Trump am Donnerstag. Damit äußerte er sich schärfer als zu Wochenbeginn. Viele Kriegsziele seien schon erreicht, hatte es noch vor wenigen Tagen geheißen. Der Iran wiederum weitete den Krieg aus und griff Schiffe im Persischen Golf an. Vielleicht wird er sogar die Straße von Hormus verminen, wofür es nach US-Angaben bislang aber keine Anzeichen gibt. Am Donnerstag sprach der britische Verteidigungsminister John Healey hingegen von "immer mehr Hinweisen" darauf, dass der Iran mit der Verminung begonnen habe. Anderen Berichten zufolge erlaubt der Iran Tankern befreundeter Länder weiterhin die Passage, was wiederum gegen eine Verminung spräche. Die Lage bleibt also unübersichtlich. Nach Angaben des US-Oberkommandos vom Donnerstag wurden bislang mehr als 60 iranische Schiffe zerstört oder schwer beschädigt, darunter mindestens 30 Minenleger. Am selben Tag sagte US-Finanzminister Scott Bessent, dass die US-Marine Schiffe im Persischen Golf begleiten würde, sobald dies militärisch möglich sei. Die Ölpreise bleiben volatil: WTI kostete am frühen Montagmorgen fast 120 US-Dollar je Barrel, um am Dienstag auf 77 US-Dollar zurückzugehen. Im Wochenverlauf stieg der Preis dann wieder, weil man zunehmend Versorgungsengpässe und iranische Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf fürchtete.
Nach einem Bloomberg-Bericht vom Mittwoch hat der Iran regionalen Vermittlern gegenüber einen Waffenstillstand ins Spiel gebracht. Voraussetzung seien aber amerikanische Garantien, dass weder die USA noch Israel den Iran weiter angriffen. Große Sorgen macht man sich in Teheran vor allem über neue israelische Attacken auch nach dem Ende des Krieges. Man wünscht sich daher internationale Garantien zur Verhinderung weiterer Angriffe und fordert außerdem Reparationen.
Am Donnerstag erklärte Irans neuer oberster Führer, Modschtaba Chamenei, dass die Straße von Hormus geschlossen bleiben solle und man gegebenenfalls weitere Fronten eröffnen werde - alles Anzeichen für einen andauernden Krieg.
Bloomberg berichtete unterdessen, dass der Ölpreis inflationsbereinigt noch deutlich unter früheren Höchstständen liege. Im März 2022, nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, kostete das Barrel Rohöl 139 US-Dollar, etwa 157 US-Dollar in heutigem Geld. Der Höchststand von 147,50 US-Dollar im Juli 2008 entspräche heute etwa 205 US-Dollar. Hinzu kommt, dass die Industrieländer heute sehr viel weniger energieintensiv produzieren als in früheren Energiekrisen, etwa in den 1970ern.
IEA-Länder geben Ölreserven frei
Die Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur werden 400 Millionen Barrel aus ihren Ölreserven freigeben, so viel wie noch nie. 172 Millionen Barrel sollen dem Vernehmen nach auf die USA entfallen. Insgesamt soll so viel Öl auf den Markt kommen, wie die Golfländer in etwa 20 Tagen üblicherweise fördern. Auch heißt es, dass das Weiße Haus eine Aussetzung des Jones Act erwäge, nach dem nur Schiffe unter amerikanischer Flagge (von denen es nicht viele gibt) Güter von einem US-Hafen zu einem anderen bringen dürfen. Ausländische Schiffe könnten dann Treibstoff und Lebensmittel zwischen amerikanischen Häfen transportieren. Um die Ölpreise weiter zu stabilisieren, haben die USA auch einige Sanktionen gegen russisches Öl aufgehoben.
Konjunktur
USA plant Prüfungen nach Section 301
Nach dem höchstrichterlichen Urteil, das Trumps IEEPA-Zölle für unrechtmäßig erklärt, untersucht der amerikanische Handelsbeauftragte jetzt die Außenhandelspolitik von über 60 Ländern. Dabei beruft er sich auf Section 301 des Trade Act von 1974. Schwerpunkte der Untersuchungen werden strukturelle Überkapazitäten im Verarbeitenden Gewerbe und unfaire Handelspraktiken sein. Sie sollen in den nächsten 150 Tagen stattfinden, bevor die nach Section 122 verhängten Übergangszölle auslaufen. Es wird erwartet, dass am Ende neue Zölle kommen, die etwa den vom Supreme Court gekippten IEEPA-Zöllen vom "Liberation Day" 2025 entsprechen.
US-BIP im 4. Quartal nach unten korrigiert
Im 4. Quartal 2025 wuchs die US-Wirtschaft noch schwächer als zunächst angenommen. Annualisiert legte sie nur um 0,7% zu und nicht um die geschätzten 1,4%, berichtete das US-Handelsministerium am Freitag. Den größten Anteil an der Korrektur hatte der längste Government Shutdown der Geschichte, der das Wachstum um über 1 Prozentpunkt bremste. Ebenfalls am Freitag wurde bekannt, dass die PCE-Kerninflation nach 3% p.a. im Dezember im Januar wie erwartet 3,1% betragen hatte. Vermutlich erholt sich das Wirtschaftswachstum im 1. Quartal, doch könnte der ungewöhnlich strenge Winter die Konjunktur schwächen.
Kurz gefasst
Weniger als 10% der CEOs amerikanischer Großunternehmen wollen 2026 wegen KI Stellen abbauen. Das ist das Ergebnis einer neuen Umfrage des Beratungsunternehmens KPMG. 55% planen aufgrund von KI sogar Neueinstellungen. Bei 36% soll alles beim Alten bleiben.
In den ersten fünf Monaten des laufenden Haushaltsjahres betrug das US-Haushaltsdefizit 1 Billion US-Dollar, 12% weniger als im Vorjahr.
Am Private-Credit-Markt sorgt man sich um illiquide Loans. Diese Woche schränkten mehrere Fonds Rückzahlungen ein, weil sich viele Anleger von Anteilen trennen wollten. Die Fonds leiden unter einer Welle von Rückgabewünschen, da die Zweifel an der Kreditqualität zunehmen. Das gilt vor allem für Softwarefirmen, deren Geschäftsmodelle von KI bedroht sind.
Die Verkäufe amerikanischer Bestandsimmobilien stiegen im Februar um 1,7%. Der Bestand unverkaufter Objekte ist 3,8-mal so hoch wie die monatliche Nachfrage. Der Medianpreis einer Bestandsimmobilie stieg um 0,3% auf 398.000 US-Dollar.
Aufgrund des Irankrieges fiel das Anlegervertrauen im Euroraum im März von 7,3 auf u20113,1.
Das amerikanische Handelsdefizit ist von 72,9 Milliarden US-Dollar im Dezember auf 54,5 Milliarden US-Dollar im Januar gefallen.
In Kanada wurden im Februar 83.900 Stellen abgebaut; die Arbeitslosenquote stieg von 6,6% auf 6,7%.
Die japanischen Reallöhne legten im Januar überraschend stark um 1,4% z.Vj. zu. Volkswirte hatten im Median nur mit 0,9% gerechnet. Das berichtete das Arbeitsministerium am Montag. 2025 waren die Reallöhne noch jeden Monat gefallen. Jetzt stiegen sie so stark wie zuletzt im Mai 2021.
Am Dienstag berichtete die Bank of Korea, dass Südkoreas Wirtschaft 2025 um 1% gewachsen sei, vor allem wegen hoher Exporte. Im 4. Quartal sei sie allerdings um 0,2% geschrumpft.
Diese Woche traf sich der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina mit Kevin Warsh, Trumps Kandidaten für die Nachfolge von Jerome Powell als Notenbankchef. Laut Tillis ist Warsh "über jeden Zweifel erhaben". Dennoch werde er im Ausschuss nicht für ihn stimmen, solange das US-Justizministerium seine Ermittlung gegen Powell nicht beendet habe. Senator Tim Scott, Vorsitzender des Bankenausschusses, sagte, dass er auf ein Ende der Untersuchung hoffe, damit man sich schnell mit Warshs Nominierung befassen könne.
Nächste Woche
Montag: US-Industrieproduktion, kanadische Verbraucherpreise
Dienstag: Notenbanksitzung in Australien, schwebende Hausverkäufe in den USA
Mittwoch: japanische Handelsbilanz, Euroraum-Verbraucherpreise, Offenmarktausschusssitzung der Fed, Produzentenpreise und Bestellungen langlebiger Güter in den USA, Notenbanksitzung in Kanada
Donnerstag: japanische Industrieproduktion, britische Arbeitslosenquote, Sitzung der Bank of England, EZB-Ratssitzung, Verkäufe neuer Immobilien in den USA
Freitag: Handelsbilanz des Euroraums, kanadische Einzelhandelsumsätze
Fokussiert und diversifiziert bleiben
Unabhängig vom Marktumfeld halten wir es für sehr wichtig, dass Investoren stark nach Assetklassen diversifizieren. Durch eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Investmentberater können Sie dazu beitragen, dass Ihr Portfolio angemessen diversifiziert ist und zu Ihren Langfristzielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Diversifikation garantiert aber keine Gewinne und schützt auch nicht vor Verlusten.
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Quellen: MFS Research, Wall Street Journal, Financial Times, Reuters, Bloomberg News, FactSet Research.
