20.03.2026 -
EZB: Zinsanhebung bereits im April?
"Wir sind gut gerüstet, um diese Unsicherheit zu bewältigen", ließ Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) gestern verlauten. Als würden die Militäroperationen in der Golfregion Anlegern nicht schon genug Verunsicherung schüren, droht Ihnen nun also noch ein weiterer Belastungsfaktor: Steigende Leitzinsen. Die EZB hat im Umfeld ihrer gestrigen Ratssitzung klargemacht, sie sei gewillt, ihr Inflationsziel von zwei Prozent mit Zähnen und Klauen zu verteidigen. Die Erinnerungen an die Jahre 2022-23, als die EZB (und zahllose andere Zentralbanken) mutmaßlich zu spät auf den Inflationsanstieg reagierten, ist noch frisch in den Köpfen aller Beteiligten abrufbar. Droht uns nach der Energiepreiskeule jetzt auch noch der Zinsknüppel? Eine Abwägung.
Im Zuge des Einmarsches Russlands in die Ukraine kam es 2022 zu einem massiven Anstieg der Rohölund Gaspreise. Die Inflationsrate kletterte in diesem Umfeld in Richtung zehn Prozent. Lange Zeit wurde argumentiert, es handele sich um einen vorübergehenden Preisauftrieb. Erst als die Teuerungsrate in der Eurozone fast bei neun Prozent angekommen war, hob die EZB ihre Leitzinsen an.

