DJ S&P Global: Iran-Krieg belastet deutsche Wirtschaft im März
Von Andreas Plecko
DOW JONES--Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich im März stärker als erwartet abgeschwächt, während der Kostendruck infolge des Krieges im Nahen Osten sprunghaft gestiegen ist. Der von S&P Global erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - verringerte sich auf 51,9 von 53,2 Punkten im Vormonat, wie aus den Daten der ersten Veröffentlichung hervorgeht. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 52,3 erwartet.
Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg auf 51,7 von 50,9 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 49,5 erwartet. Der Index für den Servicesektor ging zurück auf 51,2 von 53,5 Punkten. Die Prognose hatte auf einen Rückgang auf 52,5 gelautet.
Das dritte Auftragsplus im verarbeitenden Gewerbe in Folge war im März so hoch wie seit über vier Jahren nicht mehr. Zahlreichen Umfrageteilnehmern zufolge zog die Nachfrage aufgrund des Krieges im Nahen Osten an. So waren einige Unternehmen bestrebt, Störungen der Lieferkette zu vermeiden und die Lager aufzustocken. Allerdings wurde dieser Orderzuwachs vom rückläufigen Neugeschäft im Dienstleistungssektor deutlich überlagert, weshalb der gesamte Auftragseingang das erste kleine Minus seit drei Monaten auswies.
Die Einkaufspreise legten zum Quartalsende so rasant zu wie seit über drei Jahren nicht mehr. Gestiegen ist der Ausgabendruck zwar in beiden Sektoren, doch übertraf der stärkste Kostenauftrieb seit Oktober 2022 im verarbeitenden Gewerbe den der Serviceanbieter sogar noch. Verteuert haben sich laut Befragten Energie, Kraftstoffe sowie eine Reihe von Rohstoffen, und auch die Transport- und Lohnkosten legten zu.
Folglich wurden auch die Verkaufspreise deutlicher angehoben als zuletzt, wenngleich dieser Anstieg moderater ausfiel als der Kostenauftrieb. Bei den Fertigern wurden die Verkaufspreise so kräftig erhöht wie seit über drei Jahren nicht mehr, bei den Dienstleistern schwächte sich der Anstieg der Angebotspreise gegenüber den beiden Vormonaten hingegen ab, wenngleich er noch immer deutlich über seinem Langzeitdurchschnitt lag.
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March 24, 2026 04:42 ET (08:42 GMT)
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