DJ MÄRKTE EUROPA/Etwas leichter - Puig haussieren mit Estee-Lauder-Interesse
DOW JONES--Nach der Erholung vom Vortag geht es mit den Kursen an Europas Börsen am Dienstag im frühen Handel wieder leicht nach unten. Der Preis für Brent steigt um Morgen um rund 2 Prozent auf 102 Dollar. Anleger stehen laut QC Partners weiterhin vor der schwierigen Aufgabe, zu beurteilen, wie lange der Krieg im Iran noch dauern werde. "Niemand kann aktuell seriös sagen, wie konkret und erfolgversprechend die Gespräche zwischen den USA und dem Iran sind. Der Begriff Entscheidungsfindung unter Unsicherheit war an den Börsen selten so zutreffend wie aktuell", so Stratege Thomas Altmann. Die vergangenen Tage hätten eindrucksvoll gezeigt, dass es teuer sein könne, im fallenden Markt investiert zu sein. "Sie haben aber auch gezeigt wie teuer es sein kann, im wieder steigenden Markt nicht dabei zu sein."
"Positiv ist, dass der US-Präsident angesichts des jüngsten Deeskalationsversuchs offenbar weiter an einem 'Deal' interessiert ist. Hintergrund dürfte insbesondere der innenpolitische Druck sein, der ihm entgegenschlägt", heißt es bei der DZ Bank. Schließlich seien auch die Kraftstoffpreise in den USA deutlich gestiegen - mit Blick auf die im Herbst anstehenden Mid-Terms keine guten Voraussetzungen für die Republikaner. Die Reaktion auf die Meldung vorhandener "produktiver Gespräche" verdeutliche außerdem, dass die Kapitalmärkte bereit seien, wieder positiver in die Zukunft zu schauen, sofern greifbare Signale der Entspannung auftauchten.
Der DAX verliert 0,5 Prozent auf 22.545 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es 0,2 Prozent nach unten. Am Devisenmarkt gibt der Euro leicht nach auf 1,1592 Dollar. An den Anleihemärkten ist es am Morgen weitgehend ruhig.
Mit Blick auf die heute zur Veröffentlichung anstehenden Einkaufsmanagerindizes der Eurozone dürften diese nach Einschätzung der Commerzbank wegen des Iran-Kriegs im März gefallen sein. Allerdings könnten Konsumenten aufgrund der gesprungenen Energiepreise ihre Ausgaben an anderer Stelle reduzieren und Unternehmen Invesititionen aufschieben. Dies dürfte den zusammengefassten Einkaufsmanagerindex sowie den Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich, die ausschließlich die aktuelle Produktion widerspiegeln, nur geringfügig fallen lassen. Im Konsens wird für den Index des nicht-verarbeitenden Gewerbes ein Rückgang auf 51,1 von 51,9 und für das verarbeitende auf 49,5 nach 50,8 Punkten erwartet.
Als strategisch sinnvoll wird im Handel ein möglicher Kauf von Puig Brands durch Estee Lauder gewertet. Estee Lauder hat Gespräche mit Puig bestätigt, ohne Details zu nennen. Beide Unternehmen sollen laut dem Wall Street Journal über eine Kombination aus Bargeld und Aktien diskutiert haben, weitere Einzelheiten waren zunächst nicht in Erfahrung zu bringen. Die Gespräche von Estee Lauder kommen nach Einschätzung von JP Morgan überraschend, und es könnte potenzielles Interesse von anderen Branchenakteuren aufkommen. Ein potenzieller Deal könnte zudem kartellrechtliche Fragen für den US-Markt für Prestige-Make-up aufwerfen. Die Aktien von Estee Lauder schlossen an Wall Street 7,7 Prozent niedriger. Puig haussieren an der Madrider Börse mit Aufschlägen von 14,7 Prozent.
Mehrere Private-Equity-Firmen, darunter Apollo Global Management und Bain Capital, erwägen Gebote für die Industriesparte von Continental, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Personen. Demnach haben sich Advent und CVC Capital Partners zusammengetan, um für die Kautschuk- und Kunststoffsparte Contitech zu bieten. Die Sparte könne mit 3,5 bis knapp über 4 Milliarden Euro liegen. Banker arbeiteten derzeit an Kreditpaketen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro, um eine Transaktion zu finanzieren. Im Handel erwartet man keine größere Kursreaktion in der Continental-Aktie auf die Nachricht. Dass verhandelt werde über die Sparte, sei seit längerem bekannt. Continental handeln wenig verändert.
Mit Abgaben von 4,4 Prozent führen SAP die Verliererliste im DAX an. Belastend wirkt eine Herunterstufung auf "Neutral" durch JP Morgan. Während die S/4HANA-Cloud-Migration weiterhin Umsätze generieren sollte, werde sich das aktuelle Cloud-Auftragsbestands-Wachstum wahrscheinlich weiter verlangsamen, so die Analysten. Im Handel wird zudem auf die schwer angeschlagene technische Lage der SAP-Aktie verwiesen.
In Bayer läuft laut Angaben aus dem Handel eine kleinere Platzierung. Insgesamt sollen 8,5 Millionen Stücke angeboten worden sein, diese stammten aus dem Besitz von Inclusive Capital Partners. Die Platzierung dürfte bereits abgeschlossen sein, heißt es weiter, der Platzierungspreis sei aber noch nicht bekannt. Bayer verlieren 2,3 Prozent auf 37,58 Euro.
(Aus technischen Gründen entfällt die an dieser Stelle übliche Tabelle mit Indizes, Devisenkursen und Rohstoffpreisen)
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/mpt/cln
(END) Dow Jones Newswires
March 24, 2026 04:47 ET (08:47 GMT)
Copyright (c) 2026 Dow Jones & Company, Inc.




