24.03.2026 - Zwischen Eskalation und Verhandlung: Steigende Energiepreise erhöhen Druck auf Trump
Je länger der Iran-Krieg andauert, desto stärker steigen die Energiepreise und die Inflationserwartungen, während sich die Konjunkturaussichten weiter eintrüben. Zuletzt deutete wenig auf eine baldige Deeskalation hin. Doch die schwächelnden Finanzmärkte und die unzufriedenen US-Wähler haben Trump gestern dazu veranlasst wieder eine Verhandlungslösung ins Spiel zu bringen. Der innenpolitische Druck auf den Präsidenten bleibt hoch, denn auch in den USA sind die Spritpreise zuletzt stark angestiegen und belasten Trumps ohnehin schon schwachen Umfragewerte. Je länger der Krieg andauert, desto größer wird die Gefahr, dass die Republikaner bei den Zwischenwahlen am 3. November eine Wahlschlappe hinnehmen müssen. Wir rechnen daher weiterhin damit, dass Trump einen Ausweg aus der zuletzt verfahrenen Lage suchen wird, wodurch sich die Lage in den kommenden Wochen entspannen dürfte. Der wirtschaftliche Schaden wäre in diesem Fall schmerzhaft, aber verkraftbar. Auch die Notenbanken würden durch lediglich temporär erhöhte Inflationsraten voraussichtlich hindurchschauen. Sollte sich die Eskalationsspirale im Iran-Konflikt aber noch länger in die Höhe schrauben, würde dies die globale Konjunktur deutlich ausbremsen. Für Deutschland und die Eurozone würde dies voraussichtlich bedeuten, dass das Wachstum vorübergehend zum Erliegen käme und die Europäische Zentralbank in Reaktion auf den starken Inflationsschub Leitzinserhöhungen in Betracht ziehen müsste.
