NEU-ISENBURG (dpa-AFX) - Der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost Werke ist 2025 im Zuge einer Übernahme in die roten Zahlen gerutscht. Die Kredite zum Kauf des Hydraulik-Spezialisten Hyva und die verlustreiche Trennung von dessen Ladekran-Geschäft brockten dem Konzern einen Jahresverlust von fast 15 Millionen Euro ein. Die Aktionäre sollen dennoch eine stabile Dividende von 1,50 Euro je Aktie erhalten, wie Jost am Donnerstag mitteilte. Für 2026 rechnet Vorstandschef Joachim Dürr trotz Krise mit besseren Geschäften als im Vorjahr. An der Börse wurden die positiven Aussagen jedoch nicht goutiert.
Die Jost-Aktie verlor am Vormittag mehr als fünf Prozent auf 54,10 Euro und gehörte somit zu den Schlusslichtern im Kleinwerte-Index SDax . Zugleich lösten sich die noch verbliebenen Kursgewinne aus dem bisherigen Jahresverlauf in Luft auf.
Im Jahr 2024 hatte das Unternehmen aus Neu-Isenburg bei Frankfurt am Main unter dem Strich noch 52,6 Millionen Euro verdient. Dass es 2025 so viel schlechter lief, erklärte der Konzern zusätzlich mit höheren Steuern infolge der Hyva-Übernahme und einem positiven Währungseffekt aus dem Vorjahr, der sich nun nicht wiederholte. Mit Hyva hatte Jost auch das Geschäft mit Ladekranen erworben, es aber mangels Interesse im Dezember wieder verkauft. Dies allein schlug mit einem Verlust von gut 16 Millionen Euro zu Buche.
Im vergangenen Jahr steigerte Jost den Umsatz dank der Hyva-Übernahme um 43,5 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro. Sonderposten herausgerechnet, legte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) um 29 Prozent auf rund 145 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge sank jedoch von 10,6 auf 9,5 Prozent.
Für das laufende Jahr nimmt sich Unternehmenschef Dürr im Tagesgeschäft merkliche Steigerungen vor - schränkt seine Prognosen aber zugleich ein. "Die Welt um uns herum zeigt, dass Volatilität und Unsicherheit der neue Normalzustand geworden sind", sagte er. Die Folgen des Iran-Kriegs für die Weltwirtschaft, die Lieferketten und auf Jost selbst seien derzeit nicht zu beziffern.
Dabei geht der Manager davon aus, dass das Unternehmen seinen Umsatz im laufenden Jahr um einen einstelligen Prozentsatz steigern kann. Der bereinigte operative Gewinn soll um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zulegen und die bereinigte operative Marge soll sich entsprechend verbessern. Allerdings könnte sich die Wirtschaftsdynamik wegen des Iran-Kriegs abschwächen, gibt der Vorstand zu bedenken. Auch eine Beeinträchtigung der Lieferketten könne sich negativ auf Josts Geschäft auswirken./stw/niw



