
© Foto: Garett Mizunaka auf Unssplash
Nach einer zuvor steilen Rallye befindet sich Deutz jetzt auf einer ebenso steilen Talfahrt. Bewertung und Chart könnten aber schon bald in Kaufinteresse münden.
Crashartiger Abverkauf: Die Rallye ist vollständig verpufft
Eine vergleichsweise günstige Unternehmensbewertung, eine höhere Nachfrage und verstärkte Auftragseingänge aus der Rüstungsindustrie haben im vergangenen Jahr für einen Run auf die Aktie des traditionsreichen Motorenherstellers Deutz gesorgt.
Die startete mit viel Schwung auch in das neue Börsenjahr und konnte zeitweise auf 12,50 Euro klettern. Das bedeutete das Überwinden des Multijahreswiderstandes bei 12 Euro und den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende. Solche markanten Hochs gelten in der Regel als starke Kaufsignale mit der Chance auf eine Rallyefortsetzung.

Deutz wächst kräftig und will sich weiter steigern
Der Beginn des Iran-Krieges hat dafür gesorgt, dass es ganz anders gekommen ist. In nur einem Monat haben die Anteile ein Drittel ihres Wertes verloren und dabei zahlreiche Unterstützungen unterschritten. Die Aktie ist in den freien Fall übergegangen, der auch von den am Donnerstag vorgelegten Zahlen für 2025 nicht gebremst werden konnte.
Deutz berichtete von einem Umsatzwachstum von rund 13 Prozent auf 2,04 Milliarden Euro, einen um 14 Prozent gestiegenen Auftragseingang und verbesserte Konzernmargen. Auch der Ausblick auf 2026 fiel überzeugen aus. Deutz steht vor einem Umsatzsprung auf 2,3 bis 2,5 Milliarden Euro. Auch der Gewinn dürfte kräftig steigen, wenn dem Unternehmen das Erreichen des oberen Endes der EBIT-Prognose von 6,5 bis 8 Prozent gelingen sollte.
Im schwachen Gesamtmarktumfeld, das weiter von hohen Energiepreisen und stark gestiegenen Anleiherenditen belastet, konnte sich das gute Abschneiden aber nicht gegen die Krisenstimmung durchsetzen. Die Aktie setzte ihre Talfahrt fort - und das, obwohl am Nachmittag gleich drei Unternehmensinsider zugriffen und mit Käufen im Gesamtwert von rund 575.000 Euro Vertrauen in die Stärke der Geschäftsentwicklung demonstrierten.

Weitere Verluste verschärften die Kurskrise
Auch am Freitag wurde die Aktie überwiegend mit Verlusten gehandelt. Das ist angesichts der ausgeprägten technischen Schwäche nicht überraschend.
Zum Wochenauftakt hatte Deutz nicht nur die 200-Tage-Linie, sondern auch die Trendlinie des im vergangenen April gestarteten Aufwärtstrends aufgegeben. Die nächste Unterstützung ist unterdessen erst bei 8 Euro vorzufinden. Von einem Test ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszugehen, da sowohl der Relative-Stärke-Index (RSI) als auch der Trendstärkeindikator MACD äußerst schwach sind.
Überverkauft und unterbewertet? Rebound-Chance!
Die Chancen auf eine erfolgreiche Verteidigung von 8 Euro stehen gerade deshalb aber nicht schlecht. Die Aktie ist bereits deutlich überverkauft und konnte zumindest im RSI bereits für erste bullishe Divergenzen sorgen. Das könnte für eine Gegenbewegung genügen.
Auf Basis der Analystenschätzungen ist Deutz bei 8 Euro für das Geschäftsjahr 2026 außerdem mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 9,15 bewertet. Das ist sowohl im historischen als auch im Branchenvergleich ein günstiger Wert, der von einer Dividendenrendite, die bei knapp 3 Prozent erwartet wird, abgerundet wird.
Fazit: Aktie kurz vor Einstiegsgelegenheit
Die Aktie von Deutz ist in den vergangenen Wochen stark unter die Räder geraten. Einerseits war sie überkauft, andererseits war die Neubewertung des Unternehmens zeitweise zu ambitioniert. Diese beiden Belastungsfaktoren liegen nun nicht mehr vor, nach dem die Anteile stark korrigiert haben und das Unternehmen einen vielversprechenden Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr vorgelegt hat.
Anlegerinnen und Anleger sollten warten, bis die Aktie den Support bei 8 Euro erreicht und erfolgreich getestet hat. Dann dürfte mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Rebound einsetzen. Dass sich gleich drei Insider schon zuvor mit umfangreichen Käufen eingedeckt haben, stärkt dabei das Vertrauen in eine nachhaltige Kurswende und einen attraktiven Gegenwert eines Investments auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungsniveau.
Gastautor: Max Gross
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