
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Die Aktie von KI-Überflieger Nvidia ist von den jüngsten Gesamtmarktverlusten nicht verschont geblieben. Dadurch hat sich das Chartbild erheblich eingetrübt.
Kritischer Engpass voraus: Halbleiterproduktion in Gefahr
Der Iran-Krieg stellt auch für die KI- und Halbleiterbranche eine wachsende Belastung dar. Einerseits stellen die stark gestiegenen Anleiherenditen die Rentabilität des ohnehin in Frage stehenden Ausbaus von Rechenzentren für KI-Anwendungen in Frage.
Andererseits ist Straße von Hormus beziehungsweise die Golf-Region auch für die Produktion von Helium von weltweiter Bedeutung. Eine Knappheit des für die Halbleiterherstellung unabdingbaren Edelgases bedroht die hochsensiblen Lieferketten in einem Moment, wo das Angebot mit der Nachfrage kaum Schritt halten kann.

Auch Nvidia bleibt von Verlusten nicht verschont
Von diesen Befürchtungen ist in einem schwachen Gesamtmarktumfeld auch die Aktie von Nvidia nicht verschont geblieben. Beim Börsen-Darling scheint ohnehin schon seit einigen Monaten etwas die Luft raus zu sein, doch jetzt haben die jüngsten Kursverluste das Chartbild erheblich eingetrübt. Kommt es nun zu einer kräftigen Korrektur der Anteile?

Nvidia-Aktie angeschlagen - 170 US-Dollar als letzte Rettung?
Die Aktie des KI-Überfliegers befindet sich übergeordnet in einem starken mehrjährigen Aufwärtstrend. Der hat in den vergangenen Monaten jedoch erheblich an Schwung verloren. Zwar hielt der Unterstützungsbereich zwischen 170 und 180 US-Dollar bislang stand, doch auf der Oberseite gelang Nvidia seit einem Rekordhoch Ende Oktober nicht mehr viel.
Aus technischer Perspektive war diese längere Schwächephase abzusehen, nachdem es im Relative-Stärke-Index (RSI) und im Trendstärkeindikator MACD zu bearishen Divergenzen und damit einem Trendwendesignal gekommen ist. Diese Divergenzen belasten die Nvidia-Aktie bis heute, da der RSI äußerst schwach ist, während der MACD nicht nur unter die Nulllinie, sondern auch seine Signallinie gefallen ist, was einen an Fahrt gewinnenden Abwärtstrend anzeigt.
Vorsicht vor fallendem Messer: Die Korrekturgefahr ist erheblich!
Diese Situation ist jetzt besonders gefährlich, da die Unterstützung bei 170 US-Dollar zur Diskussion steht, und zwar ausgerechnet, nachdem ein Anstiegsversuch in der vergangenen Woche ausgerechnet bei 180 US-Dollar sowie der langfristige Trends bestimmenden 200-Tage-Linie und damit an gleich zwei früheren Supports, die jetzt als Widerstände bestätigt wurden, gescheitert ist.
Sollten 170 US-Dollar per Wochenschlusskursbasis aufgegeben werden, droht der Aktie eine Korrektur bis 150, im Zweifel sogar 115 US-Dollar, wo sich aus dem Kursverlauf des vergangenen Jahres eine Unterstützungszone ableiten lässt.
Diese Gefahr ist äußerst ernstzunehmend, da sich im Chart nur wenige Indizien finden lassen, die für eine rasche Gegenbewegung sprechen. Weder ist Nvidia mit Blick auf den RSI überverkauft, noch liegen erste bullishe Divergenzen vor. Damit steht die Wahrscheinlichkeit für fortgesetzte Verluste höher als für einen Rebound.
Fazit: Da bahnen sich langsam Kaufkurs an
Aus einer fundamentalen Perspektive ist die seit Monaten anhaltende Konsolidierung sowie die jüngste Korrekturverschärfung ein Segen für Anlegerinnen und Anleger. Die lange hohe Bewertung ist jetzt einem fairen Preisniveau gewichen.
Das KGVe 2026 liegt mit 20,2 sogar unter dem Branchendurchschnitt und ist für einen wachstumsstarken Technologieführer angemessen. Auch das Kurs-Gewinnwachstumsverhältnis von 0,53 stellt ein überzeugendes Argument für den Kauf der Aktie dar. Diese Vielfache stehen aber unter dem Vorbehalt, dass es nicht zu dauerhaften Störungen in der Lieferkette und zu einem Platzen der KI-Blase aufgrund der verschlechterten Finanzierungsbedingungen kommt.
Sobald die Aktie einen Boden gefunden hat beziehungsweise für den Fall, dass 170 US-Dollar auf Wochenkursbasis verteidigt werden, liegt damit eine antizyklische Einstiegschance vor. Für prozyklische Kaufsignal hingegen müssen Kurse oberhalb der Abwärtstrendlinie bei rund 187 US-Dollar abgewartet werden.
Gastautor: Max Gross

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