
© Foto: Obregonia D. Toretto (Symbolbild)
Noch vor kurzem sah es eher düster aus für die Aktionäre der Deutschen Telekom. Vom Jahreshoch im März 2025 bei 35,91 Euro rutschte der Kurs bis auf rund 26 Euro ab, ein schmerzhafter Absturz, der viele Anleger zum Abwarten zwang. Doch das Blatt hat sich gewendet. Aus dem einstigen Todeskreuz, dem gefürchteten Signal, bei dem die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie nach unten durchbricht, ist inzwischen das genaue Gegenteil geworden: ein Golden Cross. Der 50er-Durchschnitt hat den 200er von unten nach oben geschnitten, ein klassisches Kaufsignal, das Chartisten aufhorchen lässt. Die Aktie zeigt in diesen Tagen erstaunliche Stärke und notiert wieder in Schlagdistanz zu ihrem alten Hoch. Dazu kommen starke Zahlen, eine Rekordausschüttung und ein Konzern, der sich mit Vollgas in die KI-Zukunft bewegt. Was steckt dahinter, und was bedeutet das für Anleger?
Starkes Fundament und starke Zahlen
Die Deutsche Telekom ist nicht irgendein Telekommunikationskonzern. Das Bonner Unternehmen gehört zu den größten der Welt, ist in rund 50 Ländern aktiv und hat mit seiner US-Tochter T-Mobile einen entscheidenden Wachstumsmotor. Und der liefert: T-Mobile steigerte 2025 seinen Service-Umsatz und den operativen Gewinn und ließ dabei die amerikanischen Schwergewichte AT&T und Verizon hinter sich. Der Gesamtkonzern legte ebenfalls zu. Der Umsatz stieg auf 119 Milliarden Euro. Ebenso der operative Gewinn. Dieser kletterte auf 44,24 Milliarden Euro. Konzernchef Tim Höttges sprach von "verlässlichem und nachhaltigem Wachstum". Anleger erhalten für das abgelaufene Jahr eine Dividende von einem Euro je Aktie, so viel wie noch nie. Dazu plant das Unternehmen einen Aktienrückkauf von zwei Milliarden Euro. Neben dem Kerngeschäft setzt die Telekom auf neue Themen. Mit Nvidia entstand in München eine industrielle KI-Cloud mit 10.000 Hochleistungschips. Die IT-Tochter T-Systems wuchs 2025 um fast 16 Prozent beim operativen Ergebnis. Und ein KI-Sprachassistent für normale Telefonate soll bald live gehen, Stichwort "Hey Magenta".

Charttechnik
Wer sich die Kursentwicklung der letzten Monate anschaut, erkennt eine Turnaround-Formation auf höherem Niveau. Nach dem Abverkauf von März bis November 2025, knapp 30 Prozent Minus in wenigen Monaten, stabilisierte sich die Aktie bei rund 26 Euro. Genau dort, wo der langfristige Aufwärtstrend verlief. Die Käufer kamen zurück. Seitdem läuft eine beeindruckende Erholung. Der 50-Tage-Durchschnitt hat den 200-Tage-Durchschnitt inzwischen von unten nach oben gekreuzt, das sogenannte Golden Cross. Dieses Signal gilt als einer der verlässlichsten Hinweise auf einen nachhaltigen Trendwechsel. Das vorangegangene Todeskreuz hatte noch Schatten geworfen. Die sind nun ad acta gelegt. Aktuell notiert die Aktie knapp unter dem alten Jahreshoch von 35,91 Euro, das im März 2025 markiert wurde. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde charttechnisch den Weg für neue Hochs freimachen. Denn dann gibt es kaum noch technische Hindernisse nach oben. Analysten sehen das durchschnittliche Kursziel bei rund 39 Euro. Die Deutsche Bank geht sogar von 43 Euro aus. Das wären von heute aus gesehen noch 25 bis 35 Prozent Luft nach oben. Vielleicht geht es aber auch Richtung 50 Euro? Wer weiß das schon?
Was tun?
Die Telekom-Aktie hat sich zurückgekämpft. Wer Ende 2025 eingestiegen ist oder die Korrektur ausgesessen hat, kann sich freuen. Die Frage ist jetzt, ob da noch mehr geht? Die Unternehmenszahlen sind gut, der Ausblick für 2026 ist ambitioniert, aber realistisch. Die Dividende von einem Euro je Aktie bringt bei aktuellem Kursniveau eine Rendite von knapp drei Prozent, solide für einen DAX-Titel. Charttechnisch sendet das Golden Cross ein klares Signal. Und die strategische Aufstellung mit T-Mobile, KI-Cloud und Glasfaserausbau zeigt, dass die Telekom nicht schläft. Auf der anderen Seite ist die Aktie nicht mehr günstig. Der Kurs hat bereits stark zugelegt. Kurzfristig könnte es holprig werden. Mittel- bis langfristig spricht das Gesamtbild für die Telekom-Aktie. Der Konzern liefert und die Technologiestrategie passt.
Autor: Felix Goldbach, FinanzNachrichten-Redaktion
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