
© Foto: KI-generiertes Symbolbild (ChatGPT).
Gemeinsam mit dem Gesamtmarkt zeigt sich die SAP-Aktie am Mittwoch gut erholt. Doch mehr als einen Anfang bedeuten die Kursgewinne charttechnisch noch nicht.
SAP-Aktie mit Erholung: Kommt sie jetzt dauerhaft in Fahrt?
Nach einer monatelangen Talfahrt und heftigen Verlusten gelten die Anteile von Softwareanbieter und Clouddienstleister SAP als eine der spannendsten Turnaround-Wetten am deutschen Aktienmarkt. Zwar enttäuschte der Konzern zuletzt mit einer Wachstumsprognose unter den Erwartungen, die Mehrheit der Analystinnen und Analysten ist jedoch unverändert zuversichtlich für die Aussichten der Aktie.
Am Mittwoch erholen sich die Anteile in einem starken Gesamtmarktumfeld, das durch den Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran angetrieben wird, um rund 5 Prozent und erreichen damit den höchsten Stand seit mehr als zwei Wochen. Markiert diese Erholung bereits den Beginn einer charttechnischen Trendwende oder ist weiterhin Vorsicht angesagt?

Ausgeprägte Schwäche bestimmt das Chartbild
Zwar handelt die SAP-Aktie übergeordnet in einem langfristigen Aufwärtstrend, doch seit mehr als einem Jahr bestimmt ein hartnäckiger Abwärtstrend das Geschehen. Gegenüber ihrem Allzeithoch bei 283,50 Euro hat sich die Aktie auf dem Höhepunkt des Ausverkaufs vor wenigen Tagen fast halbiert. Die Kombination aus KI-Sorgen einerseits und dem Iran-Krieg andererseits sorgten in diesem Jahr für Verluste von fast 30 Prozent.
Dementsprechend angeschlagen präsentiert sich auch das Chartbild. Die Anteile sind von den gleitenden Durchschnitten weit entfernt, was ein Ausweis großer technischer Schwäche ist. Darüber hinaus wurden zahlreiche Unterstützungen und Support-Bänder unterschritten - zuletzt bei 150 Euro, was für fortgesetzte Kursverluste bis 125 Euro sorgen könnte, da erst hier die nächste Unterstützung zu finden ist.

Erste Entspannung, aber noch kein Kaufsignal
Die technischen Indikatoren RSI und MACD haben den Abwärtstrend bis zuletzt begleitet und damit technisch als nachhaltig bestätigt. Erst seit wenigen Wochen ist es zumindest im Trendstärkeindikator MACD zu ersten bullishen Divergenzen gekommen, während das Kurstief der Aktie aber durch ein Tief im Relative-Stärke-Index bestätigt wurde. Damit liegt von dieser Seite noch kein Signal für eine Trendwende vor.
Mit Blick auf das jüngste Kursgeschehen ist im Bereich von 145 bis 155 Euro ein Rounding Bottom zu erkennen. Dieses bietet als potenzielles Trendwendesignal deutlich bessere Perspektiven und könnte tatsächlich in eine Erholung bis 165/165,50 Euro führen, wo eine frühere Unterstützung (jetzt als Widerstand) auf die 50-Tage-Linie trifft. Erst deren Überwinden würde für ein prozyklisches Kaufsignal liefern.
Während die Erholung des RSI ausgehend von überkauften Zuständen für Kursgewinne bis in diesen Bereich spricht, ist der MACD noch vorsichtig zu bewerten. Der ist zwar über seine Signallinie gesprungen, notiert aber weiter tief unterhalb der Nulllinie und zeigt damit einen unverändert intakten Abwärtstrend der Aktie an, was eine nachhaltige Erholung erschwert.
Fazit: Der Weg ist noch weit - vielleicht sogar zu weit
Nach einer wochenlang fast ungebremsten Talfahrt zeigen sich bei der SAP-Aktie zur Wochenmitte die ersten Käuferinnen und Käufer. Mit einem Plus von 5 Prozent notieren die Anteile aber "nur" im Mittelfeld, eines ebenfalls deutlich erholten DAX-Index. Von relativer Stärke oder gar einer Outperformance ist daher weiter keine Spur.
Die geringfügigen technischen Verbesserungen, die sich aus dem Kurssprung ergeben, deuten noch nicht auf eine nachhaltige Trendwende hin, wenngleich die Chance auf ein Anhalten der Erholungsgewinne gegeben ist. Während prozyklische Kaufsignale ab 165 Euro vorlägen, wäre eine dauerhafte Kurswende erst nach dem Überwinden der massiven Widerstandszone zwischen 200 und 220 Euro geschafft. Für einen solchen Kraftakt liefert der Chart gegenwärtig aber noch keine Hinweise.
Anlegerinnen und Anleger sollten daher weiter mit Vorsicht agieren und wenn überhaupt nur erste Stücke, aber noch keine vollständigen Positionen kaufen.
Gastautor: Max Gross

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