Pyramid spürt nach Darstellung von SMC-Research Margendruck durch hohe IT-Komponentenpreise und hat eine große Bezugsrechtskapitalerhöhung angekündigt, um die Finanzstruktur zu verbessern und die Kapitalbasis für das geplante Wachstum zu stärken - denn die Kundennachfrage ist derzeit hoch. SMC-Analyst Holger Steffen sieht zwar margen- und finanzierungsseitig hohe Risiken, zugleich aber auch große Chancen durch die attraktiven Wachstumspotenziale. Insgesamt bleibt er bei seinem Urteil "Speculative Buy".
Laut SMC-Research habe sich Pyramid auf die europäischen Kernmärkte fokussiert - und die jüngste Auftragsentwicklung zeige, dass das der richtige Schritt gewesen sei. Nachdem im letzten Oktober bereits ein sehr großer Rahmenvertrag habe abgeschlossen werden können, habe der Auftragseingang im ersten Quartal mit rund 27 Mio. Euro auf Rekordniveau und 70 Prozent über dem Vorjahr gelegen. Das Unternehmen habe zuletzt bereits zahlreiche Neukunden gewinnen können und auch gute Aussichten auf weitere Großprojekte.
Abrufe aus dem Rahmenvertrag seien in den Q1-Auftragsdaten aber nur zu einem kleinen Teil enthalten, was ein aktuelles Dilemma zeige: Die Preise für einige IT-Komponenten seien nämlich so stark gestiegen, dass Kunden versuchen, ihre Abrufe hinauszuzögern. Die Entwicklung habe außerdem die EBITDA-Marge von Pyramid unter Druck gesetzt, so dass diese im letzten Jahr, selbst bereinigt um den negativen Beitrag veräußerter Aktivitäten, nur noch bei 3,6 Prozent gelegen habe. Damit sei auch das Multiple der Nettoverschuldung zum EBITDA auf 5 gestiegen, weswegen ein Covenant des Hausbankkredits verletzt worden sei.
Um die Finanzstruktur wieder auf eine solide Basis zu stellen und zugleich auch Spielraum für größere Bestellungen von IT-Komponenten zu haben, wenn sich günstige Gelegenheiten bieten, habe Pyramid eine große Bezugsrechtskapitalerhöhung im Verhältnis eins zu eins zu einem niedrigen Bezugskurs von 1,38 Euro angekündigt. Damit sollen bis zu 8 Mio. Euro eingeworben werden.
Die Analysten sehen die Maßnahme als einen zwar schmerzvollen, aber auch notwendigen Schritt. Die Maßnahme sei notwendig, um die Stresssituation im Markt erfolgreich überstehen zu können. So könne sich Pyramid die Chance bewahren, die starke Nachfrage für ein hohes, profitables Wachstum zu nutzen, sobald sich die Engpasslage etwas entspanne. Schmerzhaft sei die Maßnahme aber für die Aktionäre, die nicht teilnehmen, da sie mit einer starken Verwässerung einhergehe.
Noch sei es offen, wann sich die Marktlage angebotsseitig entspanne. Die Analysten haben ihre Schätzungen für 2026 nun vorsichtshalber unter der Guidance des Unternehmens angesiedelt, halten für 2027 aber zumindest das untere Ende der Unternehmensprognose für erreichbar. Zuvor haben die Analysten überwiegend in der Mitte der Spannen gelegen. Trotz einer insgesamt konservativen Projektion und einer einkalkulierten erheblichen Verwässerung sehen sie den fairen Wert mit 2,80 Euro (zuvor 6,40 Euro angepasst an Kapitalherabsetzung) weit über dem aktuellen Börsenkurs und dem Bezugskurs.
Das Prognoserisiko sei aktuell allerdings auch sehr hoch, da sowohl das Ausmaß des Platzierungserfolgs als auch das Tempo der Entspannung auf der Beschaffungsseite sehr schwer abschätzbar seien. Insgesamt bleiben die Analysten bei ihrem Urteil "Speculative Buy". Hohen Risiken auf der Margen- und Finanzierungsseite stehen große Kurschancen gegenüber, wenn das Unternehmen die aktuelle Spannungslage bewältige.
(Quelle: Aktien-Global-Researchguide, 09.04.2026 um 11:15 Uhr)
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Die dieser Zusammenfassung zugrundeliegende Finanzanalyse wurde am 09.04.2026 um 10:25 Uhr fertiggestellt und am 09.04.2026 um 11:00 Uhr veröffentlicht.
Sie kann unter der folgenden Adresse eingesehen werden: https://www.smc-research.com/wp-content/uploads/2026/04/2026-04-09-SMC-Update-Pyramid_frei.pdf
Die mit dem Ausgangsdokument verbundene Offenlegung der Interessenkonflikte findet sich im Anhang / Disclaimer des Dokuments.



